12.10.2012 - 11:15

Das Konzept eines sich selbst finanzierenden Welt-Marshall-Plan als Beispiel eines Gemeinguts

Weltweit existieren verschiedene Konzepte zur Schaffung eines globalen Gleichgewichts - Konzepte eines Global Marshall Plan. Im Zusammenhang mit der kürzlich aufgenommenen Kooperation der Initiative mit dem UN World Commons Forum möchten wir Ihnen gerne das spannende Konzept eines solchen alternativen Global Marshall Plan vorstellen. Dieses wurde vor ca. 20 Jahren erarbeitet, hat jedoch nicht an Relevanz verloren.

Dr. Lisinka Ulatowska, Leiterin der Action Group for the Commons (=Gemeingüter) bei den Vereinten Nationen und Unterstützerin des Global Marshall Plan, und Pieter Kooistra erarbeiten im Auftrag der UN in den 90er Jahren dieses für damals sehr außergewöhnliche Konzept eines Global Marshall Plan, dessen Ursprungsidee von Kooistra selbst stammte. In seinem Kern beinhaltet das Konzept ein weltweites Grundeinkommen. Bis heute ist Dr. Ulatowska überzeugt, dass dieses Konzept eine der genialsten Ideen überhaupt ist.

Gemeinsam mit Kollegen wurde dieser Plan konkretisiert und man machte sich Gedanken zu einer Umsetzung. Konkret ist das Ziel, dass jedem Menschen dieses Planeten, jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind jedes Jahr 250$ zur Verfügung gestellt werden. Dieser Betrag sollen die einzelnen Empfänger für Maßnahmen investieren, die zugunsten der persönlichen ganzheitliche Entwicklung wirken und durch diese ganzheitliche Bildung zu einem gesellschaftlichen Fortschritt führen.

Finanziert wird dies über einen Zusammenschluss der Erde zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum mit einer globalen Währung, was durch die Minderung von Kosten in der internationalen Wirtschaft zu einem verstärkten Wirtschaftswachstum führen würde und dadurch die nötigen Mittel sowohl zur Finanzierung der Infrastruktur des Plans, als auch zur Finanzierung der 250$ freisetzen würde.

Anmerkung von Dr. Ulatowska: Heute muss beachtet werden, dass das vorliegende Konzept noch vor der Existenz des weltweit zugänglichen Internet erarbeitet wurde. Durch das Internet würde den Umlauf der Güter beschleunigen und um ein vielfaches vereinfachen. Pieter Kooistra verstarb im Jahr 1998, womit das Projekt wegen mangelnder Finanzierung eingestellt werden musste.

Hier finden Sie die Zusammenfassung Kooistras und Ulatowskas Welt-Marshall-Plans. Literaturhinweise finden Sie am Ende der Zusammenfassung.

Das UN Commons Forum und die Global Marshall Plan Initiative haben sehr viele Gemeinsamkeiten, weshalb das Forum seit kurzem zu den Allianzpartnern der Initiative zählt. Wir werden in Zukunft regelmäßig über die Arbeit des Forums berichten.

Was Commons sind? Unter Commons (=Gemeingüter, Allmende) versteht das Forum Gruppen und Netzwerke aus Menschen, die Dienstleistungen und Güter generieren und Entscheidungen demokratisch treffen, so dass alle etwas von der Aktion haben. Beispielsweise Gemeinschaften von Eingeborenen, Ecovillages, Wikipedia usw. Commons bestehen immer aus drei Bestandteilen: Commons (Güter und Dienstleistungen), Commoners (die Menschen die diese Güter und Dienstleistungen für alle managen und generieren), sowie das Commonisieren einer transparenten und inklusiven Form des Entscheidungsprozesses, um sicher zu stellen dass alle Beteiligten gehört werden und vom Common profitieren. Kooistras Plan ist ein Beispiel für ein Commons. Mehr zum UN Commons Forum erfahren Sie unter www.globalcommonstrust.com.

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