Der Kampf gegen Kinderarbeit

Die aktuelle Ausgabe der ApuZ, dem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, rückt das Thema Kinderarbeit in den Fokus. Die Autorin Nicola Liebert gibt in ihrem Artikel einen Überblick über den Kampf der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegen Kinderarbeit.

Die ILO definiert den Begriff "Kinderarbeit" über das Mindestalter von 15 Jahren (in Ausnahmefällen 14 Jahre) für die Zulassung zur Beschäftigung. Generell gilt, dass Kinder zwischen 13 und 15 Jahren wöchentlich einige Stunden leichte Arbeit verrichten dürfen. Die genaue Stundenzahl können die ILO-Mitgliedstaaten in ihren nationalen Gesetzen festlegen. Der Schulbesuch darf durch die Arbeit jedoch nicht gefährdet werden.

Der Großteil der Kinderarbeit findet weltweit in der Landwirtschaft statt (60%, ca. 129 Mio. Kinder), gefolgt vom Dienstleistungsbereich (26%). Dort arbeiten hauptsächlich Mädchen, während in der Industrie (7%) meist Jungen tätig sind. Im Dienstleistungssektor ist besonders verheerend, dass die Kinderarbeit als Haushaltshilfe in vielen Kulturen nach wie vor sozial akzeptiert ist und für Mädchen als sinnvolle Vorbereitung auf künftige Aufgaben als verheiratete Frau gilt.

Generell erschweren überkommene politische und gesellschaftliche Strukturen die Bekämpfung der Kinderarbeit, zudem wirkt diese in vielen Ländern selbstverstärkend. Denn durch die Kinderarbeit vergrößert sich das Angebot an billigen Arbeitskräften, was wiederum die Löhne noch weiter drückt.

Seit 2000 ist die Zahl der Kinderarbeiter zwar deutlich zurückgegangen, jedoch haben sich die Fortschritte verlangsamt. Eine Erhebung für die Entwicklung des Zeitraums ab 2008 soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Festzustellen bleibt somit, dass im Kampf gegen Kinderarbeit ein bloßes gesetzliches Verbot weder ausreichend, noch zielführend sein kann. In den meisten Fällen arbeiten die Kinder schließlich, weil es für ihr eigenes Überleben oder das der Familie notwendig ist. Der politische Wille, den Kampf überhaupt aufzunehmen, so zeigen positive Beispiele, stellt den entscheidenden Faktor dar.

Den Artikel von Nicola Liebert finden Sie hier. Die vollständige Ausgabe der ApuZ mit allen Beiträgen können Sie hier lesen.

(Quelle: bpb.de)