18.10.2013 - 16:00

Megacities in Balance

Urbane Regionen und Megastädte konsumieren 80 Prozent der weltweit erzeugten Energie und verursachen ca. 85 Prozent des globalen Ausstoßes an Treibhausgasen, obwohl sie nur zwei Prozent der Erdoberfläche bedecken. Vor diesem Hintergrund sind Megastädte von den Konsequenzen der Klimakrise (z.B. Meeresspiegelanstieg, Wassermangel, Hitzeinseln) gefährdet, auch weil mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung weniger als 30 Kilometer von Küsten entfernt lebt.

Ferner stellt das starke Bevölkerungswachstum den gleichzeitigen Ausbau von Infrastruktur vor große Herausforderungen. Das wiederum hat negative Folgen für Boden, Landwirtschaft, Grundwasser, Forstwirtschaft und Vegetation. Dadurch sind die Wasserversorgung und -qualität gefährdet. Auch die fehlerhafte oder mangelhafte Abfallentsorgung trägt zur Umweltproblematik von Megastädten bei.

Jedoch können Megastädte auch Chancen bieten und strategische Ansätze für Energieeffizienz, nachhaltige Entwicklung, Anpassungsstrategien und Milderung der Folgen der Klimakrise aufzeigen. Räumliche Ballung und Materialflüsse in Megastädten können den Ressourcenverbrauch durch den Einsatz einer modernen Planung und Angebotskonzepten verringern. Zudem können die Komplexität von Infrastrukturen und städtischen Wirtschaftszweigen eine zügige Ausbreitung von Innovationen begünstigen.

Die übergeordneten Ziele des Programms des BMBF ist die Entwicklung von neun Pilotprojekten in Asien, Afrika und Lateinamerika, die neue Wege für eine Einführung von Energie- und Klimaeffizienten Strukturen in wachsenden urbanen Räumen aufzeigen könnten.

Die folgenden Ziele sollen erreicht werden:

•Die Entwicklung von technischen Innovationen in städtischen Infrastrukturen, die an örtlichen Bedingungen angepasst und von der dortigen Bevölkerung akzeptiert werden

•Die Ermittlung von neuen politischen Entscheidungsstrukturen und neuen Formen urbaner Governance

•Entwicklung eines Managements bzw. Instrumente für die stadtbezogene Entscheidungsfindung

•Die Entwicklung von Instrumenten um die Effizienz von stadtplanerischen Maßnahmen zu bewerten.

•“Capacity building” und berufliche Ausbildung, damit die Wissensbasis der Akteure vor Ort gestärkt wird

•Gestaltung von neuen Partnerschaften zur Bekämpfung des Klimawandels

Heutige Planungs- und Investitionsstrategien werden die zukünftige Energieeffizienz, die Produktivität, die Lebensqualität und die ökologische Belastbarkeit der ausdehnenden Megastädte bestimmen. In Anbetracht des globalen Wettbewerbs bei der Suche nach energie- und klimaeffizienten Lösungen werden Megastädte vor diesem Hintergrund zunehmend eine Inkubator- und Schrittmacherfunktion ausüben.

 

Quellenangaben:

www.bmbf.de/pub/megastaedte.pdf

www.youngcities.org/47.html

vimeo.com/channels/futuremegacities

future-megacities.org/index.php?id=1&L=1

 

Bildquelle:

www.bmbf.de