03.04.2013 - 09:45

UNDP Human Development Report 2013 veröffentlicht


Unser globales System unterliegt dem Wandel. Der Human Development Report 2013 zeigt auf, wie drastisch das rasante Wachstum der Entwicklungsländer zu Veränderungen der dortigen Lebensbedingungen führt. Millionen von Menschen werden in bislang ungekanntem Ausmaß aus der Armut befördert. Währenddessen erlebt die industrialisierte Welt einen wirtschaftlichen Abschwung und eine Reihe von Krisen, was die Regierungen und Gesellschaften „im Norden“ unter Druck setzt. Bei Weitem gravierender als die industrielle Revolution, hebt Hauptautor Khalid Malik hervor, dass die aktuelle globale Neuausrichtung Milliarden von Menschen betrifft. Der Human Development Report wird jährlich vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) veröffentlicht. Er bietet eine Alternative zu herkömmlichen Erfassungsmethoden des Fortschritts von Staaten mit dem Fokus auf die menschliche Entwicklung, gemessen an den Indikatoren Gesundheit, Bildung und Einkommen.

 

 

 

 

 

 

 


Neben China, Indien und Brasilien haben mehr als 40 Entwicklungsländer größere Sprünge in der menschlichen Entwicklung zurückgelegt als ursprünglich erwartet. Die Einbringung in die Weltwirtschaft durch intelligente nationale Strategien und die gleichzeitige Umsetzung sozialer Programme sind ein Hauptgrund für die hohen Wachstumsraten. Im Gegensatz zu der Situation in der entwickelten Welt, wo die Ausgaben für soziale Maßnahmen gekürzt werden, setzen viele „Staaten des Südens“ den Schwerpunkt auf die Verbesserung ihrer Bildungseinrichtungen und Gesundheitsversorgung. Der exponentielle Anstieg der Internet-Nutzung und der Zugang zu Technologien wie dem Smartphone habeneinen fundamentalen Umbruch in der Vernetzung bezweckt, ein weiterer Hauptfaktor für das rasante Wachstum im Süden. Zusammen mit den steigenden Einkommen, haben diese Entwicklungen zu einer besser ausgebildeten und gesünderen Bevölkerung geführt, die konkrete soziale und politische Erwartungen hat. Dies führt zu einer Verschiebung des Verhältnisses zwischen Staat und Bürgern.

Außerdem hat der Süd-Süd-Handel mit erfolgreichen Partnerschaften den Umfang des Handels zwischen den entwickelten Ländern inzwischen übertroffen. Vor allem China mit seinem Einfluss in Subsahara-Afrika und Indien als wichtiger Anbieter von Investitionsgütern spielen hier eine entscheidende Rolle. Des Weiteren hat die Migration zwischen Entwicklungsländern die Nettozuwanderung von Süden nach Norden überschritten. Zu guter Letzt bezeichnet der Bericht die Bildung von Frauen als einen Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wachstum. Trotz der beachtlichen Fortschritte, leben noch immer geschätzte 1,57 Milliarden Menschen in mehrdimensionaler Armut.

 

 

 

 

 

 



Auch wenn die am wenigsten entwickelten Länder der Welt in dieser Revolution noch zurückliegen, ist die Botschaft eindeutig: Die "Stimmen des Süden" müssen ernst genommen und entsprechend ihrer globalen Relevanz in internationale Organisationen und Institutionen integriert werden. Wie die Geschichte gezeigt hat, so stellt der Bericht fest, sind ein proaktiver Entwicklungsstaat, die Erschließung globaler Märkte sowie eine entschiedene Inklusion der Sozialpolitik die wichtigsten Treiber für positive Veränderungen für Entwicklungsländer.

Wenn Sie sich gerne ausführlicher mit den aktuellen globalen menschlichen Entwicklungen befassen möchten, so empfehlen wir den Human Development Report 2013 (Englisch) zu lesen. Wenn Sie es prägnanter bevorzugen, so verweisen wir auf die Zusammenfassung des Berichts (Englisch), welcher aufschlussreiche Informationen, Statistiken und Beispiele liefert.

(Quelle: un.org; Bild: unmultimedia.org)