17.05.2016 - 10:15

Bookcrossing - eine Idee für das Buchabo

Bookcrossing ist ein Netzwerk von Leseratten zum Verleihen und Weitergeben von Büchern. Meistens wird ein Buch nur einmal gelesen und dann kommt es ins Regal - mit Bookcrossing wurde eine kostenlose Bibliothek für Jedermann geschaffen, die einen einfachen, teilweise auch abenteuerlichen Austausch der Bücher ermöglicht. Somit wird auch ein Beitrag zum Ressourcenschutz geleistet.

So mancher nutzt das Bücher-Abo vom Global Marshall Plan zum Anlegen einer Zukunftsbibliothek.

Aber es ist doch eher selten, dass das ein oder andere Buch auch später noch ein zweites Mal gelesen wird.

Oft fristen die Bücher im Regal ein staubiges Dasein.

Da ist es doch viel besser, dafür neue Leser zu suchen, damit sich die guten Ideen schnell weiter verbreiten können – dafür bietet sich Bookcrossing an.

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Was genau ist das denn eigentlich?
Bookcrossing ist eine Internetplattform für Leseratten, die ihre Bücher und ihre Lesefreude mit anderen teilen wollen. Entstanden ist die Bewegung 2001 in den USA.

Die Idee der Gründer war es, eine offene und kostenlose Bibliothek für JEDERMANN zu schaffen.

Heute sind die Bookcrosser eine internationale Gemeinschaft von über 1 Mio. Menschen und über 1 Mio. registrierten Büchern in der ganzen Welt von Albanien bis Vietnam.

Mittlerweile ist Deutschland sogar führend und hat die USA hinter sich gelassen.

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Wie funktioniert das?
Jedes Exemplar eines Buches wird  registriert, bekommt ein Label mit einer Nummer, damit kann man dann im Internet die Reise des Buches verfolgen.

Wer ein Buch findet, kann dies anonym melden oder sich mit einem Nickname anmelden, auch in diesem Fall bleibt der wirkliche Name und die e-mail Adresse anonym. Und alles ist völlig GRATIS und verpflichtet zu nichts.

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Registrieren / Freilassen oder Weitergeben

Wie kann man nun neue Leser für seine Bücher finden?

Man kann das Buch im Bekanntenkreis weitergeben oder z.B. bei lokalen Treffen an andere Bookcrosser.

Wer es etwas spannender mag, kann auch auswildern = wild frei lassen…..

Da werden Bücher im Restaurant oder auf der Parkbank liegen gelassen oder in der freien Natur in einem Baum versteckt.

Je ausgefallener der Freilaßort – je mehr Spaß macht natürlich die Angelegenhei.

Wichtig ist der Aufkleber mit dem klaren Hinweis, dass dieses Buch zum Mitnehmen bestimmt ist.

Diese Aufkleber kann man kaufen, downloaden oder aber auch selbst gestalten – jeder, wie er mag.


Viele Leute trauen sich aber trotzdem erst nicht so richtig, so ein Buch mitzunehmen oder nur wenn sie sich unbeobachtet fühlen….

Man kann das prima beim Bookwatch beobachten, indem man an einer öffentlichen webcam freilässt und schaut, was passiert.

Oder die „old school“ Variante vom Cafe gegenüber einfach mal auf Beobachtungsposten gehen.

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Besonders schön sind Themenreleases:

Ob das Buch  „Grüne Tomaten“ im Bioladen bei den möglichst grünen Tomaten, der Ärzteroman im Wartezimmer –„der Name der Rose“ am Rosenstrauch hängend – man darf kreativ sein…Idee: Swellmoney&Sustanability über das Wirtschaftssystem am Bankautomaten hinterlassen.


Und die Meerjungfrau macht sich auch am Leuchtturm vom Stadt-Strand gut und wird natürlich sofort als Urlaubslektüre mitgenommen.

Man kann sich aber auch die kürzlich freigelassenen Bücher anzeigen lassen und gezielt danach auf die Jagd gehen.

Aktuell sind das über 8.000 bundesweit.


Und wer ein bestimmtes Buch möchte, kann innerhalb der Bookcrossing-Community danach suchen und einen Tausch anbieten oder es einfach auf seine Wunschliste setzen.


Wer mehr Thrill will, macht bei Spielen mit oder stellt sich herausfordernden Challenges z.B. alle Nobelpreisträger zu lesen oder aus jedem Land der Erde einen Schriftsteller zu lesen….

Bookcrosser betreiben aber auch komplette eigene Bücherregale z.B. im Cafe, im Jugendzentrum, im Seniorenheim, in der UNI-Mensa, im Sportlerheim, im Sozialkaufhaus, im Alphabetisierungszentrum, in der KiTa…

Dort kann sich jeder ohne Tauschzwang nach Herzenslust mit Lesestoff versorgen.

Viele Bookcrosser kennen sich nicht nur virtuell. Es gibt lokale, nationale und internationale Treffen und gemeinsame Aktionen. Z.B. werden in diesem Jahr zu Muttertag Dutzende von passenden Büchern im Schloßpark von Düsseldorf-Benrath freigelassen.

Und in Solingen ist es seit 10 Jahren Tradition zu Ostern auf der Trasse Bücher für Lesefreunde zur Verfügung zu stellen. Das können schon mal bis zu 1000 Bücher sein…..

Da kommen viele Leute von weit her und bringen große Taschen mit!

Es wurden auch schon Mandalas mit Büchern gestaltet, Flash-Mobs organisiert und Bücher- und Info-Stände bei Volksfesten etc. gibt es auch häufiger.

Teilweise machen Stadtbüchereien und Buchläden mit  - aber auch Verlage und Autoren.

Das ist nachhaltige Leseförderung auf breitem Niveau, einfach, unkompliziert und ohne großes Budget.
Bookcrossing ist ein weites Feld, es gibt unzählige Spielarten, jeder findet darin seine Lieblingsvariante und kann sein eigenes, ganz individuelles Bookcrossing gestalten.


Und wenn man nicht nur die Lesefreude allgemein fördern kann, sondern durch Weitergabe der Bücher der Global Marshall Plan Initiative auch noch dafür sorgen kann, dass sich gute und wichtige Ideen weiter verbreiten und Bücher Überzeugungsarbeit leisten, macht das Ganze noch mehr Sinn.

 

Ein Bericht von Veronika John-Wickel