MDG-Fortschrittsbericht 2012 veröffentlicht

Nur drei Jahre verbleiben bis 2015 - der im Juli 2012 veröffentlichte Fortschrittsbericht über die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) hebt den Erfolge auf vielen wichtigen Feldern hervor, wie beispielsweise den Rückgang der Armut, zunehmenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und einer verminderten Kindersterblichkeitsrate. „Es existiert die weltweite Erwartung, dass die Ziele besser früher als später erreicht werden können und müssen“, so Sha Zukang, der Untergeneralsekretär für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der UN.

Eine Dekade ist mittlerweile vergangen, seit die historische Millenniums-Erklärung am 8. September 2000 verabschiedet wurde. Die Millenniums-Erklärung drückte eine noch nie dagewesene Bereitschaft von Regierungen, dem privaten Sektor und der Zivilgesellschaft aus, Millionen von Menschen aus der Armut heraus zu helfen. Die acht MDG halfen dabei, die Position der Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert zu bestimmen und konstruierten den Plan, nach dem wir uns bei der Verminderung der Armut seither richten.

Der diesjährige Bericht ist der achte einer 2005 eingeführten Reihe und stellt sowohl vergleichende Statistiken als auch klare Analysen zur Bewertung von Erfolgen und verbleibenden Herausforderungen bereit. Mit nur drei verbleibenden Jahren bis zum Ende der Frist 2015 steigen die Erwartungen und die Welt schaut zu.

Bereits vor Ablauf der Frist wurden in vielen wichtigen Bereichen Fortschritte hin zu einer erfolgreichen Umsetzung der Millenniumsziele gemacht: Der zunehmenden Rückgang der Armut und den vermehrten Zugang zu sauberem Trinkwasser, sowie die verbesserten Lebensbedingungen von Slum-Bewohnern in städtischen Gebieten. Der aktuelle Bericht hebt ferner wichtige Fortschritte bezüglich der Geschlechter-Gleichstellung in der Grundschulbildung hervor, einen Rückgang der Kindersterblichkeit, eine abnehmende Tendenz von Tuberkulose- und Malaria-Toten und eine Ausweitung der Behandlung HIV-Erkrankter.

Allerdings macht der diesjährige Bericht auch deutlich, was bereits klar war: Naturkatastrophen und die globale Finanzkrise haben den Fortschritt verzögert und es verbleibt eine Ungleichheit. Besondere Bedenken gibt es bezüglich des nur langsamen Rückgangs von gefährdeten Arbeitsverhältnissen, die als der Anteil von unbezahlten Arbeitern innerhalb der Familie und der auf eigenes Risiko Arbeitenden im Verhältnis zum gesamten Arbeitsmarkt definiert werden. Für Frauen und Jugendliche gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit, in diese Art von unsicheren und gering entlohnten Verhältnissen zu geraten. Die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten wurde unter dem Gesichtspunkt des Fortschritts auf die Millenniumsziele hin betrachtet, wobei die Stadtgebiete oft besser abschneiden. Zuletzt bietet vielleicht den größten Anlass zur Sorge, dass Hunger eine globale Herausforderung bleibt.

Da das Ende der Frist naht, geht es nicht nur darum, von den Regierungen eine Durchsetzung der Millenniumsziele zu erwarten oder Staatsoberhäupter an dieser hohen Anforderung zu messen – es geht um Verständnis und fortdauerndes Engagement für die grundlegenden Werte von globalen Zielen sowie eine gemeinsame Zielsetzung zu verbesserten Lebensverhältnissen für alle.

Lesen Sie den kompletten Sonderbeitrag der UN-Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (DESA) hier. Den kompletten Fortschrittsbericht 2012 mit Tabellen und Anhängen können Sie hier lesen.

(Quellen: UN.org, www.mdg.un.org)