Giftige Garne: Alarmierende Greenpeace-Studie

In einer umfassenden Studie hat Greenpeace Kleidungsstücke von führenden Modemarken auf krebserregende oder hormonell wirksame Chemikalien untersuchen lassen - mit erschreckenden Ergebnissen: Produkte von allen Marken enthielten Nonylphenolethoxylate (NPE), die zu giftigem Nonylphenol abgebaut werden.

Insgesamt wurden 141 Kleidungsstücke aus 29 Ländern getestet. Zu den Modefirmen gehören u.a. C&A, Levi's, Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Zara und H&M. Die spanische Inditex-Gruppe, zu der die beiden letzteren gehören, ist das weltweit größte „Fast-Fashion“-Unternehmen. Die Mode wird massenhaft produziert, gekauft und weggeworfen. Jährlich landen eine Million Tonnen der schnelllebigen Massenware auf dem Müll. Die große Menge an Kleidungsstücken, die so produziert wird, verstärkt das Problem.

Die Umweltfolgen in diesem Prozess sind bedenklich. Weltweit werden während des Herstellungsprozesses von Kleidung Schadstoffe in Flüsse, Seen und Meere abgeleitet. „Modemarken missbrauchen weltweit Flüsse als private Abwasserkanäle und verschmutzen so das Trinkwasser von Millionen Menschen“, sagt Christiane Huxdorff, Chemie-Expertin von Greenpeace. Bereits 2011 hatte die Organisation die Einleitung gefährlicher Stoffe in Gewässer nachgewiesen.

Zudem zeigte der Test, dass ein hoher Anteil der NPE-Rückstände in Kleidung bei der Haushaltswäsche herausgewaschen wird und sich auch in deutschen Gewässern feststellen lässt. Die eingesetzten Schadstoffe sind sogar in unserem Blut nachweisbar.

Mit der Studie fordert Greenpeace die Firmen dazu auf, sich zur Nichteinleitung gefährlicher Chemikalien zu verpflichten. Außerdem sollen sie die von den Textilproduzenten verwendeten Chemikalien glaubhaft offenlegen und Verantwortung für die gefährlichen Stoffe in ihren Produkten und den Produktionsprozessen ihrer Lieferanten übernehmen.

Die vollständige Studie können Sie bei greenpeace.de herunterladen.

(Quellen: greenpeace.de, sonnenseite.com)