03.06.2014 - 13:19

Straßen die Strom erzeugen - ein Modell der Zukunft?

Ein amerikanisches Startup entwickelt Straßen, Gehwege und Parkplätze aus befahrbaren Solarmodulen. Was zunächst wie eine Spinnerei klingt könnte bald wahr werden. Eine Crowdfunding Kampagne konnte bereits über $ 1.000.000  Kapital einsammeln.


Der Klimawandel schreitet voran, vermehrt wird versucht Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu finden. Warum sollten wir also Straßen mit Asphalt bauen, für dessen Produktion Erdöl verwendet wird. Diese Frage stellte sich auch die US-Amerikanerin Julie Brusaw vor einigen Jahren. Seitdem hat sich das Ehepaar Brusaw mit diesem Thema beschäftigt und sind auf die Idee gekommen Highways, Landstraßen und Parkplätze aus befahrbaren Solarmodulen zu bauen.

Diese Module setzen sich aus drei Teilen zusammen. Zuunterst befinden sich die Leitungen. Die Basis soll den Strom zu Häusern und Ladestationen für Elektroautos transportieren. Die mittlere Schicht enthält die Technik zur Kommunikation und Steuerung von LED-Leuchten. Diese Leuchten zur Parkplatz- und Fahrbahnmarkierung werden in der obersten Schicht, zusammen mit Solarmodulen und Heizelementen zur Beseitigung von Schnee und Eis, unter extrem hartem Glas angebracht. An den Seiten befinden sich außerdem Kanäle, in denen abfließendes Wasser gesammelt und gefiltert werden kann.

In den USA wurde bereits ein Parkhaus-Dach in der Stadt Sandpoint mit den Solarmodulen ausgestattet. Das Parkhaus dient als Prototyp und kann tatsächlich alles, was sich die Entwickler vorgestellt hatten. Um das Model zusammen mit weiteren Ingenieuren weiterzuentwickeln und zur Produktionsreife zu bringen, haben die Brusaws im April diesen Jahres eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Ziel war es, insgesamt eine Millionen Dollar einzusammeln. Zunächst verlief die Kampagne schleppend. Erst durch ein unterhaltsames Video, das vor allem über soziale Netzwerke rasant verbreitet wurde, konnte die Öffentlichkeit erreicht werden. Binnen weniger Tage war die Zielsumme gesammelt und das Projekt vollständig finanziert.

Aber auch Skeptiker melden sich mit stichhaltigen Argumenten zu Wort. Warum sollten Straßen mit Solarmodulen ausgestattet werden, wenn noch nicht einmal annähernd  die zur Verfügung stehenden Dachflächen genutzt werden, um mit Sonnenlicht Energie zu produzieren? Dafür spricht nicht nur, dass Dachflächen deutlich besser geeignet sind, da das Sonnenlicht ungehindert auf sie treffen kann und sie an den Einstrahlungswinkel angepasst werden können sondern auch, dass die Installation von Dachmodulen weit günstiger ist.

Bereits heutzutage sind viele unserer Straßen in schlechtem Zustand und umfassende Sanierungsmaßnahmen sind dringlich notwendig. Doch dafür ist häufig nicht genügend Geld da. Wenn wir es nicht mal schaffen diese Low-Tech Straßen in Stand zu halten, woher soll dann genügend Geld für die Installation und Instandhaltung für das High-Tech Solar Roadway Projekt kommen?

Die Kritik ist nicht unberechtigt, denn wirtschaftliche Daten wie zum Beispiel die Produktionskosten der Solar Roadway Module und die produzierbare Energiemenge, sind tatsächlich nach wie vor nicht bekannt. Ende Juli sollen hierzu erste Zahlen veröffentlicht werden.

Insgesamt bleibt das Projekt Solar Roadways eine visionäre Idee, die viele Menschen für die Möglichkeiten der Energiezukunft begeistern kann. Das kann man allein an dem riesigen Erfolg des Videos und der Crowdfunding Kampagne sehen. Selbst wenn  die Solar Roadways nie umgesetzt werden: Projekte wie diese inspirieren und zeigen, dass es neue, oft überraschende Ideen sind, die die Zukunft prägen werden.

 

Autorin: Anna Miriam Leiberich


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Quellen:

http://green.wiwo.de/strassen-aus-solarmodulen-crowdfunding-bringt-projekt-mehr-als-eine-million-dollar/

http://green.wiwo.de/mobilitat-strasen-aus-solarmodulen/

http://www.solarroadways.com/

http://www.equities.com/editors-desk/stocks/technology/why-the-solar-roadways-project-on-indiegogo-is-actually-really-silly

Fotos:

http://www.solarroadways.com/hirespics.html