11.03.2013 - 15:15

Bhutan: Ein Musterbeispiel der Nachhaltigkeit

 

Als erstes Land der Welt strebt Bhutan an, seine Landwirtschaft gänzlich biologisch zu gestalten. Der Verkauf von Pestiziden und Herbiziden soll gänzlich verboten werden. Für die lokalen Bauern heißt das, sie müssen sich zukünftig ausschließlich auf organische Dünger verlassen. Dies könnte bedeuten, dass in Summe weniger Nahrungsmittel produziert werden können. Zur selben Zeit will die Regierung des kleinen, 1,2 Millionen Einwohner zählenden Königreichs im Himalaya die Exporte hochqualitativer Nischenprodukte steigern.

Auf der erst vor kurzem über die Bühne gegangenen Konferenz in Delhi zum Thema Nachhaltige Entwicklung kam man zur Erkenntnis, dass die Verwendung von Chemikalien besonders aufgrund der gebirgigen Landschaft schwerwiegende Folgen für Wasser und Pflanzen haben könnte. Die überwiegende Mehrheit der Menschen im Bhutan sind Buddhisten, welche an ein Leben in Harmonie mit der Natur glauben und Tieren als auch Pflanzen äußersten Respekt schenken. Viele der Kabinettsmitglieder sind selbst Landwirte und sich durchaus bewusst, dass der Schritt hin zu 100% ökologischer Landwirtschaft nur mittels eines durchdachten und kontinuierlichen Prozesses realisierbar ist.

Bhutan hat seine Pforten zum Einfluss der Weltwirtschaft erst vor 30 Jahren geöffnet. Die Globalisierung hat seitdem ihre Spuren in der überwiegend ländlichen Nation hinterlassen. Die Bevölkerung wächst mit außerordentlich hoher Geschwindigkeit während immer mehr junge Menschen das Land verlassen, was wiederum den Drang hin zu kulturellen Veränderungen stärkt. Die Zukunft des Landes ist maßgeblich davon abhängig, wie die zahlreichen miteinander verbundenen Herausforderungen unserer Zeit bewältigt werden können.

Wenn wir uns wieder der Landwirtschaft zuwenden, so beobachten wir eine beträchtliche Skepsis auf Seiten der Bauern, die aufgrund einer Serie besonders trockener und heißer Jahre Zweifel hegen, ob ein Überleben und die Ernährung der eigenen Familie ohne den Gebrauch von Chemikalien denn überhaupt möglich sein wird. Einige der Kleinbauern antworten auf diese Umstände mit viel Kreativität und entwickeln neue und innovative Methoden, wie z.B. „sustainable root intensification“, um mehr anbauen zu können und gleichzeitig die Bodenqualität beizubehalten. Neben dem Ausmaß an bewässerten und zum Anbau geeigneten Landflächen, soll auch die Verwendung traditioneller beständiger Ernten erhöht werden.

Im internationalen Vergleich stellt Bhutan andere Länder im Punkto nachhaltiger Entwicklung mit vollkommener Klimaneutralität und Ernährungssicherheit in den Schatten. Außerdem haben 95 % der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser und Elektrizität, 80% des Landes ist bewaldet. Anstatt des Bruttoinlandsprodukts misst Bhutan seine wirtschaftliche Entwicklung mittels der Erhebung des sogenannten Bruttosozialglücks (Englisch). Eine ernst zu nehmende Gefahr birgt die stetig steigende Anzahl an Autos, welche die Nachfrage nach Treibstoffen und Energie in die Höhe treibt.

Im Originalartikel (Englisch) finden Sie weitere Einblicke in die Vorhaben dieses aufsehenerregenden und erfrischend anderen Staates.


(Quelle: www.guardian.co.uk; Bilder: www.themindfulword.org, www.worldcrunch.com)