10.07.2013 - 09:15

Kritik an der Politik: Keine Unterstützung für die Ernährungswende

Der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Bund für Umwelt-und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Nichtregierungsorganisation Welthungerhilfe sehen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Ernährungssicherheit, wenn die Ernährungswende weiter voran gebracht werden soll.

Obwohl Bundesministerin Ilse Aigner sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Ernährungsbewusstsein einsetzt, kritisieren BÖLW, BUND und die Welthungerhilfe, dass in der Landwirtschaft die Probleme nicht tiefgehend behandelt wurden.
Die Bereitschaft der Verbraucher, die Ernährungswende durch bewussten Kauf von Bio-Lebensmitteln weiter anzukurbeln, wurde von der Politik nicht weiter aufgegriffen.

Aufgrund des wenigen Engagements für den ökologischen Landbau und der der großen Förderung der Monokulturen für die Energieproduktion, werden die meisten Bio-Produkte importiert. Der Umsatz der Bio-Märkte ist zwar um 21 Prozent gestiegen, die deutschen Flächen, auf denen ökologischer Landbau betrieben wird, jedoch um nur 10 Prozent.

Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW) findet, dass die Politik zukünftig mehr im Agrar-und Ernährungsbereich arbeiten muss. Auch der Vorsitzende des BUND kritisierte, dass die Bundesregierung auf die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten nicht eingegangen ist. Die Umwelt- und Gesundheitsschäden, die durch intensive Landwirtschaft verursacht werden, soll die Bundesregierung ebenfalls ignoriert haben. Dazu kommt, dass unter Angela Merkels Einfluss die Mittel für umwelt-und tierfreundliche Landwirtschaft um ca. 20 Prozent gekürzt wurden.

Erwartet wird von der zukünftigen Regierung, dass die Kürzungen im Bereich ökologisch-bäuerliche Landwirtschaft wieder ausgeglichen werden. Als besonders wichtig angesehen wird die Prämie für kleinere Betriebe.
Die Sicherung der Welternährung liegt nach Ansicht von Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe, nicht in der Unterstützung der großflächigen Agrarproduktion, sondern in der Förderung der Kleinbauern weltweit. Besonders wichtig ist es den Kleinbauern Methoden für nachhaltige Landwirtschaft aufzuzeigen. Die Regierung sollte vor allem dieses Ziel verfolgen um den Hunger zu bekämpfen.

Weitere Informationen:

(Quellen: Sonnenseite.de, www.bund.net; Bildquelle: taz.de, handelsblatt.com )