Während so gut wie jede*r schon von der COP, der Weltklimakonferenz, gehört hat, finden die SBs zweimal jährlich fast unbemerkt von der Öffentlichkeit statt. Wir waren dabei!Das “SB” steht für *Subsidiary Bodies* (Nebenorgane der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, weitere Informationen hier). Die Veranstaltung hat den Charakter eines technischen Vorbereitungstreffens.
Die SB-Sitzungen sind ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur nächsten UN-Klimakonferenz (COP31). Hier werden die Verhandlungen vorbereitet, die Agenda festgelegt und bereits wichtige Maßnahmen vorangebracht.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Sitzungen standen Themen wie Klimaresilienz, der Schutz von Arbeitnehmer*innen und Kommunen, die Umsetzung vereinbarter Finanzzusagen sowie die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass kein Land beim Ausbau sauberer Energien zurückbleibt.
Die Global Marshall Plan Foundation konnte fünf Beobachter*innen nach Bonn entsenden, die tageweise an Verhandlungen und Side Events teilnahmen. Neben zwei Vertreter*innen der Initiative profitierten auch junge Menschen von der BUNDjugend und Plant-for-the-Planet von den Akkreditierungen.
Neben den offiziellen Verhandlungen zu den Themen der Agenda fanden zahlreiche Veranstaltungen der Zivilgesellschaft und von UN-Organisationen statt – darunter Pressekonferenzen und Side Events, meist in Form von Podiumsdiskussionen. Sie boten Raum für Austausch, Vernetzung und die Vertiefung aktueller klimapolitischer Themen.
In der ersten Woche war Klaus Hildenbrand von der Lokalgruppe Freudenberg vor Ort.
- Sie können sich hier den absolut lesenswerten Bericht komplett durchlesen.
- Es braucht Lösungen, die ungeachtet der ökonomischen Leistungsfähigkeit eines Landes faire Interessensausgleiche schaffen. Mit der Regulationskraft des Marktes ist es ohne stabile politische Planken nichhttps://www.globalmarshallplan.org/wp-content/uploads/2026/07/SB64-18062026_hildenbrand.docxt zu schaffen. Dies ist langwierig und mühsam und ja, dies verlangt auch klare Reglementierungen des Diskurses, wenn es schließlich zu guten Ergebnissen führen soll.
- Es mutet bizarr an, dass wir erkennen welche Schäden der Klimawandel verursacht ohne entschlossen gegen die Ursachen vorzugehen. Doch auch hier werden Ziele zunehmend konkret. Auf der SB 64 legten die Staaten ambitioniertere CO 2-Reduktionsziele vor und werden diese auch für die Zukunft fortschreiben. Darüber hinaus werden faire Lösungen für die Staaten erarbeitet deren „Geschäftsmodell“ aktuell noch auf dem Export fossiler Energieträger fußt. Sie davon zu überzeugen auf die entsprechenden Einnahmen zu verzichten stellt eine nicht zu unterschätzende Aufgabe dar.
Sie zu lösen fällt umso leichter, je schneller sich regenerative Energieträger durchsetzen und je entschlossener die Energieeffizienz weltweit gesteigert werden kann. Als konkrete Ziele sind daher geplant weltweit bis 2030 den Anteil regenerativer Energienutzung um das Dreifache zu steigern während die
Energieeffizienz verdoppelt werden soll. Neu auf der SB 64 kam ein Elektrifizierungsziel hinzu: Der Anteil des Stroms am weltweiten
Endenergieverbrauch soll von rund 20 % auf 35 % bis 2035 steigen. - Die Konferenz SB 64 findet zwar in Bonn statt, wie ambitioniert jedoch die Welt die
Herausforderungen der Transformation annimmt scheint in Deutschland aber noch nicht in der Breite der Bevölkerung angekommen zu sein. Mehr noch! Aktuell ist zu befürchten, dass sich der Teil des politischen Spektrums noch vergrößert, der sich wieder eine stärkere Hinwendung zu den Fossilien der Energiepolitik wünscht. Dieses Ansinnen ist aber glücklicherweise zum Scheitern verurteilt, da der CO 2 – Handel im Rahmen des UN-Prozesses beschlossene Sache ist und auf der SB 64 weiter konkretisiert wurde.- Auf die Anzahl der Teilnehmenden einer Veranstaltung abgestimmte Verhandlungsräume mit bis zu 2000 Sitzplätzen
- Zeitpläne waren ein wichtiges Instrument in vielen Veranstaltungen
- Möglichkeit der Meinungsäußerung an einem zentralen Platz innerhalb des UN-Campus
- Die Digitalisierung funktionierte. Hier führte der Referent die Veranstaltung aus dem Homeoffice
- Nikolaus Hildenbrand als Beobachter der Global Marshall Plan Foundation
- Ja, der Weg von einer COP zur nächsten SB und weiter zur nächsten COP ist
mühsam und langwierig, aber er lohnt sich, weil es um nichts Geringeres geht als
das möglichst gesunde Überleben der Menschheit.
In der zweiten Woche nahm Helge Bork an der Konferenz teil und berichtet:
- Jeden Tag findet eine Vielzahl interessanter Termine statt. Es ist ratsam, schon morgens zu planen, welche Veranstaltungen man besuchen möchte, um die Zeit möglichst gut zu nutzen. Mein Fokus lag – ganz im Sinne der Ziele der Global Marshall Plan Initiative – auf der Verbesserung des Multilateralismus sowie der gezielten Verknüpfung internationaler Abkommen wie den Rio-Konventionen. Außerdem nahm ich an verschiedenen Treffen zum Thema ACE (*Action for Climate Empowerment*) teil. Bereits 1992 wurde in der Rio-Konvention festgelegt, dass Menschen durch verschiedene Maßnahmen befähigt werden müssen, aktiv am Klimaschutz mitzuwirken. Bei den diesjährigen SB-Sitzungen wurde über mehrere Tage in sogenannten informellen Konsultationen über den ACE-Aktionsplan beraten. Die Verhandler*innen einigten sich schließlich auf einen konsolidierten Textentwurf für die COP31.
- Die Teilnahme war eine wunderbare Erfahrung. Es hat mich sehr gefreut, die Global Marshall Plan Foundation auf einer internationalen Konferenz zu vertreten und Kontakte zu anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus dem In- und Ausland zu knüpfen.
**Hinweis:** Bei der COP31 wird es voraussichtlich wieder möglich sein, die Verhandlungen online zu verfolgen. Wir werden diese Möglichkeit rechtzeitig über unseren Newsletter ankündigen.







