Kontaktieren Sie die Kandidaten für die Europawahl – Jede Stimme zählt

Am 26. Mai 2019 werden in Deutschland 96 Abgeordnete für das Europäischen Parlament für eine Dauer von fünf Jahren gewählt.

Insgesamt mehr als 700 Abgeordnete des EU-Parlaments vertreten die Interessen der über 500 Millionen Bürger der Europäischen Union im Gesetzgebungsprozess, bei der Haushaltsplanung und bei der Kontrolle von EU-Kommission und Rat. Außerdem wählen sie den Präsidenten der EU-Kommission.

Die Wahl in diesem Jahr bietet eine große Chance, die Themen Nachhaltigkeit und Klimakrise in das Zentrum der europapolitischen Debatte zu rücken und dringend notwendiges politisches Handeln einzufordern. Diesbezüglich bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

Sie finden weiter unten einen Musterbrief an die Kandidaten für die Wahl zum Europäischen Parlament 2019. Gerne können Sie das vorgefertigte Anschreiben übernehmen oder nach eigenem Wunsch variieren.

Senden Sie den Brief per E-Mail oder per Post an Kandidaten Ihrer Wahl oder stellen Sie Ihre Fragen im persönlichen Gespräch. Ausschlaggebend ist, dass die Kandidaten verstehen: Die Themen Nachhaltigkeit und Klimakrise beschäftigen die Bevölkerung und beeinflussen die Entscheidung potentieller Wähler.

Ziel unserer Briefkampagne ist es, Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Klimaaspekte in der diesjährigen Europawahl zu entscheidenden Themen zu machen und die Kandidaten zur Stellungnahme aufzurufen.

Bitte passen Sie noch Namen und Geschlecht der Kandidaten in der Vorlage an und unterzeichnen Sie den Brief persönlich.

Vielen Dank für Ihre Initiative!


Hier finden Sie die Kontaktdaten der größeren Parteien. 

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Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter Herr ,

Sie kandidieren für die Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019. An diesem Tag gehe ich zur Wahl, denn ich bin mir sicher, dass ich mit meiner Stimme einen Unterschied machen und mich für die Zukunft der Bürger der Europäischen Union, aber auch des gesamten Planeten einsetzen kann.

Mit wachsender Besorgnis habe ich in den letzten Monaten die Debatte über die Klimakrise und die dringende Notwendigkeit der nachhaltigen Gestaltung von Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft verfolgt. Die öffentliche Meinung ist eindeutig: Laut einer Studie des Pew Research Centers aus dem letzten Jahr empfindet eine Mehrheit der Menschen weltweit, auch in Europa, den Klimawandel als die größte Bedrohung unserer Zeit. Auf der ganzen Welt, insbesondere in Europa, gehen hunderttausende junge Menschen auf die Straßen und fordern eine Politik, die unseren Planeten und die Menschen, die dort leben, endlich in den Mittelpunkt stellt. Dabei stehen wir vor großen Herausforderungen.

Kein einziges Land, auch kein europäisches, ist auf dem Weg, die 17 von den Vereinten Nationen beschlossenen Sustainable Development Goals umzusetzen. In Europa verfestigt sich die soziale Ungleichheit, innerhalb von Staaten und zwischen Staaten, ganz zu schweigen vom Umgang mit Ländern des Globalen Südens. Der Abbau von natürlichen Ressourcen ist europaweit noch immer verantwortungslos. Insbesondere reiche Staaten sind zudem verantwortlich für hohe ökologische, ökonomische und sicherheitsrelevante Spillover-Effekte, die andere Länder am Erreichen der SDG hindern.

Die EU hat sich selbst Klimaschutzziele gesetzt, jedoch lassen diese bislang nicht darauf hoffen, dass die Mitgliedsstaaten ihren Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen nachkommen werden. Dies bedeutet, dass unsere Erde womöglich auf eine Erhitzung von mehr als 4° C zusteuert – eine Entwicklung, die nicht mehr rückgängig zu machen sein wird. In einer Zukunft, die die heute junge Generation erleben wird, werden voraussichtlich bedeutende Teile der Welt nicht mehr bewohnbar sein, aufgrund von Überflutungen, unerträglicher Hitze oder extremen Wetterereignissen. Auch wir in Europa werden mit den direkten Folgen der Klimakrise zu kämpfen haben, deren erste Anzeichen sich schon bemerkbar machen. Hitzewellen, Waldbrände und Dürren, aber auch Überschwemmungen in bisher ungekanntem Ausmaß machen vor unserem Kontinent nicht Halt. Die Folgen für die Biodiversität, die Gefahren für die menschliche Gesundheit, die sozialen und wirtschaftlichen Kosten dieser Entwicklung werden wir tragen müssen – wenn die Europäische Union ihre Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung nicht drastisch erhöht!

Uns bleibt noch ein kleiner zeitlicher Spielraum, um eine radikale Kehrtwende einzuleiten.

Vorschläge und Forderungen, wie diese Kehrtwende gestaltet werden kann, formuliert unter anderem die Global Marshall Plan Foundation seit mehreren Jahren. Deren Idee einer Welt in Balance, basierend auf den folgenden fünf Bausteinen, unterstütze ich:

  • Umsetzung der Sustainable Development Goals bis 2030
  • Investition von mindestens 0,7% des Bruttonationaleinkommens der Industrieländer in Entwicklungskooperation
  • Faire Besteuerung globaler Wertschöpfung als Finanzierungsbasis
  • Förderung einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft
  • Faire globale Entwicklungspartnerschaft.

Unzählige meiner Mitmenschen und ich werden bei der diesjährigen Europawahl unsere Stimmen so einsetzen, dass wir unsere Zukunft in sicheren Händen wissen.

Um meine Wahlentscheidung auf dieser Grundlage treffen zu können, bitte ich Sie hiermit um eine Stellungnahme.

  • Was sind Ihre Pläne für die nächsten fünf Jahre im Europäischen Parlament, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in ihrer Gesamtheit umzusetzen und wie werden Sie dazu beitragen, das Voranschreiten der Klimakrise zu stoppen?
  • Wie kann ich mir sicher sein, dass Sie alles dafür tun, diese Pläne auch umzusetzen?

Kleine Schritte reichen nicht mehr aus, um unsere Zukunft zu retten! Ich fordere Sie hiermit auf, sich im Falle Ihrer Wahl zum Abgeordneten des Europäischen Parlaments für einen umfassenden und zügigen Kurswechsel der europäischen Staatengemeinschaft einzusetzen. Nehmen Sie die Sorgen der Bürger ernst und setzen Sie sich dafür ein, bestehende Lösungsvorschläge umzusetzen. Zeigen Sie insbesondere jungen Menschen, dass Sie nicht an einem „Weiter so“ interessiert sind, sondern werden Sie aktiv, um die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte aufzuholen.

Wir werden später nicht sagen können, wir hätten nichts gewusst.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort,

mit freundlichem Gruß


 

Allgemeine Informationen über die Europawahl 2019: