03.12.2012 - 15:45

Globaler Klima-Risiko-Index veröffentlicht

Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Doha wurde der aktuelle Klima-Risiko-Index von Germanwatch vorgestellt. Dieser zeigt, wie stark die Länder der Erde von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen, Hitzewellen etc. betroffen sind. Untersucht werden die menschlichen Auswirkungen (Todesopfer) sowie die direkten ökonomischen Verluste. Der jährlich erscheinende Bericht wurde bereits zum achten Mal veröffentlicht. Im Klima-Risiko-Index 2013 sind die Extremereignisse des Jahres 2011 erfasst.

Die meisten Schäden, die durch Extremwetterereignisse verursacht werden, schaffen es oft nicht in die weltweiten Schlagzeilen. Im Gegensatz zu den Zerstörungen von Hurrikan Sandy an der Ostküste der USA werden sie oft kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Im Jahr 2011 jedoch waren ärmere Entwicklungsländer durchschnittlich deutlich schwerer als Industrieländer betroffen, wie der neue Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch zeigt.

Auf der Rangliste liegen Thailand, Kambodscha, Pakistan und El Salvador vorn. Diese Länder waren am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen. In Thailand verursachten ungewöhnlich starke Regenfälle einen Schaden von mehr als 75 Milliarden US-Dollar und forderten dabei zudem annähernd 900 Menschenleben.

Sven Harmeling, Teamleiter für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch: "Schäden und Verluste von Extremwetterereignissen sind bereits heute harte Realität in vielen Entwicklungsländern. Dies zeigen die Untersuchungsergebnisse des Globalen Klima-Risiko-Index. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass der Klimawandel ein zunehmender Faktor für die Häufigkeit von besonders heftigen Hitzewellen mit schweren Konsequenzen ist. In Doha brauchen wir ernsthafte Fortschritte in den Verhandlungen zur Reduktion von Treibhausgasen, mehr Geld für die Anpassung an den Klimawandel und den Startschuss für den Aufbau eines internationalen Mechanismus als Reaktion auf trotzdem auftretende Schäden und Verlusten."

Harmeling hofft, dass die Katastrophe auch in Thailand eine neue Nachdenklichkeit auslöst. "Thailand gehört zu den wenigen relevanten Ländern, die beim UN-Klimasekretariat noch keine konkreten Zusagen eingereicht haben, um zumindest ihren Emissionsanstieg zu mindern", fügt Sven Harmeling hinzu.

Auf der Langzeit-Rangliste von 1991-2011 hatten Honduras, Myanmar und Nicaragua besonders viele Schäden und Todesfälle zu beklagen. Zum ersten Mal landet Bangladesch nicht mehr unter den ersten drei Ländern, sondern verbessert sich auf Rang vier. Sven Harmeling: "Die Sturmkatastrophe von 1991 mit mehr als 140.000 Todesfällen ist nun nicht mehr in der Analyse der letzten 20 Jahre berücksichtigt. Zudem ist das Land auch eines der wenigen armen Länder, das zahlreiche Maßnahmen mit und ohne externe Unterstützung durchgeführt hat, um sich besser auf den Klimawandel vorzubereiten. Bangladesch zeigt, dass aktive Anpassung hilft, um Schäden und Verluste zu reduzieren."

Eine deutsche Zusammenfassung des auf Englisch verfassten kompletten Berichts ist hier verfügbar.

(Quelle: sonnenseite.com, germanwatch.org; Bild: germanwatch.org)