05.09.2012 - 12:15

Weltweite Sorge vor einer Nahrungsmittelkrise

Die enormen Ernteausfälle in den USA erregen weltweit Besorgnis und viele befürchten nun die Entstehung einer weltweiten Lebensmittelkrise.

Neben den USA sind auch Indien und Russland von schlechten Ernten betroffen. Durch die Dürre sind vielerorts ganze Felder vertrocknet und die Ernteausfälle lassen die Futterpreise und den Weltmarkpreis von Getreide drastisch ansteigen. Der Deutsche Bauernverband hat bereits angekündigt, die Kosten an den Verbraucher weiterzugeben, um die erhöhten Erzeugungskosten für Fleisch und Milch zu decken (hier mehr).


Besonders groß ist die Angst, dass Lebensmittelkrisen in den Entwicklungsländern neben Hungersnöten zu einer Destabilisierung der politischen Situation führen könnten. Einige fürchten gar eine neue Welle von Konflikten und sozialen Unruhen (hier mehr).

In Anbetracht dieser dramatischen Konsequenzen stellt sich die Frage, wie sich die aktuelle Notsituation erklären lässt. In der Suche nach den "Schuldigen" zeigt sich schnell, dass die Ursachen vielmehr als ein komplexes und vielschichtiges Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu begreifen sind.
Mitunter verantwortlich gemacht wird die Hochleistungs-Landwirtschaft, die in Trockenzeiten versagt. In der heutigen Zeit bauen zahlreiche Bauern Mais- und Getreidesorten an, die zwar hohe Erträge versprechen, im Gegenzug jedoch über eine geringe Widerstandskraft verfügen. Und genau diese ertragsorientierte Entscheidung wird vielen Landwirten jetzt zum Verhängnis (hier mehr).
Die anhaltende Dürre wiederum wird von vielen als Folge des Klimawandels gesehen, wenngleich dies in den USA sehr umstritten bleibt.
Im Zuge der Getreideknappheit entfachte auch eine Debatte zur Verwendung von großen Teilen der Ernte in der Biosprit-Produktion. Weltweit wächst die Kritik an der US-Förderpolitik für Biosprit und die Welternährungsorganisation fordert sogar einen Produktions-Stopp (hier mehr). Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) verurteilt jedoch den Generallangriff auf die Bioenergie. BEE-Präsident Schütz betont: „Die Bioenergie taugt nicht als Sündenbock für eine verfehlte Agrarpolitik“ (hier mehr).
Neben der Herstellung von Biosprit mehren sich Stimmen, die den steigenden Fleischkonsum als zentralen Faktor für den Anstieg von Rohstoffkosten identifizieren (hier mehr). Auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln gerät zunehmend in die Kritik (hier mehr).
Es bleibt abzuwarten, wie effektiv der drohenden weltweiten Nahrungsmittelkrise entgegengewirkt werden kann – und mit aller Voraussicht wird es die Ärmsten am härtesten treffen.

Lesen Sie hier das vollständige Dossier zum Thema "Lebensmittelkrise" mit vielen weiterführenden Links zu interessanten Berichten.

(Quellen: umweltdialog.de, deutsch-tuerkische-nachrichten.de, financialtimesdeutschland.de, tagesschau.de, welt.de, zeit.de; Bilder: umweltdialog.de, tagesschau.de)