01.12.2014 - 09:47

Weltbevölkerungsbericht 2014: So viele junge Menschen auf der Welt wie nie zu vor

Jeder vierte Mensch, also 1,8 Milliarden Menschen, auf der Welt ist zwischen zehn und 24 Jahre alt, meldet der diesjährige Weltbevölkerungsbericht. Das sind so viele junge Menschen wie nie zuvor. Da diese Zahl nach Prognosen der Vereinten Nation weiterhin wachsen wird, sollten die Potentiale dieser jungen Menschen in Zukunft besser gefördert werden, um ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

 

Der Weltbevölkerungsbericht wird einmal jährlich von der Stiftung Weltbevölkerung publiziert. Die Stiftung ist eine international tätige Entwicklungsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat allen Menschen den Zugang zu Aufklärung und freiwilliger Familienplanung zu ermöglichen. Der Bericht dieses Jahr legt seinen Schwerpunkt auf die Lebenssituation junger Menschen.

Rund neun von zehn Menschen im Alter zwischen zehn und 24 Jahren leben in den weniger entwickelten Ländern. Der Alltag von den meisten dieser jungen Menschen ist hart: Rund 515 Millionen 15- bis 24-Jährige müssen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag leben, eine anständige Schulausbildung bleibt für viele nur ein Traum. Vor allem Mädchen und junge Frauen leiden oft unter massiven Menschenrechtsverletzungen, allein 39.000 Mädchen unter 18 Jahren werden jeden Tag verheiratet. Einen Zugang zu Bildung, Erwerbsarbeit und zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung bleibt vielen von ihnen verwehrt.  

Veränderungen bei diesen massiven Missständen können laut Stiftung nur erreicht werden, wenn die Kinder und Jugendlichen selbst eine Stimme im politischen Prozess bekommen. Denn „Investitionen in die menschliche Leistungsfähigkeit sind für die nachhaltige Entwicklung eines Landes unabdingbar und müssen bei der Jugend ansetzen.“, so der Bericht.

Gerade Bildung spielt hier eine wichtige Rolle, denn nur gut ausgebildete Jugendliche können daran mitarbeiten, dass Länder sich wirtschaftlich weiter entwickeln. Auch die Stärkung des Rechts auf eine selbstbestimmte und kontrollierte Familienplanung gibt  gerade jungen Frauen und Mädchen vermehrt die Chance am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Wenn durch eine bessere Gesundheitsversorgung und Aufklärung die Geburts- und Sterberaten sinken, sinkt auch der Anteil Menschen im nicht erwerbsfähigen Alter, die versorgt werden müssen. Entsprechend steigt der Anteil der Erwerbsbevölkerung, was eine einmalige Chance für wirtschaftliches Wachstum bietet.

Nach Willen der Stiftung sollen vor allem die Bedürfnisse und Rechte von jungen Menschen nächstes Jahr zum globalen Ziel gemacht werden: dann folgt die globale Agenda für nachhaltige Entwicklung (Post-2015-Agenda) den Millenniums-Entwicklungszielen. Bereits vor zwanzig Jahren hat die internationale Staatengemeinschaft auf der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo anerkannt, dass junge Menschen für die weltweite Entwicklung von besonderer Bedeutung sind. Im Jahr 2015 kann ein neuer Anlauf unternommen werden, um diese Erkenntnis auch in die Realität umzusetzen.   


Link zum Weltbevölkerungsbericht


Quelle Teaser Bild


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