08.05.2013 - 17:15

Handlungsmöglichkeiten im eigenen Wirkungskreis entdecken

Ein Beitrag von Andrea Funk, Teilnehmerin der Global Marshall Plan Academy 2013

Zu unserem zweiten Blockseminar der Global Marshall Akademie trafen wir uns im Herzen der schönen Hauptstadt Österreichs, im Habibi Haus in Wien. Schon das Wiedersehen der 21 Leute, die vor kurzem noch Fremde waren, fiel sehr herzlich aus – schließlich hatte man sich acht lange Wochen nicht gesehen. Und noch immer verband uns alle eine gemeinsame Vision, die Mission des Global Marshall Plan: Die Welt ein Stückchen weit zu verbessern – jeder nach seinen Möglichkeiten.

Das Wochenende wurde in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vor Ort - dem Ökosozialen Studierendenforum (ÖSSFO) und der Global Marshall Plan Lokalgruppe Wien- organisiert. Nach der Begrüßung am Freitagvormittag, erwartete uns schon das erste Highlight: Klemens Riegler-Picker, Sohn des ehemaligen österreichischen Vizekanzler Josef Riegler, erklärte uns in einem Vortrag die wissenschaftlichen Hintergründe der Ökosozialen Marktwirtschaft; er betonte zudem die Relevanz des Ökosozialen Forums, das nicht zuletzt auch vom Elan des ÖSSFOs lebt; in der anschließenden Diskussion stellte sich der charismatische Mann geduldig unseren Fragen.
Da das Wochenende unter dem Motto „Handlungsmöglichkeiten in meinem Wirkungskreis“ stand, erwarteten uns inspirierende Rollenbeispiele aus der Praxis. Karin Mottl berichtete von ihrer Berufung als Energieregion-Managerin. Daneben gaben die allmorgendlichen Impulse der Akademieteilnehmer zu Veganismus, Stadtgärten und einem Fairtransport-Segelschiff Mut und Anstoß dafür, selbst aktiv zu werden. In einer Brainstorming-Session erarbeiteten wir gemeinsam einen Pool von Ideen, aus dem wir schließlich eine Handvoll auswählten und diese dann in Gruppen im Detail ausarbeiteten.

Auch die Methodik kam in diesem Block nicht zu kurz. Bernadette Laister, selbst Academy-Absolventin und Kommunikationstrainerin, vermittelte uns die wichtigsten Grundlagen der Rhetorik. Kurz darauf konnten wir dieses Wissen gleich in die Praxis umsetzen. In einer gespielten Podiumsdiskussion mussten sich einige Teilnehmer kritischen Fragen aus dem Publikum stellen und dabei ihre eigenen -zuvor festgelegten- Thesen verteidigen. Diese Übung machte uns nicht nur Spaß, sondern bereitete uns auch auf zukünftige Situationen vor, sodass wir selbst den größten Zweifler vom Wert der Global Marshall Plan Initiative überzeugen könnten. Das wohl am beeindruckendste Erlebnis an diesem Wochenende war für viele die Begegnung mit Josef Riegler. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Österreichs und Mitbegründer der Global Marshall Plan Initiative beehrte unsere Runde am Samstagnachmittag mit einem kurzen Besuch, bei dem er sich bei uns für unseren Einsatz bedankte. Trotz seines fortgeschrittenen Alters strahlte Herr Riegler immer noch eine demonstrative Entschlossenheit aus, die uns allen Mut machte. Seine demütige und offene Art versetzte uns in Staunen und sicherlich behalten wir das Gefühl seiner Aura noch lange in Erinnerung.

Während der drei Tage wurde viel diskutiert, Projekte wurden entwickelt, Ideen ausgearbeitet, Plakate entworfen. Doch neben der Arbeit kam auch das gesellige Programm nicht zu kurz. Bei einer Weinverkostung im Hotel Wilhelmshof erfuhren wir von Franz Fehr, einem ehemaligen Akademieteilnehmer und Önologen, was einen guten Wein ausmacht. Außerdem führte uns ein ausgedehnter Stadtsparziergang entlang der Sehenswürdigkeiten Wiens in das Weltcafé, wo wir uns indonesisches Frühstück und orientalischen Humus schmecken ließen.

An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Teresa und Florian, dem ÖSSFO und der Lokalgruppe Wien, für das gelungene Blockseminar bedanken. Mit unzähligen Eindrücken und Anregungen im Gepäck traten die Akademieteilnehmer am Sonntagnachmittag ihre Heimreise an. Wir alle sind schon gespannt auf den dritten Block der Global Marshall Plan Academy in Hamburg!

(Quelle: Andrea Funk, Academy-Teilnehmerin 2013, Fotos, von links nach rechts: In der Diskussion mit klemens Riegler-Picker, die ganze Gruppe mit Josef Riegler und Bernadette Laister, bei der Weinverkostung mit Franz Fehr)