09.08.2013 - 14:15

Steueroasen und die Besteuerung transnationaler Unternehmen

Steuerumgehung und –flucht transnationaler Firmen und die Rolle, die Steueroasen dabei spielen, erhielten kürzlich viel Aufmerksamkeit in den Medien, als sich herausstellte, dass bekannte Unternehmen wie Starbucks und Apple nahezu keine Einkommenssteuer auf ihre exorbitanten internationalen Gewinne zahlen. Der Fall des weltgrößten Warenhändlers, Glencore, zeigt, dass Steuerflucht multinationaler Unternehmen auch Entwicklungsländer betrifft. Steuerthemen und die schädliche Rolle, die Steueroasen spielen, stehen inzwischen fest auf der internationalen politischen Tagesordnung, zum Beispiel bei den G20.

Die Firmen benutzen verschiedene Techniken, um von der länderübergreifenden Natur ihrer Transaktionen zu profitieren, genauso wie von Lücken und Widersprüchlichkeiten in der Steuergesetzgebung involvierter Staaten, um Steuern aus dem Weg zu gehen. Die Broschüre diskutiert die Rolle von Steueroasen und bevorzugten Steuermodellen, den Missbrauch der firmeninternen Transferpreissetzung und beschreibt, wie unterschiedliche Behandlung von Unternehmen in verschiedenen Ländern „doppelte Nicht-Besteuerung“ zur Folge haben kann.

Es existieren verschiedene Ansätze, mit diesen Herausforderungen umzugehen, die allerdings verbessert und gestärkt werden müssen. Das gilt für Regeln, die Transferpreissetzung betreffend, Transparenzforderungen (so wie Berichterstattung von Staat zu Staat und zentralisierte Datenbanken, die Informationen über Nießbrauchberechtigungen bereitstellen) und Beschränkungen steuerlicher Absetzbarkeit; Anti-Umgehungs-Maßnahmen, wie schwarze Listen, die Beseitigung des Missbrauchs von Abkommen über doppelte Besteuerung; oder den ausgedehnteren Gebrauch von Steuereinbehaltung, besonders im Fall von Entwicklungsländern. Mit den enormen Mängeln des jetzigen Systems für Transferpreissetzung muss eine Veränderung des Systems in Form einer „einheitlichen Besteuerung“ weiter durchdacht und getestet werden.

Die ganze Broschüre ist hier auf Englisch zu lesen (17 Seiten)

*** Aktiv werden: "Steueroasen gibt es nicht! Wir trocknen die Oasen aus und machen daraus Steuersümpfe !" Der Verharmlosung von Steueroasen bzw. Steuerbetrug mithilfe von beschönigenden Bezeichnungen, wie "Steueroasen- oder paradiesen" muss ein Ende gesetzt werden. Fordern Sie mit uns und Heribert Prantl: "Die erste Maßnahme gegen Steueroasen ist daher eine semantische: Man muss ihnen diesen Namen entziehen". Mehr dazu hier. ***

(Quelle: www.weed-online.org)