Am 22. Mai überreicht Bundespräsident Steinmeier dem 20-jährigen Felix Finkbeiner das Bundesverdienstkreuz (Verdienstmedaille der Bundesrepublik) für seine Verdienste rund um die Bekämpfung der Klimakrise. Das ist eine große Ehre für alle 67.000 Kinder und Jugendlichen, die Botschafter für Klimagerechtigkeit sind, für alle Unterstützer, Spender und Fürsprecher!

Erschienen auf der Seite unserer Partnerorganisation Plant-for-the-planet.org:

Felix gründete als 9-Jähriger die Initiative Plant-for-the-Planet, die einmal ein Projekt der Global Marshall Plan Foundation war, doch wegen ihrer Erfolges schon bald eine eigenständige Organisation wurde. Die Kinder und Jugendlichen haben seither, unterstützt von Erwachsenen, wie auch Regierungen, Unternehmen und Organisationen, schon mehr als 15 Milliarden Bäume gepflanzt.Doch damit nicht genug: Als Sprecher der Kinder und Jugendlichen fordert Felix jetzt, dass sich ganz Deutschland klimaneutral stellt. Jedes Jahr stößt Deutschland 900 Millionen Tonnen CO2 (und andere Treibhausgase) aus. Wenn wir jedes Jahr 2 Milliarden Bäume pflanzen, dann können die das CO2 von ganz Deutschland aufnehmen. Dann wäre Deutschland klimaneutral.

Der Durchschnitts-Deutsche verursacht einen CO2-Ausstoß von 12 Tonnen im Jahr. Um die auszugleichen, würde er 24 Bäume pflanzen. Zusätzlich zum CO2-Einsparen versteht sich. Das geht zum Beispiel durch vegetarische oder vegane Ernährung, Vermeidung von Flügen und den Wechsel des Stromanbieters.

Wir freuen uns besonders, dass mehrere mittelständische Unternehmen – u. a. die Bitburger Braugruppe, Develey, das Transport- und Logistik-Unternehmen Große-Vehne, der Gemüsering und Ritter Sport – sich bis 2022 klimaneutral stellen werden! Wir kooperieren hier mit dem ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke. Im Rahmen des Projektes ZNU GOES ZERO verpflichten sich schrittweise alle ZNU-Partner, bis 2022 klimaneutral an den Standorten zu wirtschaften.

Viele Unternehmen sind übrigens schon klimaneutral. Auf unseren Aufruf haben sich zum Beispiel die pacoon GmbH, München, die Optima Pharmazeutische GmbH, Hallbergmoos, und die Heinz Ewald GmbH – Bedachungen, aus Hannover gemeldet und berichtet, dass sie schon klimaneutral sind! Viele tolle Beispiele, finden wir!

Warum wollen wir Kinder das?

Die CO2-Uhr tickt: Wenn die Menschheit mit ihrem Treibhausgas-Ausstoß weitermacht wie bisher, ist im Jahr 2031 das Budget aufgebraucht. Dann müsste der komplette Treibhausgas-Ausstoß sofort auf null gehen. Nur so ließe sich die globale Erwärmung noch auf 2°C einschränken. „Es geht hier um die Zukunft von uns Kindern und Jugendlichen. Wir werden die Folgen der Klimakrise ausbaden müssen. Deswegen müssen wir jetzt handeln und die Ambitionslücke von Paris schließen“, erklärt Felix.

Die Klimaschutz-Maßnahmen, auf die sich die Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz in Paris 2015 einigen konnten, reichen nicht aus. Es muss viel mehr getan werden, um das Co2 in der Atmosphäre zu verringern. Deshalb hoffen die Kinder und Jugendlichen von Plant-for-the-Planet jetzt Unternehmen davon zu überzeugen, sich mit freiwilliger Klimaneutralität zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen zu verpflichten. Und: Bäume zu pflanzen, die CO2 binden.

Wichtig ist, dass die neuen Bäume in Ländern des Südens gepflanzt werden, wo das tropische Klima ein schnelles Wachstum garantiert. Für 1000 Milliarden Bäume ist weltweit Platz, das zeigt eine Studie von Prof. Crowther, ETH Zürich. Seit Jahrtausenden funktionieren Bäume als CO2-Speicher, überall auf der Welt. Mehr noch: Aufforstung bringt uns als Menschheit den 17 Zielen zur Nachhaltigen Entwicklung näher (SDGs) näher. Unter anderem trägt sie in Ländern des Südens zum Wohlstand der Menschen bei, indem sie Arbeitsplätze schafft.

Mit zwei Milliarden neuen Bäumen könnte sich Deutschland wieder an die Spitze der Klima-Bewegung setzten. Die Kosten dafür liegen bei weniger als 0,5 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts.

Die Bäume pflanzt Plant-for-the-Planet übrigens auf der Halbinsel Yucatán. Drei Millionen sind es schon und im Schnitt kommt alle 15 Sekunden ein neuer hinzu. Aus der ehemals abgeholzten, degradierten Waldfläche wird nun ein neuer, gesunder Wald, der als CO2-Speicher dient, langfristig Rohstoffe liefert, Arbeitsplätze und ein Zuhause für die Menschen schafft. Kurz: eine positive Kettenreaktion auslöst. Felix Finkbeiner dazu selbstbewusst: „Stop talking. Start planting.“