08.01.2015 - 10:41

"Wir haben es satt"-Demonstration am 17. Januar in Berlin

Fairer Handel statt TTIP und CETA, artgerechte Tierhaltung, Recht auf Nahrung weltweit – da sind nur einige der wichtigen Forderungen des Bündnisses „Wir haben es satt“. Die Vereinigung mit Partnern wie Bund, Campact, Brot für die Welt und 44 weiteren Organisationen ruft zum fünften Mal zur großen Demonstration am 17. Januar in Berlin auf.

 

Seit 2010 geht ein bunter Verbund aus Tierschützern, ökologischen Bauern, Verbraucherschützern und weiteren Gegnern der hochtechnisierten Agrarindustrie auf die Straße. Mit TeilnehmerInnenzahlen von über 20000 ist die Demonstration inzwischen ein wichtiger und etablierter Termin geworden für alle Menschen, die an einer biologisch-ökologischen Agrarwende interessiert sind.

Erstmalig fand als Vorbereitung für die Demonstration vom 2.-5.10.2014 ein Kongress in Berlin-Kreuzberg statt. Auf diesem wurden die Forderungen inhaltlich vorbereitet, die am 17. Januar lautstark an die Politik herangetragen sollen. Zu diesem Zweck diskutierten über 400 TeilnehmerInnen im Rahmen von Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Arbeitsgruppen über die Gegenwart und Zukunft der landwirtschaftlichen Produktion.

 

Worum geht es dem Bündnis?

Die „Wir haben es satt“-Forderungen fordert insgesamt, sich von der konventionellen Agrarproduktion mit Massentierhaltung, Monokulturen und unfairer Preisen für die Bauern abzuwenden und neue, alternative Wege zu gehen. Sie weisen auf die katastrophalen sozialen, tierrechtlichen und klimaschädlichen Folgen hin, die bisher durch die Agrarindustrie verursacht worden. Zum Beispiel sind für 40% der CO2 Emissionen Ernährung und Landwirtschaft verantwortlich. Durch ökologischen und regionalen Anbau lassen sich Transportwege reduzieren und es kann naturschonender produziert werden. Zudem weist das Bündnis auf die groteske Verteilung von Nahrungsmitteln in der Welt hin: einerseits produzieren industrialisierte Länder jedes Jahr Millionen Tonnen an Nahrungsmittelabfällen und andererseits leiden 805 Millionen Menschen weltweit Hunger. Denn die Nahrungsmittelproduktion ist in der Hand des freien Marktes und der produziert nur für diejenigen, die auch in der Lage sind für ihr Essen etwas zu zahlen.

Daher fordert „Wir haben es satt“ Gesunde Lebensmittel in gesunden Mengen zu Preisen, die für alle VerbraucherInnen erschwinglich sind, für alle ProduzentenInnen auskömmlich sind, alle Umweltkosten einbeziehen und die hergestellt wurden  mit den Ressourcen pro Kopf, die jeder Erdenbürgerin heute und in Zukunft  nachhaltig zur Verfügung stehen.

 

Für eine agrarökologische „Revolution“ eintreten, gegen TTIP und CETA

Dieses Jahr stehen auch insbesondere die Freihandelsabkommen TTIP und CETA im kritischen Fokus der Demonstration. Die Befürchtungen sind, dass die Abkommen Lebensmittelstandards weiter senken sowie Gentechnik und Hormon-Fleisch den Weg nach Europa kommen.

Gegen TTIP und CETA und für eine agrarökologische „Revolution“ werden auch dieses Jahr wieder viele Menschen und Trecker auf den Straßen Berlins sein und vor das Kanzleramt ziehen. Denn die Erfolge der letzten Jahre, dass z.B. in Deutschland kein Genmais mehr angebaut werden darf, reichen noch nicht. „Wir haben es satt“ will die Politik deutlich daran erinnern, dass sie mehr fordern und dass sie weiterhin eine starke Opposition gegen den Lobbyismus der Agrarindustrie sein werden.

 

Link zur Homepage der Demonstration

Dokumentation des Kongresses

 

Bilder:

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