06.02.2013 - 11:15

Der Global Compact als Förderer nachhaltiger Entwicklungsprozesse


Der Global Compact ist mit knapp 7000 teilnehmenden Unternehmen die weltweit wichtigste Initiative für unternehmerische Verantwortung. Wenn politische Regulierungen versagen, könnte der Global Compact in der Nachhaltigkeitsdiskussion eine entscheidende Führungsrolle einnehmen.

UN Global Compact Executive Director Georg Kell macht vor allem die Unfähigkeit des Menschen, die Zukunft in sein Handeln zu integrieren, also seine kurzfristige Sichtweise und seine Neigung in Zwängen zu denken und leben für die trägen Prozesse auch in der Klimadebatte verantwortlich. CO2 effizientes Verhalten müsse also ausreichend belohnt, Anreizsysteme geschaffen und die Kosten von zukünftigen Schäden internalisiert werden.

Den Rio+20 Gipfel im Sommer 2012 bezeichnet Georg Kell, ganz im Gegensatz zur Meinung der breiten Masse, als kleines Wunder. Man müsse hierzu nur den politischen Hintergrund der Konferenz sehen. Wirtschaftliches Wachstum verlagert sich, national definierte Interessen dominieren die politische Agenda, trotz zunehmender Verflechtung nehme der Wille zu politischer Zusammenarbeit ab, kurz um, die Welt sieht sich fundamentalen Transformationsprozessen ausgesetzt.

Schließlich konnte aber ein Konsens erreicht und wichtige Punkte, wie in den Bereichen Green Economy und Corporate Sustainability vereinbart werden. Darüber hinaus wurde in Rio deutlich, dass es einige engagierte Akteure in der Wirtschaftscommunity gibt, die bereit sind über die von der Politik geforderten Vorgaben hinauszugehen. Zukünftig muss der Fokus auf die Verbesserung der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft gelegt werden, wo eindeutige Diskrepanzen vorliegen.

Der inzwischen sehr ambitionierte Global Compact will als rein freiwillige Initiative weiter wachsen und Schritt für Schritt eine kritische Masse erreichen um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen, kann aber keineswegs Ersatz für fehlende staatliche Regulierungen sein. Europa muss seine Position als weltweiter Vorreiter in vielen Bereichen nützen, um Lösungswege aufzugzeigen und an die Mitwelt zu kommunizieren.

Das Interview wurde geführt von Dr. Elmer Lenzen. Den Originalartikel finden Sie hier.

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(Quellen: www.umweltdialog.de; Bilder: www.umweltbildung.de, www.unglobalcompact.org)