Löst endlich eure Versprechen ein!

Weltweit protestieren Schüler dafür, dass die Klimaschutzmaßnahmen von Paris endlich umgesetzt werden. Wir unterstützen ihre Forderungen!

Seit Monaten streikt die 16-jährige Schülerin Greta Thunberg immer wieder freitags für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in ihrer Heimat Schweden. Durch ihre deutlichen Worte und konkrete Streikmaßnahmen, hat sie spätestens seit ihrem Auftritt vor den Vertretern der Weltklimakonferenz 2019 in Kattowiz weltweite Aufmerksamkeit erregt. Von Uganda bis Kolumbien gehen Schüler freitags nicht zum Unterricht, dafür aber zum Protestieren. Auch in Deutschland ist der Schülerstreik, koordiniert durch die Bewegung „Fridays For Future“, von Woche zu Woche gewachsen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die zögerlichen Empfehlungen der Braunkohlekomission Ende Januar 2019, die einen Kohleausstieg erst bis spätestens 2038 vorgesehen hat.

Zu den Forderungen und Zielen von „Fridays For Future“ heißt es im offenen Brief auf der Website:

„Wir und Sie wissen, dass die einzige zukunftsorientierte Entscheidung ein schnellstmöglicher, konsequenter Kohleausstieg ist. Die Abkehr von fossilen Energieträgern ist in vollem Gange – nun steht offen, zu welchem Grad unser Planet bis dahin noch für zukünftige Generationen zerstört wird. Der Sonderbericht des Weltklimarates zeigt, dass lediglich elf Jahre bleiben, um die verheerendsten Folgen der Erderwärmung abzuwenden. Dafür ist ein Kohleausstieg ab 2020unverzichtbar. Sowohl das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik als auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung haben in unabhängigen Studien im vergangenen Jahr bekräftigt, dass durch eine schnelle Abkehr von der Braunkohle die deutschen Klimaziele der Jahre 2020 und 2030 noch einzuhalten wären. Wenn die planetaren Grenzen jedoch überschritten, und tausende Arten ausgestorben sind, ist es für kommende Generationen bereits zu spät: Um das noch abzuwenden, braucht es nun echte Taten. Die bisherige politische Untätigkeit zwingt uns nun, etwa durch Kampagnen, Schulstreiks und Aufrufe wie diesen auf die derzeitige Lage aufmerksam zu machen. Wir jungen Menschenwissen, dass wir längst keine Zeit mehr für politisches Hinhalten haben und dass jetzt die letzte Möglichkeit ist, den vollständigen Klimakollaps und den damit einhergehenden fortschreitenden Artenverlust noch zu verhindern. Es wird in Deutschland voraussichtlich keine vergleichbare Chance mehr geben, einen so weit reichenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Lassen Sie deshalb diese historisch einmalige Möglichkeit nicht verstreichen. Nun wird die folgende Generation zusehen, wie Sie sich auf eine Seite stellen: Auf die, die sich in eine Vielzahl ergebnisloser Verhandlungen ohne politischen Willen zum Klimaschutz einreiht. Oder aber auf die, die sich den Herausforderungen stellt und den nachfolgenden Generationen – uns – eine lebenswerte Zukunft ermöglicht. Die Geschichte wird Sie beurteilen. Und wir werden Ihre Zeug*innen sein.“

Zahlreiche Umweltorganisationen schließen sich den Forderungen der Jugendlichen an. Auch die Global Marshall Plan Initiative unterstützt die Bewegung im Rahmen ihrer 5 Ziele für eine Welt in Balance.

Mit dem Pariser Klimaabkommen und den Sustainable Development Goals wurden im Jahr 2015 zwei wegweisende Zukunftsverträge verabschiedet, zu denen sich nahezu alle Staaten der Welt bekannt haben. Bisher ist die Umsetzung und geplante Finanzierung dieser globalen Strategien allerdings auf den nationalen Ebenen stark ins Stocken geraten. Nur durch gezielte Aktionen, konkrete Maßnahmen, sowie Bildungs- und Lobbyarbeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen, lässt sich der Kampf gegen die Zeit gewinnen und die Klimakrise mit ihren weltweit verheerenden Folgen eindämmen. Die jungen Menschen, die sich jetzt vernetzen und mobilisieren und diese Versprechen einfordern, sind ausschlaggebend für unsere Zukunft!

Wenn Sie „Fridays for Future“ unterstützen möchten, finden Sie auf www.fridaysforfuture.de alle Streiktermine, rechtliche Hinweise und aktuelle Meldungen. Auch wenn sie kein Schüler oder Student mehr sind, können sie an den Demonstrationen teilnehmen und auch auf anderen Wegen ihrem politischen Willen Ausdruck verleihen, z.B. durch Briefe an ihre Abgeordneten (Bundes- und EU-Ebene).

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Renate Scholz ist langjährige Unterstützerin von Plant-for-the-Planet (Bild von www.plantfortheplanet.org)

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