12.06.2013 - 11:45

Dramatische Folgen durch hohe Lebensmittelpreise

Der Bericht „Squeezed“ (ausgequetscht), veröffentlicht von der Nichtregierungsorganisation Oxfam und dem Institute of Development Studies (IDS) der Universität Sussex, zeigt uns welche dramatischen Folgen die anhaltend hohen und stark schwankenden Lebensmittelpreise für den Alltag von Menschen in armen Ländern haben.

Für den Bericht wurden in 23 ländlichen und städtischen Gemeinden in zehn Ländern jeweils zehn Familien interviewt sowie verfügbare Erhebungen auf lokaler und nationaler Ebene herangezogen. Zwar scheint in den untersuchten Ländern das Hungerproblem nach der Preiskrise des vergangenen Jahres geringer zu sein als noch 2007, allerdings müssen immer mehr Leute ihre Familien auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit verlassen. Meist müssen die Betroffenen gefährliche oder menschenverachtende Jobs annehmen, beispielsweise im Bergbau, als Straßenverkäufer(innen) oder so sich gar prostituieren. Die Auswirkungen auf das soziale Netzwerk in den betroffenen armen Gemeinden sind enorm, traditionelle Familienstrukturen brechen weg.

Das Forscherteam konstatiert zudem die Zunahme von häuslicher Gewalt, Drogenmissbrauch und den Verlust der traditionellen Versorgung von Alten und Kranken in den Familien. Gleichzeitig bleibt die Ernährungssituation bedrohlich: Viele Familien müssen billige Lebensmittel von geringer Qualität konsumieren, um überhaupt überleben zu können.

„Squeezed” zeigt weiterhin, dass die Lohnsteigerungen in den untersuchten Ländern Bolivien, Guatemala, Bangladesch, Pakistan, Burkina Faso, Äthiopien, Kenia, Sambia, Indonesien und Vietnam hinter dem Anstieg der Lebensmittelpreise zurückgeblieben sind. „Diese Entwicklung hat den Druck auf Familien aus armen Schichten, aber teilweise auch aus dem Mittelstand enorm erhöht”, sagt Frank Braßel, Leiter der „Mahlzeit!“-Kampagne von Oxfam.

„Die internationale Politik muss die Preisschwankungen reduzieren. Dazu muss sie die Produktion von Biosprit und die Spekulation mit Nahrungsmitteln reduzieren. Im selben Zug muss eine sozial nachhaltige lokale Landwirtschaft gestärkt werden“, fordert Braßel. „Immer wichtiger wird zudem der Aufbau einer finanziellen Grundsicherung.“

Den vollständigen Report können Sie hier lesen (in Englisch).

(Quelle: sonnenseite.com, www.oxfam.de)