16.05.2013 - 09:15

Spekulanten in die Schranken: Mit Essen spielt man nicht!


Wird Essen teurer, entsteht Hunger. Finanzmarktspekulationen mit Nahrungsmitteln sind daher unverantwortlich: Durch Wetten auf die Preisentwicklung von Agrar-Rohstoffen wie Mais oder Weizen treiben Investmentbanken die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Bereits 2007 handelten Terminhändler in den USA das dreißigfache Volumen der realen US-Weizenernte als Terminkontrakte. Der hohe Zufluss an Kapital auf Preiswetten an den Terminbörsen macht Kurssprünge bei Grundnahrungsmitteln für Großanleger erst wirklich profitabel: Marktmanipulationen sind schwer nachweisbar und sehr lukrativ.

Dabei handelt es sich hier um ein Problem, das uns alle angeht: Für die Zockerei im globalen Rohstoffkasino setzen Banken auch jenes Geld ein, das wir in Lebensversicherungen oder Pensionsfonds investieren. Die internationale Politik schaut dem Treiben der Investmentbanken hilflos zu. Es gibt bislang keine effektive Regulierung der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Aber der öffentliche Druck zeigt Wirkung: Innerhalb des vergangenen Jahres sind neun europäische Banken aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln ausgestiegen und drei Versicherungsunternehmen haben sich verpflichtet, auf Anlagen in Agrarrohstoffen zu verzichten.

Doch bei der Allianz und der Deutschen Bank, Deutschlands Hauptakteuren im Geschäft mit dem Hunger, tut sich nichts - beide Institute zusammen besitzen mit über 10 Milliarden Euro Volumen einen Anteil von 14 Prozent am weltweiten Gesamtmarkt für Nahrungsmittelfonds. Nach Berechnungen von Oxfam Deutschland haben die beiden Unternehmen 2012 zusammen mehr als 100 Millionen Euro durch Nahrungsmittelwetten eingenommen.

Werden Sie aktiv und setzen Sie ein Zeichen gegen Nahrungsmittelspekulation!

1. Weisen Sie Spekulanten in die Schranken und unterzeichnen die Online-Unterschriftenaktion zum Thema "Mit Essen spielt man nicht - Spekulanten in die Schranken".
2. Informieren Sie sich hier über Alternativen und ethische Bankenmodelle.

(Quellen: weed-online.org; spiegel.de; oxfam.de; utopia.de; attac.de; Bild: sueddeutsche.de)