10.07.2013 - 10:25

Symposium ermutigt zu ethischem Durchgreifen

Ein Bericht der Lokalgruppe Schweinfurt

Oberbürgermeister Remelé begrüßte die rund 200 Besucher, die am 12.11.2011 in die Hochschule für angewandte Wissenschaften gekommen sind, um das ganztägige Symposium „Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit“ zu besuchen. Die Schweinfurter Lokalgruppe des Ökosozialen Forums e.V. (ÖSF), eine Unterstützergruppe der Global Marshall Plan Initiative, veranstaltete dieses Symposium zusammen mit der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen. Thematisch fokussiert wurden dabei die aktuelle Bankenkrise, die Armut, den Klimawandel, und wie wir diese globalen Probleme in den Griff bekommen wollen.

Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher hielt den Einführungsvortrag zum Thema Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit und begeisterte seine Zuhörer mit der Beantwortung der Frage: „Markt und Nachhaltigkeit – geht das zusammen?“ Prof. Radermacher ist ein anerkannter Experte zu Fragen der Globalisierung und berät u.a. die Bundesregierung. Er verstand es meisterlich die komplexen Zusammenhänge der Weltwirtschaft, des Klimas, und der sozialen Frage anschaulich und mit viel Witz und Humor darzustellen.

Radermacher ist überzeugt von der Innovationskraft der Märkte, aber nur in regulierter Form. Weltweit verbindliche Spielregeln müssen dafür sorgen, dass sich die Wirtschaft nach ethischen Werten orientiert. „Nachhaltiges und auf Gemeinwohl ausgerichtetes Verhalten muss belohnt werden, und egoistisches, nur auf den Einzelprofit ausgerichtetes Verhalten muss bestraft werden“, fordert Radermacher.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Welche Vision haben wir als zukünftige Fach- und Führungskräfte in einer globalisierten Welt?“ diskutierte eine hochkarätige Runde von Wirtschaftsführern die Frage, ob eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft ausreicht, oder ob wir mehr Staat brauchen, der unethisches Verhalten sanktioniert. Dr. Peter Grassmann, der Vorsitzender des Ökosozialen Forums schlägt vor, dass Kammern und Verbände branchenspezifische Leitlinien des ethischen Verhaltens formulieren sollten, gemeinsam mit Wissenschaftlern und Mitgliedern der Zivilgesellschaft.

Letztlich kamen die Diskussionsteilnehmer überein, dass es in den Verbänden mutige Vorreiter geben muss, die auch notfalls Unternehmer bei Verfehlungen die Mitgliedschaft aufkündigen müssen. Der ehrbare Kaufmann ist wieder in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handelns zu stellen, der persönliche Verantwortung übernimmt. Ein regulierender Ordnungsrahmen ist hierfür notwendig.

Anschließend konnten die von Vorträgen und Dikussion eingestimmten Teilnehmer aus zehn thematisch unterschiedlichen Workshops auswählen, reichend vom Thema Energieeffizienz und Energiesparen, über Ernährung im Zeichen der Globalisierung, bis hin zum Nachhaltigen Wirtschaften am Beispiel der Abtei Münsterschwarzach.

Begeistert von der sichtbar positiven Resonanz durch hohe Teilnehmerzahlen, sowie der aktiven Beteiligung und Interessam an den Themen Nachhaltigkeit und Ökosziale Marktwirtschaft, blickt das Organisationsteam auf einen erfolgreichen ersten Hochschultag in Schweinfurt zurück.

*** Die Hochschultage sind organisationsübergreifendes Projekt der Global Marshall Plan Initiative und fünf Partnern. Global Marshall Plan Gruppen, die einen solchen Hochschultag organisieren wollen oder interessiert sind, können sich gerne unter hochschultage@globalmarshallplan.org melden. Für das jahr 2012 sind bereits weitere Hochschultage innerhalb der Initiative in Planung. ***
 

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