10.06.2014 - 13:26

Workshop "Gewaltfreie Kommunikation" in Regensburg - Stimmen der Teilnehmenden

Am 25. Mai bot Dunja Müller für die Global Marshall Plan Initiative einen Workshop zu dem Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ nach dem Ansatz von M.B. Rosenberg mit dem Schwerpunkt Sozialer Wandel in Regenburg an.


Dunja Müller, Dipl.BW, ist Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG) und leitet regelmäßig Seminare zur Gewaltfreien Kommunikation. Ihr Workshop orientierte sich an der Idee der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg Ph.D.

Die Workshop-Themen:

·  Wie gehen wir mit schwierigen Gesprächspartnern um - z.B. bei Vorträgen?

·  Wertschätzende Kommunikation - nach dem Ansatz von Dr. M.Rosenberg mit dem Schwerpunkt "Sozialer Wandel"

·  Wie gelingt es uns, unsere Anliegen für einen sozialen/ökologischen Wandel effektiv zu formulieren?

·  Wie schaffen wir es empathisch mit uns selbst und mit anderen zu sein?

 


Der Rote Leitfaden der Gewaltfreien Kommunikation - „Die Klärung des Anliegens“

Der erste Schritt zur gewaltfreien Kommunikation ist der Blick hin zu seiner eigenen Wahrnehmung. Hierzu ist es in erster Linie wichtig objektiv zu betrachten - was ist genau passiert?

An einem konkreten Beispiel aus unserer Gruppe würde es etwa so lauten:

"Wenn ich sehe dass du die Augen verdrehst während ich dir das Umweltprojekt erklären möchte..."

Danach kann und darf jeder seinen persönlichen Gedanken Platz und Raum geben - wie denke ICH über das gerade gesehene? Es ist alles möglich und für einen selbst erlaubt (Dieser Schritt wird nicht in die Kommunikation integriert) -> „enjoy the wolfshow!“, wie Marshall Rosenberg das nennt.

(zur Selbstklärung, also nur in Gedanken:"...so ein Ignorant!")

Im dritten Schritt wird den eigenen Gefühlen gefolgt. Wie geht es mir dabei? Wo spüre ich dieses Gefühl? Gibt es vielleicht noch ein weiteres Gefühl?

"...dann bin ich sauer und frustriert..."

Durch das Gefühl bekommt man einen ersten Eindruck eines möglichen darauf folgenden Bedürfnisses, worauf an dieser Stelle der Fokus gerichtet wird. Was brauche oder wünsche ich mir jetzt in dieser Situation? 

"...ich hätte gerne Offenheit und würde gerne erst einmal meine Themen hier erzählen können..."

Nach diesem Verlauf ist es im Anschluss daran wichtig, sich eine entsprechende Rückmeldung des Gesprächspartner einzuholen z. B. in Form einer „Beziehungs-Pflege-Bitte: Wie geht es Dir damit?“ - oder des äußern eines konkreten Wunsches / einer Bitte: "Es wäre mir wichtig… - Ich wünsche mir von Dir…“oder auch:

"...wie geht's dir damit?"

Durch diese Grundhaltung wird eine durchweg wertschätzende, zielführende und gewaltfreie Kommunikation ermöglicht. Und wie wir schon am Beginn des Seminares als Idee besprachen, ist ein sozialer Wandel – oder wie im Global Marshall Plan formuliert: ein ökologisch-sozialer Wandel – dann am ehesten möglich, wenn die Qualität der Beziehungen im Vordergrund steht: Sich wertschätzend, auf Augenhöhe begegnen, auch wenn's schwierig scheint...

 


Alles in allem hat der Workshop allen sehr gut gefallen und sowohl die Teilnehmenden als auch die Workshop-Leiterin empfanden ihn als bereichernd und intensiv.

Stimmen der Teilnehmenden:

„Manchmal hat man ja bei einem Gespräch einfach das Gefühl, dass es in eine falsche Richtung läuft und man sich völlig unverstanden fühlt. Was ich nun gelernt habe, ist, das genau zu analysieren. Interessant fand ich, erst einmal nur wertfrei zu beobachten, ohne gleich drauflos zu urteilen und dann in sich hineinzuhören, welches Gefühl hervorgerufen wird und welches Bedürfnis dahinter steht. Wenn man dem Gegenüber dann mitteilt, was man beobachtet hat, wie man sich fühlt, welches Bedürfnis man hat und dann auch noch eine Bitte dazu formuliert, habe ich inzwischen schon erfahren, dass viele Gesprächspartner sehr positiv reagieren. An dem Seminar hat mir sehr gut gefallen, dass wir jeden einzelnen Schritt sehr ausführlich geübt haben. Wie sich gezeigt hat, schleicht sich doch die ein oder andere Bewertung oder "Du-Botschaft" in eine Beobachtung ein :-). Und es ist am Anfang gar nicht so leicht, die Gefühle und unerfüllten Bedürfnisse zu erspüren.“


