11.07.2014 - 15:52

Supermärkte ohne Plastikverpackungen – Unvorstellbar?

Einkaufen ohne unnötigen Müll zu produzieren - das wünschen sich viele Verbraucher. Nun hat in Kiel der erste Laden in Deutschland eröffnet in dem dies möglich ist, in Berlin wurde eine Crowdfundingkampagne für die Gründung eines ähnlichen Ladens erfolgreich beendet!

 

In Kiel eröffnete Mitte dieses Jahres der erste Einkaufsladen deutschlandweit, der bewusst auf Verpackungsmaterial aus Plastik verzichtet. „unverpackt – nachhaltig, lose, gut.“ So nennt sich der Laden, der seine Ware den Kunden unverpackt anbietet und somit die Müllerzeugung, insbesondere den Plastikmüll, drastisch senkt.

 „Einmal zum Abfüllen bitte.“ Jeder Kunde bringt seine Verpackungsutensilien selbst mit: Bewaffnet mit Stofftaschen, Dosen und Flaschen aus dem eigenen Haushalt, die mehrfach verwendet werden und nicht wie üblich zu Hause sofort im Abfall landen, nimmt sich jeder so viel mit, wie er braucht.

„Lieber ein bisschen sparsamer, besser zweimal gehen, als bei einem Mal zu viel mitnehmen. Lebensmittelverschwendung vermeiden.“, so lautet ein Grundsatz der Chefin und Inhaberin Marie Delaperrière.

Hier bietet sich dem Kunden ein ungewohnter Anblick: Anmutig stehen in den Holzregalen hohe Glasbehältnisse, die es einem erlauben, sich das Produkt genauer anzuschauen. Die gläsernen Lebensmittelspender sind unter anderem gefüllt mit Müsli, Reis, Trockenobst und Süßigkeiten. Da bekommt man richtig Lust zu probieren! Spirituosen, Wein und Öl sowie Spül- und Waschmittel werden in Kanistern angeboten und man kann sich unter Anleitung der Angestellten die gewünschte Menge selbst abfüllen.

 

„Wir haben im Sortiment fast den gesamten Alltagsbedarf - außer Molkerei-, Fleisch-, Fisch- und Hygieneartikel.“, denn bei diesen Artikeln wäre es aus hygienischen Gründen kaum umsetzbar, sie zum Selbstabfüllen anzubieten, so Delaperrière.

Es sei sehr schwierig Lieferanten zu finden, die ihre Produkte lose an den Einzelhandel verkaufen. Oftmals möchten sie nicht auf ein Markenzeichen verzichten, unter dem ihre Produkte vertrieben werden. Aus diesen und weiteren Gründen lässt sich Delaperrière von biologischen Erzeugern beliefern, das sei deutlich einfacher.

Transportwege stellen für „unverpackt“ auch ein wichtiges Thema dar, schließlich spielen diese ebenfalls eine große Rolle für die Ökobilanz. Vorzugsweise wird der Laden daher von norddeutschen Händlern versorgt - bei nicht heimischen Produkten achtet man auf möglichst kurze Wege. Der Einkaufsladen „unverpackt – nachhaltig, lose, gut.“ in Kiel unter der Führung von Marie Delaperrière geht mit diesem Geschäftsmodell in Deutschland einen wichtigen ersten Schritt.


Auch in Berlin wird in Kürze ein Laden eröffnen, „Original unverpackt“, dessen Gründerinnen Milena Glimbovski und Sara Wolf, das gleiche Ziel verfolgen: Verpackungen vermeiden, Abfall reduzieren! Die neue Einkaufsmöglichkeit in Berlin für bewusste Verbraucher kann durch ein erfolgreich abgeschlossenes Crowdfunding Projekt Ende Juli dieses Jahres eröffnen. Mit erfreulichen Ergebnissen für die überraschten Intiatorinnen ist das Crowdfunding Ende letzten Monats mit mehr als 100.000 Euro beendet worden und ermöglichte somit die Finanzierung des Projektes.

Glimbovski schreibt in einer Danksagung auf der gelungenen Homepage von „Original unverpackt“ an alle Unterstützer/Innen:

„Es wird die erste Filiale in Berlin geben und sie wird diesen Sommer eröffnen. Trotzdem ist das erst der Anfang vom Ende des Verpackungswahns. Der erste Laden ist gesichert, aber der zweite Laden wird folgen und auch dieser und der nächste und übernächste will finanziert werden. Kleine Ideen verändern die Welt, aber nur wenn man sie auch wachsen lässt.“

Für eine Zukunft, die unsere Ökosysteme schützt und um unseren Folgegenerationen das Leben auf einer gesunden Erde zu ermöglichen, ist es für die Menschheit unumgänglich verantwortungsloses Verhalten abzulegen. Wir müssen ein Verantwortungsbewusstsein unserer Umwelt gegenüber entwickeln und an andere Menschen weitergeben. Die Zukunft liegt in unseren Händen. Es ist unsere Aufgabe in der Gegenwart damit zu beginnen eine nachhaltige und fruchtbare Zukunft zu schaffen. Mit diesen ersten beiden Läden wird ein deutliches Zeichen gesetzt, die richtigen Ansätze wurden geschaffen. Der Erfolg der Crowdfunding Kampagne und die vielen Facebook Fans zeigen, dass der Nachhaltigkeitsgedanke in der Bevölkerung Anklang findet.


Quellen:

http://www.deutschlandfunk.de/lebensmittel-verzicht-auf-kunststoffverpackungen-moeglich.697.de.html?dram%3Aarticle_id=289472

http://www.unverpackt-kiel.de/sortiment/

http://original-unverpackt.de/

Bildquellen:

http://www.unverpackt-kiel.de/

https://www.flickr.com/photos/kuechenlatein/14147620282/in/photolist-ngWi2j-nybfBC-ngWbyP-nwo2nJ-nwo2aQ-nyrFQW-nAcBVB-nyrEYW-ny8S9p-nybfj3-ngWhbu-ny8Q5p-ngWa7v-nyqS94-nyrDGN-nybbCW-nwnZHb-ny8P8p-nybcxb-nyqUW8-ix9yf8-nDgCAS-ngWeEj-ngWfp3-nyh6dq-nyj8cv-o2rPXU-cKjhVh-grsFd-nRs3qG-mQAmi-8nvHLK-6jmspj-rQkA-rQks-qvmu2-63S6BR-4gcQzS-5yoihG-ttLo1/lightbox/

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