Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation - Ansichten und Aussichten

Der Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), ein unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium das 1992 im Vorfeld der ersten Riokonferenz eingerichtet wurde, erstattet der Bundesregierung regelmäßig Bericht über die globalen Umwelt- und Entwicklungsprobleme. Dabei übergibt der Beirat dem Bundeskabinett Hauptgutachten mit Handlungs- und Forschungsempfehlungen zur Bewältigung globaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme. Udo E. Simonis, Professor Emeritus für Umweltpolitik am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), evaluierte in seinem Artikel das jüngste Gutachten mit dem Titel „Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Hier eine kurze Zusammenfassung seines Artikels:

Angesichts der global fatalen Umweltsituation erachtet der WBGU in seinem jüngsten Gutachten einen weltweiten Gesellschaftsvertrag als absolut notwendig, um einen Richtungswechsel, bzw. eine „Große Transformation“, zu bewirken. Das hypothetische Konstrukt eines Gesellschaftsvertrags wird vom WBGU so interpretiert, dass Individuen und Zivilgesellschaft, Staat und Staatengemeinschaft, Wirtschaft und Wissenschaft kollektive Verantwortung für die Vermeidung der Klimakatastrophe und für die Behütung des Planeten Erde übernehmen. Ein radikaler Umbau der nationalen Ökonomien und der Weltwirtschaft soll die Überforderung oder den Zusammenbruch der Ökosysteme vermeiden helfen.

Wie kann der neue Gesellschaftsvertrag entstehen, wie kann die große Transformation in Gang kommen? Dem WBGU ist zum Thema Einiges eingefallen. Der WBGU erachtet eine Transformation als unausweichlich, da das momentane kohlenstoffbasierte Weltwirtschaftsmodell eine moralisch untragbare Situation darstellt. Sie gefährdet die Stabilität des Klimasystems und damit die Existenzgrundlagen künftiger Generationen. Um eine Transformation zu erreichen, müsse ein Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft auf geeignete Art und Weise ‚ökologisiert‘ werden.

Ergebnis des Gutachtens ist eine Quelle anregender Ideen und vielfältiger Handlungsempfehlungen wie dies von statten gehen könnte. Allerdings sei die verbleibende Frage des Gutachtens, wie die „Große Transformation“ nicht nur die Ministerebene erreichen kann, sondern auch die zivile Gesellschaft, die Europäer und Weltbürger. Nur wenn die globalen Probleme auch von der Bevölkerung erkannt und angepackt würden, sowie Staaten international zusammenarbeiten, könne Schlimmeres verhindert werden. Andernfalls fürchtet Udo Simonis, „gelingt die große Transformation nicht, dann steht auch der modernen Gesellschaft trotz aller Möglichkeiten zur Kommunikation der schleichende oder abrupte, der partielle oder gar totale Kollaps bevor.“

Hier können Sie den kompletten Artikel von Udo E. Simonis lesen und hier können Sie die Vollversion des WBGU Hauptgutachten lesen.

(Quellen: www.sonnenseite.com; Bilder: www.sonnenseite.com, www.wbgu.de)