"Vielen Dank für deine Gastfreundschaft, dein Engagement und deine Erläuterungen im gfK-Seminar am Sonntag.
Zu Beginn des Seminars war alles noch so, wie ich es auch von anderen Weiterbildungen kannte. Ein Kreis mit Stühlen, einige neugierig machenden Utensilien in der Mitte mit sympathischer Dekoration, die signalisierte, dass da Hände und Seele  gemeinsam kreativ sind. Und es gab eine sog. Vorstellungsrunde, in der sich die Teilnehmer gegenseitig ein Kurzportrait gaben. Etwas später als sich die Seminarleiterin Dunja dann eine Haarklammer mit Giraffenohren auf den Kopf setzte, entstand bei mir leichter Zweifel, ob ich da „im falschen Film“ bin. Aber die Zweifel lösten sich bald  auf, als Schritt für Schritt die Kernbotschaften und –Merkmale der gewaltfreien Kommunikationsthematik erklärt wurden. Demnach gibt es eine „Wolfsprache“ und eine „Giraffensprache“, also frei übersetzt eine dominierende oder egoistische Interessensorientierung oder eine sanfte, ausgleichende, soziale Sprache. Dass es nicht so sehr darauf ankommt, was man selbst spricht, sondern was der Hörer versteht, hatte ich schon aus anderen Seminaren gehört. Dass sich das Gesprochene und Gehörte annähert, wenn man zunächst ohne Bewertung nur aufmerksam zuhört, war mir als Baustein eines Kommunikationsstils noch nicht so eingehend bewusst, denn alltäglich gibt es oft Gespräche, in denen Bewerten gleichzeitig mit dem Hören einer Nachricht stattfindet. Auch die „Logik“ von GFK in den weiteren Schritten der Kommunikationsvorgänge hat sich im Laufe des Seminars und der Übungen sukzessive eröffnet. Schließlich rundete sich mein Bild so ab, als hätte mir jemand ein neuartiges Klavier mit 99 bunten Tasten erklärt, auf dem ich nur dann gut Spielen lerne, wenn ich viel übe.

Etwas später im Zug sitzend auf meinem Heimweg ergab sich nochmals eine bemerkenswerte Reflexion. Ich sah den Wald, die Landschaft und die Felder, Getreide, Mais und Raps mit einer Fruchtbarkeit, wie sie wohl prinzipiell seit mehreren 1000 Jahren in dieser Region vorhanden ist.
Wie würde, so ging es durch meinen Kopf, eine gewaltfreie Kommunikation der Erde mit den Menschen aussehen?
Würde die Erde sagen, dass sie ein  erdgeschichtlich plötzliches Umgraben ihrer Oberfläche durch den Menschen beobachtet und dass sie dieses Umgraben verletzt? Würde sie ihr Gefühl zum Ausdruck bringen, dass dieser Raubbau keinesfalls für die kommenden 1000 Jahre erträglich ist? Würde sie zutiefst verärgert sein, dass die Menschen inzwischen mehr als 1 000 000 kg Plutonium ausgebrütet haben, wo doch bereits 1 kg fein verteilt ausreicht, um ca. 1000 000 000 Menschen tödlich zu vergiften? Würde die Erde die nachdrückliche Bitte formulieren, dass die Menschen mit dieser Verhaltensweise aufhören?
Ich weiß es nicht, aber ich meine, dass wir Menschen derzeit nicht gewaltfrei mit unserem blauen Planeten umgehen. Das muss sich ändern!"


„Das Seminar wurde in freundlichen Räumen abgehalten und es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre.“


„Auf die Beispiele der Teilnehmer wurde individuell eingegangen sowie anhand dieser der Ablauf einer guten Kommunikation eingeübt.“


„Bei wunderbarem Wetter konnte auch der schöne Garten und die Natur in der Umgebung für die Übungen in der Kleingruppe genutzt werden.“


„Für die Teilnehmer war es ungewohnt eigene Gefühle und Bedürfnisse so deutlich auszusprechen.“


„Zur Selbstklärung war es wichtig zwischen konkreten Beobachtungen sowie eigenen Gedanken und Interpretationen zu unterscheiden.“


„Die Pausen nutzten die Seminarteilnehmer für einen regen Austausch und um Kontakte zu knüpfen.“


„Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Seminarleiterin Dunja für diesen großartigen Tag in Regensburg.“