24.07.2017 - 11:45

Buchrezension: Unfair von Dr. Gerd Müller

Wir haben das Wissen, die Technologie und das Geld, um alle Menschen am Wohlstand teilhaben zu lassen und die Welt mithilfe einer ökosozialen Marktwirtschaft fair und nachhaltig zu entwickeln. Warum man diese Entwicklung nicht der Politik überlassen kann, beschreibt der Politiker Gerd Müller in seinem Buch "Unfair! Für eine gerechte Globalisierung". Das ist ehrlich vom Bundesentwicklungsminister, für den Leser ist es ernüchternd.

Gerd Müllers erste Szene: Eine Handvoll Lehmhütten in einem verdorrten Landstrich von Burkina Faso. Kein Laden, kein Wasser, keine Schule - aber ein Handymast. Die Smartphones, auch in Afrika überall präsent, funktionieren tadellos. Die Dorfbewohner leben wie im Mittelalter, können aber jetzt zum ersten Mal in Echtzeit sehen, wie andere leben - und wie ungerecht das alles ist. Wird das eine neue Völkerwanderung auslösen? Jetzt - oder in 30 Jahren, wenn sich die afrikanische Bevölkerung noch einmal verdoppelt hat? Wenn der Klimawandel die Wüste so vergrößert und den Meeresspiegel so erhöht hat, dass manche Küstennationen in echte Bedrängnis geraten? Gerd Müllers erste Szene ist gut gewählt, seine Argumente bleiben bis zur letzten Seite schlüssig. In einer einfachen, aber nie banalen Sprache beschreibt er die Welt, wie sie ist. Müller verklärt nicht, er überspitzt nicht, er theoretisiert nicht. Seine Thesen lassen sich leicht nacherzählen, auch am Küchentisch. Das ist die Stärke seines neuen Sachbuchs.

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