17.12.2013 - 15:23

Weltweit einmalig: Eine Windkraftanlage aus Holz

Ein Unternehmen aus Norddeutschland hat durch den Bau von Holztürmen für Windkraftanlagen eine Alternative zu Stahl und Beton mit Zukunftspotenzial entwickelt.

Von außen ist nicht zu erkennen, dass der 100 Meter hohe Turm aus Holz besteht, denn die Außenwände sind von einer weißen Kunststofffolie für den Oberflächenschutz umgeben. Lediglich die Form gibt Hinweise darauf, schließlich ist der „TimberTower“ eckig. Er besteht aus großen Holzplatten, die im Inneren von einer Fachwerk-Konstruktion und zahlreichen achteckigen Zwischenpodesten gehalten werden.

Der Holzturm spart bei einer Turmhöhe von 100 Metern ca. 300 Tonnen Stahlblech. Pro Turm werden 1.000 etwa 30 Meter hohe Fichten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eingesetzt. Die Fichten werden in heimischen Forsten gefällt. Die Zertifikate der Holzlieferanten garantieren, dass der verwendete Baustoff aus einem nachhaltigen Anbau stammt.

Experten schätzen die Baukosten auf ca. fünf Millionen Euro - das ist das Drei- bis Vierfache eines üblichen Windkraftwerkes - in dieser Summe stecken jedoch die gesamten Entwicklungskosten, einmal in Serienfertigung würde der Holzturm  wohl deutlich günstiger. Zudem solle laut Berechnungen der Turm stabiler als die herkömmlichen Windkraftanlagen sein und anstatt 20 Jahre wie bei den Stahlwindkraftanlagen mindestens doppelt so lange halten.

Zusätzlich müsse kein Kapital für die Rückbaukosten zurücklegt werden, hofft Timber Tower, da das Holz sich auch nach bis zu 20 Jahren Betriebszeit eines Windrads noch verkaufen ließe; beim Stahl fallen für dessen Entsorgung sechsstellige Beträge an. Darüber hinaus sind die Holzpreise, im Gegensatz zu den Stahlpreisen, seit Jahren stabil. So sind mehr als 100 Meter hohe Stahltürme wirtschaftlich unrentabel, Holztürme dagegen könnten bis 140 oder sogar 160 Meter hoch gebaut werden.

Bei den Holztürmen genügt eine einfachere und günstigere Transportlogistik durch den Transport von Standardcontainern anstelle von Schwertransportern, da die Bauteile erst am Standort zusammengesetzt werden können. Außerdem können die Holzkonstruktionen eine bessere CO2-Bilanz sowie geringere Geräuschentwicklung im Betrieb vorweisen.

Noch hat das Projekt Pilotprojektcharakter, einige Fragen sind noch offen. So müssen bei den Holztürmen Kräne die Turbine an die Spitze bringen, was eine Herausforderung darstellt. Doch wie bei den Windturbinen selbst, die immer bessere Wirkungsgrade erreichen, gehen auch bei den anderen Komponenten wie Türmen und Rotorblättern die Entwicklungen der Ingenieure weiter und befeuern den Wandel zu 100% Erneuerbaren Energien.

Mehr zum Thema:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/timber-tower-holztuerme-fuer-grosse-windkraftanlagen-a-872484.html#js-article-comments-box-pager

http://www.detail.de/architektur/news/timbertower-ein-windkraftturm-aus-holz-020622.html

http://www.robinwood.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Magazin/2010-4/107-24-25-perspek-holzturm.pdf

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/timbertower109.html

http://www.erneuerbareenergien.de/holzmast-bereit-fuer-hochzeit/150/469/57399/

http://www.erneuerbareenergien.de/auf-gutem-holzweg/150/469/59425/

Bildquellen:

http://momentum-magazin.de/de/windrader-auf-holzturmen/

http://www.detail.de/architektur/news/timbertower-ein-windkraftturm-aus-holz-020622.html