27.03.2013 - 09:15

Entwicklungsziele nach 2015?

Bis ins Jahr 2015 sollten die Milleniumsentwicklungsziele (MDG), die 8 Entwicklungsziele welche im Jahr 2000 von der Internationalen Gemeinschaft gemeinsam definiert wurden, erreicht sein. Heute ist klar dass die meisten dieser Ziele, deren Erreichung und Weiterentwicklung auch eines der fünf Ziele der Global Marshall Plan Initiative darstellt, sehr wahrscheinlich nicht mehr zu erreichen sind. Doch wie soll es mit ihnen und überhaupt weitergehen nach 2015? Die Vereinten Nationen (UNO) selbst haben im vergangenen Sommer zu einem Post-2015 Abkommen aufgerufen, weshalb aktuell ein weltweiter Konsultationsprozess zur Erarbeitung neuer Ziele im Gange ist.

Der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) veröffentlichte erst kürzlich ein 28 Seiten umfassendes Diskussionspapier dazu. Unter dem Titel "Zivilgesellschaftliche Anforderungen an eine Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda nach dem Jahr 2015" werden Denkanstöße zur Frage wie es mit den Entwicklungszielen nach 2015 weitergehen soll gegeben. In dem Papier stellen verschiedene Organisationen ihre Ansichten dar. Behandelt werden Themen wie die Auswirkungen von Armut oder die Bedeutung von Menschenrechten und Frieden für eine nachhaltige Entwicklung. Aber auch eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Anliegen von Nicht-Regierungsorganisatione n wird gemacht. Im Fazit werden unterschiedliche Positionen zusammengefasst und noch offene und neu aufgeworfene Fragen genannt. Mit dem Diskussionspapier möchte VENRO Denkanstöße für die Entwicklung einer gemeinsamen Position, die auch in internationalen Entscheidungsprozessen Beachtung finden soll, geben.

In der Mitteilung „Ein menschenwürdiges Leben für alle: Beseitigung der Armut und Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft“ hat nun auch die EU-Kommission ihre Vorschläge für die Gestaltung eines übergreifenden Handlungsrahmens für eine Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda nach 2015 vorgestellt. Ein zukünftiges globales Zielsystem soll die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigen und eine globale Ausrichtung haben, die aber die jeweils nationalen Bedingungen berücksichtigt.
Der erste Aspekt des Handlungsrahmens ist die „grundlegende menschliche Entwicklung“. Die bisherigen Entwicklungsziele sollen um die Schaffung produktiver und menschenwürdiger Arbeit für alle erweitert werden. Ein zweiter Aspekt ist die Förderung der „Triebkräfte nachhaltiger und inklusiver Entwicklung“ (Triebkräfte sind nachhaltige Energie, Wissenschaft und Technologie, Telekommunikationsdienstleistungen, Finanzdienstleistungen und -infrastruktur, Migration und Mobilität). Ein letzter Aspekt betrifft die „nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen“. Die Kommission erkennt an, dass ein grundlegender Zusammenhang zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Armutsbeseitigung existiert. Weiter bekräftigt die EU-Kommission, dass Transparenz, Umsetzung und Rechenschaftspflicht zentral für die Erreichung nachhaltiger Entwicklung sind. Die Verantwortung für ihre Durchsetzung sieht sie vor allem bei den einzelnen Ländern.

Mehr Informationen zu VENRO und Deine Stimme gegen Armut gibt es unter www.venro.org und www.deine-stimme-gegen-armut.de.

(Quellen: venro.org, www.europa.eu, Teaserbild: taz.de)