Kurzbericht: Science Slam in Konstanz

Am 26. Juni 2012 wurde der Science Slam zum ersten Mal in Konstanz im Kulturladen unter dem Motto „Zukunft Erde“ ausgetragen. Fünf Wissenschaftler „slammten“ in 10-minütigen Vorträgen über verschiedene Aspekte rund um das Thema einer (weltweiten) nachhaltigen Entwicklung.

Dipl.-Ing. Halit Ünver, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Ulm und am Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), eröffnete den Abend mit seinem Vortrag „Go Ecological – Ökosozial statt Marktradikal“. Dabei begann er mit einer Erläuterung der Marktkräfte und der besonderen Rolle von Innovation in Märkten. Die „unsichtbare Hand“ von Adam Smith wurde als ein Phänomen dargestellt, dass zwar in der Lage ist die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt unter Bedingungen der individuellen Nutzenmaximierung zu steigern bzw. zu optimieren, aber nur wenn dem Markt die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Auf falschen Rahmenbedingungen operierend kann die „unsichtbare Hand“ unter Wettbewerb und Konkurrenz auch in die falsche Richtung optimieren. Wie falsch optimiert werden kann, ist an den Beispielen Steuerparadiese, Umweltzerstörung und Kinderarbeit erläutert worden. Leistungsgerechte Steuerbemessung sollte weltweit durchgeführt werden, aber stattdessen entziehen sich leistungsstarke Wirtschaftsakteure zu sog. Steuerparadiesen.

Umweltzerstörung sollte adäquat internalisiert werden, stattdessen profitieren viele Unternehmen, wenn sie keine Umweltschutzmaßnahmen finanzieren müssen. Und sozial betrachtet ist Kinderarbeit aus Sicht der ILO verboten, aber stattdessen sind Produktionskosten mit Kinderarbeit günstiger und damit rentabler. Auf WTO-Ebene gibt es zudem keine Sanktionsmechanismen für Produkte, die mit Kinderarbeit erstellt worden sind.

In einer ÖSM sind alle diese Rahmenbedingungen vernünftig miteinander verknüpft, um eine Balance zwischen den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales zu gewährleisten. Mit dem Kurzfilm „Go Ecological“ des Ökosozialen Studierendenforums Österreich und dem Slogan „Go Ecological – Ökosozial statt Marktradikal“ beendete Halit Ünver seine Vorstellung. Ralph Schelle von der Universität Stuttgart gewann den Science Slam mit einem poetischen Gedicht über Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse und Energieeffizienz in Unternehmen.

Das Feedback des Publikums an Halit Ünver bestätigte die Komplexität eines Ökosozialen Designs unserer Gesellschaft, was allerdings motiviert, weiter an Methoden und Kompetenzen zu arbeiten, um die ÖSM auch innerhalb von 10 Minuten der breiten Gesellschaft vorzustellen.

Mehr Informationen zum Science Slam finden sie hier.

(Quellen: Hochschultage.org, scienceslam-bodensee.de)