Finanzierung nachhaltiger Investitionen

Wie können Investitionen finanziert werden, die langfristig nur eine geringe Rendite einbringen – wie z.B. erneuerbare Energien? Christian Fahrbach, Unterstützer unserer Initiative, hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Dazu hat er ein Finanzierungsmodell entworfen, das drei Instrumente umfasst: eine Steuer, eine Subvention und eine ordnungspolitische Maßnahme. Konkret bedeutet dies eine Besteuerung von risikofreien Anlagen, die Vergabe von Förderkrediten an Unternehmen sowie eine Förderung nach verbindlichen Standards.

Nach Fahrbachs Modell können Anleger entweder risikofrei sparen oder sich an einem Unternehmen beteiligen, z. B. als Aktionär. Auf die Spareinlagen wird von der Bank eine Steuer erhoben und an den Staat abgeführt. Diese Steuereinnahmen gehen als Zinsverbilligungsmittel wiederum an die Bank, um Förderkredite für nachhaltige Investitionen bereitzustellen.

Dieses Finanzierungsmodell könnte besonders für Bereiche der Wirtschaft, die langfristig vielleicht nur geringe Erträge erbringen, aber sozial und ökologisch vordringlich sind interessant sein. Beispiele dafür wären ökologische Lebensmittelwirtschaft, erneuerbare Energien, Umwelt- und Filtertechnologie oder nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft.

Fahrbachs Idee: „Der Staat ist gefordert, aufkommensneutral umzuverteilen, und zwar von risikofreien Geldvermögen zu nachhaltigen Investitionen nach strengen sozialen und ökologischen Kriterien, z. B. nach CSR-Richtlinien (corporate social responsiblity). Auf diese Weise erhalten Investitionen eine Chance, die vielleicht nur 2 bis 3% Rendite im Jahr erbringen, aber wohlfahrtstaatlich geboten sind.“

Positive Beispiele sind für Fahrbach bereits die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Europäische Investment Bank (EIB). Hier erhalten Haushalte und Unternehmen günstige Förderkredite für nachhaltige Investitionen. So wurden im Jahr 2010 mehrere Milliarden Euro für erneuerbare Energien, Klimaschutz und Energieeffizienz bereitgestellt.

Lesen Sie hier das vollständige Konzept. Kommentare und Anmerkungen sind herzlich willkommen unter finanzierung-nachhaltiger-investitionen@globalmarshallplan.org.

*** Die Initiative lebt vor allem von der Begeisterung ihrer Unterstützer sowie deren Bereitschaft, eigene Kernkompetenzen einzubringen. Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen wirken im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Umsetzung der gemeinsamen Forderungen. Über den Newsletter unserer Initiative, welcher monatlich von mehr als 10.000 Interessierten empfangen wird, werden Aktivitäten, Projekte und inhaltliche Beiträge aus unserem Netzwerk kommuniziert. Er dient somit als Sprachrohr der Initiative. ***

(Quelle: C. Fahrbach; Bild: nachhaltigleben.de)