05.02.2013 - 10:00

Jorgen Randers reflektiert Geschehenes und wagt einen erneuten Ausblick

Vor 40 Jahren erschien das sich als Bestseller erweisende Werk „Die Grenzen des Wachstums“, welches mit seiner Kritik an der währenden Wachstumsideologie die Fortschrittsgläubigkeit des Westens tief erschütterte. In einem am 30.12.2012 in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Interview von Alex Rühle, sprach Co-Autor Jorgen Randers vom trägen Einzug des nötigen Paradigmenwechseln in Gesellschaft und Politik, aber auch davon, dass die Welt wohl nicht so schnell untergehen wird.

Die Attacke der damaligen Ökonomen auf den 1972 erschienenen Bericht verhalf diesem letztlich zu seinem Erfolg und Durchbruch in der breiten Masse. Ein wirklicher Umschwung, der etwa einen globalen Nachhaltigkeitsprozess eingeleitet hätte, blieb trotz 30 Millionen verkaufter Exemplare aus. Jorgen Randers Bemerkung dazu lautet: "... es ist vielleicht das meistverkaufte ungelesene Buch der Welt."

Auch wenn heute zahlreiche Ansätze zur Einleitung energieeffizienter Maßnahmen bestehen, sehe es so aus als bekäme die Menschheit die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht in den Griff.Dies ist umso tragischer, da wir technisch bereits in der Lage wären dem Klimawandel zu begegnen. Vor allem der fehlende Wille heute kleine Opfer zur Vermeidung verehrender Folgen zu erbringen und die mangelnde Weitsicht, die eine Konsequenz der Kurzsichtigkeit der vom Kapitalismus geprägten Demokratien ist, seien hierfür verantwortlich. Folglich spricht sich Randers für einen handlungsfähigen Staat und ein starkes EU-Parlament aus.

Kernproblem sind die Klimagasemissionen der reichen Länder, welche mit konkreten Handlungsanweisungen, die sich in einem nachhaltigen Lebensstil äußern, reduziert werden können. Auch wenn es regelmäßig wiederkehrende Katastrophen braucht, die unwiderlegbare Schadensbeweise liefern, um dem Wandel Dynamik zu verleihen, bleibt Randers optimistisch und geht nicht von einem totalen Zusammenbruch aus.

Die Medizin für jene, die unter der Umweltzerstörung leiden und der abschließende Appell lautet: „Engagieren Sie sich!“

Den Originalartikel finden Sie hier.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung; Bild: www.lr-online.de)