06.11.2013 - 15:00

Tüten um Tüten um Tüten

Die übermäßige Verwendung von Plastiktüten fördert Müllproduktion und Rohstoffverschwendung. Dabei zeigen Länder wie Irland, dass es anders geht. Nun reagiert auch die EU auf das Problem.

Kann es wirklich sein, dass Sie jedes Jahr 71 Plastiktüten benötigen, um ein paar Tomaten und Brötchen vom Reich des Warenangebots in Ihr eigenes zu verfrachten? Jedenfalls scheint dies auf den Durchschnittsdeutschen zuzutreffen. Das ist gar nicht so viel? Die Bundesrepublik „trägt“ mit 10.000 ppm (Plastiküten pro Minute) zu dem unvorstellbar großen Müllberg von 3,5 Millionen Tonnen Müll bei, den die Weltbevölkerung täglich anhäuft.

Wenn dieser Berg dann, so gut es eben geht, in ein Erdloch geschaufelt wird, begraben die Müllfahrzeuge allerdings auch wertvolle Ressourcen, welche wir nicht so unbehelligt aus den Augen verlieren sollten. Diese Ressourcen können aus dem im Herstellungsprozess aufgewendetem Erdöl oder der dafür benötigten Energie bestehen. Auch die fehlende Anpassung an Recycling-Verfahren führt zur systematischen Verschwendung riesigen Energiepotenzials.
Eine sehr viel unentbehrlichere Ressource ist jedoch unsere Umwelt, in der die produzierten und weggeworfenen Plastiktüten ganze Nahrungsketten beeinträchtigen und ihnen nachhaltig gesundheitliche Schäden zufügen. Macht man sich bewusst, in welch komplexer Abhängigkeit sich der Mensch zu seiner Umwelt befindet, wird das Risiko sichtbar, das von Plastiktüten ausgeht. Ein Beispiel: Sie brauchen ca. 100 bis 500 Jahre, um zersetzt zu werden und verteilen sich bis dahin als winzige Partikel in (menschlichen) Organismen oder vereinen sich zu gigantischen Plastikinseln auf den Weltmeeren. Die erzeugten Wechselwirkungen sind dabei mehr als ungewiss.

Es tut sich was in der EU

Endlich tritt die EU-Kommission auf den Plan und will es EU-Mitgliedsstaaten nicht nur erlauben, Verbote für dünnwandige Einweg-Plastiktüten auszusprechen, sondern möchte diese auch zu Alternativmaßnahmen wie eine Tüten-Gebühr anhalten. Nun müssen „nur“ noch die EU-Mitgliedstaaten und das Europarlament ihre Zustimmung geben, mit welcher eine zweijährige Frist begänne, in der angemessene Maßnahmen zu ergreifen wären. Einen Artikel dazu gibt es hier von der Süddeutschen Zeitung: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vorstoss-der-eu-kommission-tod-den-tueten

Und in Deutschland?

In Irland jedenfalls wurde der Verschleiß an Plastiktüten von 328 auf 21 Stück pro Person und Jahr gesenkt. Auslöser für diesen plötzlichen Sinneswandel war wohl die Steuer von 22 Cent je Tüte – im vergangenen März folgten die Grünen diesem Beispiel und forderten eine solche „Gebühr“ auch für Deutschland.

Selbst etwas beitragen

Falls du nicht warten möchtest, bis die Initiative anderer von selbst ihre Wirkung zeigen, findest du in nachfolgendem Link praktische Tipps zur Reduzierung des alltäglichen Abfalls: www.utopia.de/galerie/15-wege-zu-weniger-muell

 

Zusätzlich verwendete Quellen:
www.duh.de
europa.eu/rapid/press-release_MEMO