21.03.2017 - 13:15

Auf die Straße für Europa - Pulse of Europe

 

In über 70 Städten Europas kamen am Sonntag, den 26.03.2017, geschätzte 30.000 Menschen zusammen, um friedlich für ein vereintes und demokratisches Europa zu demonstrieren.

„Lasst uns lauter und sichtbarer werden“, fordert die überparteiliche Initiative Pulse of Europe. Sie ruft alle Europäerinnen und Europäer auf Farbe zu bekennen für ein tolerantes, friedliches und vereinigtes Europa. Diesem Aufruf sind in den letzten Wochen Tausende gefolgt. Seit Januar finden jeden Sonntag um 14 Uhr Demonstrationen in mittlerweile über 70 europäischen Orten statt.


Die Bewegung wurde in Frankfurt am Main nach dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump von dem Anwaltspaar Simone und Daniel Röder gegründet. Die erste Demonstration fand Ende letzten Jahres in Frankfurt mit ein paar hundert Teilnehmenden statt. Seither wächst sie stetig: Am Sonntag dem 26.03., ein Tag nach dem 60- Jährigen Jubiläum der Römischen Verträge kamen in Frankfurt 3500 Menschen zusammen. Eine Woche zuvor feierten hier 3000 Menschen den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den Niederlanden. Denn der rechtspopulistische Kandidat Geert Wilders schnitt bei weitem nicht so gut ab, wie im Vorfeld vermutet und konnte sich nicht als stärkste Kraft durchsetzen. „Die Niederlande haben gezeigt: Populismus ist nicht wie schlechtes Wetter. Man kann etwas dagegen tun.“, schlussfolgerte ein niederländischer Demonstrant. Dem stimmten die Mitdemonstrierenden zu. Man wolle die Diskussion über Europa nicht Populisten wie der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen oder der AFD überlassen.

Umso mehr überraschte die Demonstrierenden deshalb die Mitteilung von Pulse of Europe via Twitter, dass auch Pegida-Anhänger willkommen seien, solange sie für ein einheitliches Europa demonstrierten. Die Bewegung solle überparteilich sein und das ganze politische Spektrum mit einbeziehen. 
Es geht ihnen um den Grundgedanken der EU, nicht um "spalterische Diskussionen", so der Initiator. Denn dass die "EU nicht perfekt" ist und auch Fehler hat, wissen auch die Organisatoren.

Gegner werfen der Bewegung vor, dass sie selbst keine Verbesserungsvorschläge vorbrächten und die Ziele der Bewegung zu unkonkret seien.  Die Gründerin der Denkfabrik European Democracy Lab Ulrike Guérot spricht sogar davon, dass die Bewegung ohne konkrete Ziele nichts bewirken könne und zerfallen würde. 
Doch darum geht es erst einmal nicht, sondern darum, ein Zeichen zu setzen, für Europa in einer Zeit, in der die Gegner immer mehr zu werden scheinen. Deshalb sollen die allsonntäglichen Demonstrationen  bis zur Bundestagswahl im September weiterhin stattfinden.

 

 

Hier gelangen Sie auf die Website von Pulse of Europe.

 

In folgenden Orten finden Demonstrationen statt:

Deutschland
Aachen, Katschhof
Bad Driburg, Rathaus
Bad Kreuznach, Kornmarkt
Baden-Baden, Fieserbrücke
Berlin, Gendarmenmarkt
Bonn, Markt
Bremen, Marktplatz
Celle, Am Markt
Darmstadt, Karolinenplatz
Dortmund, Hörder Burgplatz (Phönixsee)
Dresden, Neumarkt
Düsseldorf, Burgplatz
Erfurt, Wenigemarkt
Essen, Hirschlandplatz
Frankfurt am Main, Goetheplatz
Freiburg im Breisgau, Augustinerplatz
Friedrichshafen, Buchhornplatz
Fulda, Universitätsplatz
Gießen, Berliner Platz 1
Göttingen, Gänseliesel Altes Rathaus
Halle a.d. Saale, Marktplatz
Hamburg, Rathausmarkt
Hameln, Am Stockhof
Hannover, Ernst-August-Platz
Heidelberg, Universitätsplatz
Jena, Holzmarkt
Karlsruhe, Platz der Grundrechte
Kassel, Königsplatz
Kiel, Rathausplatz
Koblenz, Jesuitenplatz
Köln, Bahnhofsvorplatz
Konstanz, Gondelehafen
Krefeld, Neumarkt
Leipzig, Markt
Magdeburg, Haltestelle Alter Markt
München, Max-Joseph-Platz
Münster, Prinzipalmarkt
Nürnberg, Straße der Menschenrechte
Oldenburg, Julius-Mosen-Platz
Offenburg, Rathaus
Passau, Ludwigstraße/Theresienstraße, Engel des Friedens (Pausiert bis zum 23.04)
Potsdam, Am Brandenburger Tor, Luisenplatz
Rheine, Borneplatz
Rostock, Universitätsplatz (Brunnen der Lebensfreude)
Stuttgart, Schlossplatz
Trier, Hauptmarkt
Tübingen, Holzmarkt
Wiesbaden, Dernsches Gelände

Niederlande
Amsterdam, Museumplein

Frankreich
Lyon, Place des Terreaux
Montpellier, Place de la Comédie
Paris, Rue Rambuteau (zwischen Jardin des Halles und St. Eustache)
Strasbourg, Place Kleber
Toulouse, Place du Capitole

Großbritanien
Bath, Abbey churchyard

Portugal
Lissabon, Praça de Luís de Camões

Belgien
Brüssel, Place de la Monnaie

Österreich
Innsbruck, Maria-Theresien-Straße/Annasäule
Wien, Karlsplatz

Irland
Galway, Eyre Square

Luxemburg
Luxemburg, Place Clairefontaine

 



Bildquelle:
Abb 1: von Martin Kraft auf flickr.com, CC BY-SA 2.0
Teaserbild: von Martin Kraft auf flickr.com, CC BY-SA 2.0