OECD-Studie: Bildung für alle für nur 9 Milliarden USD möglich!

Durch die Bereitstellung von „lediglich“ 9 Milliarden US-Dollar jährlich wäre weltweit eine Grundschulbildung für alle Menschen umsetzbar. Dies zeigt eine diesjährige Studie der OECD auf, die unter dem Titel „Can we still Achieve the Millennium Development Goals?“ veröffentlicht wurde.

Der Bericht leistet mit konkreten Kostenkalkulationen einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte, ob und zu welchem Preis die Millenniumentwicklungsziele (MDG) noch rechtzeitig bis 2015 umgesetzt werden können.

Zur Verwirklichung des MDG 1 (Bekämpfung von extremer Armut und Hunger) seien jährlich 5 Mrd. USD zusätzlich notwendig. Für die Umsetzung des MDG 2 (allgemeine Grundschulbildung) werden knapp 9 Mrd. US-Dollar benötigt. Damit eng verbunden ist MDG 3 (Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen), dessen Unterziele sich maßgeblich auf den Bildungsbereich beziehen. Mit ca. 60 Mrd. US-Dollar entfallen die höchsten Kosten auf die MDG 4-6 (Verbesserung von Gesundheit). Besonders in Sub-Sahara-Afrika und Südasien ist der Bedarf groß.

Keine exakte Prognose kann für MDG 7 (Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit) gegeben werden. Die Studie sieht jedoch MDG 8 (Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft) als wesentliches Instrument für die korrekte Mittelvergabe. Die Gesamthöhe der zusätzlichen Kosten belaufe sich auf 120 Milliarden US-Dollar.

Das Fazit der Studie: Im Mittelpunkt der Finanzierung sollte nicht wie bisher die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) liegen. Stattdessen müssten andere Quellen wie innerstaatliche Steuereinkünfte, Süd-Süd-Kooperationen, Rücküberweisungen von Migranten sowie Privatkapital und -spenden eine zentralere Rolle einnehmen.

Hier finden Sie die vollständige Studie. Einen Überblick zu den aktuellen Maßnahmen der UN zur Post-2015-Agenda können Sie hier lesen.

(Quellen: keepeek.com, oecd-library.org, 2015.venro.org, Bilder: keepeek.com)