07.08.2013 - 14:00

Was es mit dem 0,7 Prozent-Ziel auf sich hat?

Das Erreichen der 0,7 Prozent an Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (kurz: ODA) gehört zu einem der fünf Kernziele der Global Marshall Plan Initiative. Das Ziel bezieht sich auf die Verpflichtungserklärung der Industrienationen, mindestens 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) den ärmsten Ländern der Welt als offizielle Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen.

Die g07 sind eine Gruppe von Staaten, die das 0,7 Prozent-Ziel bereits erreicht haben oder auf dem besten Weg sind: Norwegen, Schweden, Luxemburg und Dänemark, die das Ziel alle erfüllt oder überschritten haben, und das Vereinigte Königreich, das fest plant, ab 2013 0,7 Prozent des BNE für die offizielle Entwicklungshilfe auszugeben. Großbritannien wird damit das erste Land der G20 sein.

Das 0,7 Prozent-Ziel wurde 1970 von der UN Generalversammlung beschlossen. Industrialisierte Länder verpflichteten sich damals dazu, die offizielle Entwicklungshilfe für Entwicklungsländer schrittweise zu erhöhen. Sie versprachen ihr Bestes zu geben, um einen Mindestnettobetrag von 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes bis zur Hälfte des Jahrzehnts zu erreichen.

Seitdem wurde das Ziel wiederholt von allerhöchster Stelle bei Konferenzen für internationale Hilfe und Entwicklung bestätigt und dient als Bezug für politisches Engagement um die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) zu erweitern, nicht zuletzt von der Europäischen Union:
Im März 2002 drängte der Monterrey Consensus für Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit darauf, dass entwickelte Länder konkrete Bemühungen anstreben sollen, um das Ziel von 0,7 Prozent zu erreichen. Der Monterrey Consensus wurde mit Beifall von teilnehmenden Ländern und Organisationen angenommen. Anwesend waren über 50 Staatschefs und 200 hundert Finanz-, Außen-, Entwicklungs- und Wirtschaftsminister.

Im Mai 2005 waren die EU-Mitgliedstaaten die Ersten, die das 0,7 Prozent Ziel bis 2015 verpflichtend annahmen. Neue Mitgliedstaaten nahmen unter der Voraussetzung einer niedrigeren Zielsetzung von 0,33 Prozent teil.

Heute, fast 42 Jahre nachdem zum ersten Mal die Zustimmung für das 0,7 Prozent -Ziel gegeben wurde, ist die Entwicklungsfinanzierung immer noch eine große Herausforderung. Mehr als eine Milliarde Menschen leben immer noch in extremer Armut. Während Entwicklungsländer die vorrangige Verantwortung für ihre eigene Entwicklung haben, müssen entwickelte Länder ihren Verpflichtungen nachkommen, sie bei diesen Bemühungen zu unterstützen.

*** Deshalb ist es immer noch entscheidend, das Bewusstsein für dieses Ziel zu stärken! Wir sorgen dafür, dass die Menschen von der Existenz des Zieles wissen und müssen unsere Enttäuschung bezüglich der Untätigkeit der Politik zum Ausdruck bringen. ***

(Quelle: www.g07.org)