28.11.2012 - 13:15

Wanderzirkus der Klimakonferenzen?

Am Montag hat die Veranstaltung in Doha in Katar begonnen. 14 Tage lang diskutieren viele tausend Menschen aus 190 Ländern über den Treibhauseffekt. Seit 1992 findet jährlich eine Welt Klima-Konferenz statt, dieses Mal unter dem Motto "Sieben Milliarden - eine Herausforderung". Im Mittelpunkt stehen diesmal vor allem die Verhandlungen über die Zukunft des Kyoto-Protokolls. Das Protokoll, das 1997 zwischen 37 Industrienationen und der Europäischen Gemeinschaft vereinbart wurde um die gemeinsame Emission von Treibhausgasen zu reduzieren ist die einzige rechtlich bindende internationale Vereinbarung zum Klima, die existiert. Die erst Phase des Protokolls läuft nun Ende dieses Jahres aus.

Wieder einmal treffen sich nun die Regierungen dieser Welt, jede mit ihren eigenen Vorstellungen, und versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Wieder einmal ist zu befürchten, dass sich bei jeder Konkretisierung irgendjemand benachteiligt fühlt und sich querstellen wird. Die Chinesen wollen sich nichts von der internationalen Gemeinschaft vorschreiben lassen und ihre eigene Klimapolitik vollziehen, die Amerikaner wollen nicht, weil die Chinesen nicht wollen und man so ja Wettbewerbsnachteile hätte, die Europäer sind der Meinung, es reicht aus, einfach die schmutzigen Industrien ins außereuropäische Ausland zu verlagern und sich über die lokal gesenkten Emissionen zu freuen. Alles weitere würde ja der Wirtschaft schaden und die braucht gerade mehr Aufmerksamkeit.

Das Ziel der zwei-Grad-Grenze, das sich die Politik selbst gesetzt hatte, ist fast schon in Vergessenheit geraten. Das Themenfeld ist inzwischen gut erforscht, die Warnungen sind schon lange ausgesprochen, der Weg, der zu gehen ist, liegt klar vor uns. Trotzdem sind die Erwartungen an die Ergebnisse der Konferenz gering. Es bleibt zu hoffen, dass Warnungen, die nun auch aus der Richtung von wirtschaftlich arbeitenden Institutionen, wie der Weltbank, kommen, die den Regierungen zeigen, dass es sich nicht einmal wirtschaftlich rechnet, die Klimaprobleme zu ignorieren.

Eine Übersicht an Vorabinformationen findet man beispielsweise auf der Themenseite der Deutschen Welle, aber auch bei vielen anderen Medien.

(Quellen: sonnenseite.com, dw.de; Bild: dw.de)