17.04.2013 - 09:15

Ein Fairphone kommt auf den Markt

 


Ob Apple, Samsung oder HTC, beim Kauf eines Smartphones können wir uns einer Sache sicher sein: Die Bedingungen für die an der Herstellung beteiligten ArbeiterInnen waren sicherlich schlecht. Nicht nur sind die Produktionsbedingungen in den meist asiatischen Firmen äußerst prekär, auch der Rohstoffabbau von Kobalt, Kupfer und Zinn findet oft in von Warlords kontrollierten Gebieten Afrikas statt und finanziert so direkt die Konfliktparteien.

Über all diese Probleme stolperte auch die niederländische Fairphone Initiative, die sich auf die Fahne geschrieben hat ein umwelt- und sozialverträgliches Smartphone auf den Markt zu bringen. Besonders der intransparente und dadurch äußert unübersichtliche und komplexe Produktionsprozess stellte das Team vor große Herausforderungen. Es gab niemanden, der ihnen von Anfang bis zum Ende erklären konnte, welche Arbeitsschritte von wem, wo und unter welchen Bedinguungen gemacht werden. Nachdem sie sich dies Stückchen für Stückchen zuhause in den Niederlanden erarbeitet hatten, galt es Lieferanten und Partner zu finden. Um sicher zu gehen, dass diese halten was sie versprechen, reiste das Team nach Afrika und Asien um sich die Bedingungen vor Ort anzuschauen und arbeitet mit Organisationen wie der Conflict-Free Tin Initiative oder LabourVoices zusammen, die dauerhaft vor Ort sind und über die Arbeits- und Produktionsbedingungen wachen.

Neben Faktoren wie dem Rohstoffabbau und Produktionsbedingungen soll das Fairphone aber auch andere Kriterien erfüllen. Die Preisbildung richtet sich nicht nach dem Angebot und Nachfrageprinzip des globalisierten Kapitalismus sondern nach den Produktionskosten, denn nur so kann eine faire Bezahlung gesichert werden. Das Design und Betriebssystem des Fairphones wird ein verantwortungsvolles und offenes sein. Das bedeutet, dass die verarbeiteten Teile sozial und umweltverträglich sein werden. Dazu gehört auch, dass sie austauschbar sein müssen und das Betriebssystem ebenfalls offen und veränderbar ist bzw. ausgetauscht werden kann. Zwar soll das Fairphone eine möglichst lange Lebensdauer haben und nicht wie herkömmliche Smartphones nach spätestens zwei Jahren kaputt sein, aber ewig wird es nicht halten. Um nicht noch mehr Elektroschrott zu produzieren, werden die einzelnen Teile wieder verwertbar sein.

Der Verkauf der ersten Auflage von 10.000 Fairphones wird voraussichtlich im Mai starten, die Auslieferung dann im September. Auf fairphone.com gibt es mehr Informationen zum Fairphone aber auch zum Entstehungsprozess.

 



(Quellen: fairphone.com, youtube.com Bilder: fairphone.com, fairphone.com )