04.04.2013 - 14:00

Zypern: Rettung oder Bankrott der Banken?

Prof. Dr. Lorenz JARASS lehrt an der Hochschule RheinMain und ist Autor von 14 Büchern und über 100 Aufsätzen in Fachzeitschriften im In- und Ausland. Neben dem Halten von zahlreichen Vorträgen bei nationalen und internationalen Fachkonferenzen, berät er u.a. die Europäische Kommission, das Europäische Parlament sowie den Deutschen Bundestag. Auf www.jarass.com können Sie Einsicht in seine Arbeit, sein Leben und seine aktuellen Publikationen nehmen, in denen er sich mit großer Leidenschaft vor allem den Themen Energie und Steuern widmet.

Im April-Newsletter der Initiative möchten wir Sie auf zwei Fernsehbeiträge hinweisen, in welchen Herr Prof. Jarass seine Standpunkte zur aktuellen Krise in Zypern vertritt und kritisch dazu Stellung nimmt.

In der Sendung „PlusMinus“ vom 20.3.2013 auf ARD erschien der Beitrag „Die Dauer-Profiteure der Euro-Rettung“, welcher gewitzt, anschaulich und gekonnt die widersprüchlichen Facetten der Eurokrise im Inselstaat beleuchtet, zwischen politischen Versprechen und wahrhaftigen Tatbeständen.

Obwohl Zypern nur 0,2% zur Europäischen Wirtschaftsleistung beitrage, sei es trotzdem systemrelevant und daher rettungswürdig. Prof. Jarass weist darauf hin, dass es die deutschen Steuerzahler als auch die kleinen zyprischen Sparer seien, die nun Geld zur Verfügung stellen sollen, damit große Kapitalanleger ihre Anleihen ohne Abzug verzinst und getilgt bekommen. Auch wenn es auf der politischen Schaubühne hieße, die Verantwortlichen müssen nun zur Rechenschaft gezogen werden, kommen Rettungspakete im Endeffekt genau wieder den Banken und Kapitalanlegern zugute. Schon im Fall Griechenland haben die vielen Milliarden Euro die unter den Sparmaßnahmen leidenden Griechen kaum erreicht.

Die Alternative: Man lässt die bestehenden Banken bankrottgehen und erhält die für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs erforderlichen Teile, welche vom Staat übernommen und weitergeführt werden. Für die Dauerprofiteure der Eurorettung wäre die Vorstellung zu Ende, wenn sich die EU nur an ihre eigenen Regeln für die Bankenunion halten würde, nach denen für die Bankenrettung zuerst Aktionäre, dann Gläubiger und nur im Notfall die Steuerzahler selbst aufkommen müssen.


In der „Ist Zypern nur der Anfang? Sorge um die Sparkonten“ betitelten PHÖNIX-Runde vom 21.03.2013 debattieren die haushaltspolitischen Sprecher von SPD und CDU, eine Journalistin vom Handelsblatt und Prof Jarass zur Rettung Zyperns, geopolitische Umstände und mögliche Auswirkungen und Fahrpläne.

(Quelle: jarass.com; Videos: www.youtube.com; Bilder: br.de, blog.milkthesun.com)