05.06.2013 - 11:30

12 Ziele für nach 2015

Mehr als 700 Organisationen aus mehr als 100 Ländern wirkten bei der Definition der neuen globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen mit und bestimmten den einjährigen Konsultationsprozess. Am 31. Mai wurde nun das Ergebnis, die Empfehlungen für ein neues Set an Entwicklungszielen, an UN Generealsekretär Ban Ki-moon übermittelt:

  1. End Poverty
  2. Empower Girls and Women and Achieve Gender Equality
  3. Provide Quality Education and Livelong Learning
  4. Ensure Healthy Lives
  5. Ensure Food Security and Good Nutrition
  6. Achieve Universal Access to Water and Sanitation
  7. Secure Sustainably Energy
  8. Create Jobs, Sustainable Livelihoods and Equitable Growth
  9. Manage Natural Resources Assets Sustainability
  10. Ensure Good Governance and Effective Institutions
  11. Ensure Stable and Peaceful Societies
  12. Create a Global Enabling Environment and Catalyze Long-Term Finance

Auf die Veröffentlichung des Reports, reagierte Neva Frecheville (CAFOD) Co-Vorsitzende der Kampagne Beyond2015, die auch von der Global Marshall Plan Initiative unterstützt wird: „Die Zivilgesellschaft betonte die Notwendigkeit eines neuen universellen Rahmenwerks, um die Millennium Development Goals (MDGs) nach 2015 zu ersetzen. Wir gratulieren dem von Ban Ki Moon beauftragten Ausschuss für seinen Mut die Industrieländer dazu zu drängen, Handel, Steuern und Transparenz zu reformieren, gesetzeswidrige Kapitalbewegungen zu verfolgen und globale Finanz- und Rohstoffmärkte sowie große multinationale Unternehmen aufzufordern, endlich Verantwortung für soziale und ökologische Auswirkungen ihrer Aktionen zu übernehmen."

Während die Verantwortlichen der neu formulierten Ziele in manchen Bereichen sehr erfolgreich waren, wurde in anderen Bereichen das Ziel verfehlt. Der Report scheitere beispielsweise darin, die aktuelle Wachstumsgeschichte und den aktuellen Stand der globalen Finanzkrise wirklich anzugehen.

Mwangi Waituru, Mitarbeiterin des Seed Institute in Kenya und Co-Chair von Beyond2015 meinte dazu: „Dieser Report könnte den Weg für transformative politische Prozesse auf der globalen wie nationalen Ebene voranbringen; er leite ein neues Konzept der „Fünf Transformationsebenen“ ein, welche menschenorientiert und planetensensitiv sind. Eine neue globale Partnerschaft basierend auf einem solchen Geist der Neuerung, der die Werte eines partizipieren Prozesses berücksichtigt und die Perspektiven aller Menschen reflektiert, wird unter allen Umständen helfen unsere Vision einer gerechten und nachhaltigen Welt zu realisieren. Jetzt brauchen wir Regierungen die zusammenarbeiten und diese Vision umsetzen.“

Umwelt, Nachhaltigkeit, Konsum und Wachstum?

Beyond 2015 begrüßt die Berücksichtigung, dass die Ausrottung der Armut in der Welt nicht ohne den Schutz der natürlichen Umwelt geschehen kann, da diese menschliches Leben unterstützt. Weiter sei es vielversprechend zu sehen, dass Maßnahmen - in Industrie- wie Entwicklungsländern - zur Reduzierung der Auswirkungen von Konsum, Produktion, Handel, Abfall und Umweltverschmutzung gefordert werden. Jedoch scheinen die positiven Absichten zu nachhaltigem Konsum und Produktion im Widerspruch mit den Aussagen zu Ökonomischem Wachstum zu sein. Es sei ein Irrglaube zu behaupten dass weiteres Wachstum ohne Konsequenzen wäre und dass der Lebensstil der Reichen nicht angesprochen werden müsse. Der Report scheitere unter anderem im Bereich der Umverteilung von Wohlstand und Zugang zu Ressourcen.

Armut und Ungleichheit

Beyond 2015 begrüßt besonders das Ziel Ungleichheiten in den Fokus zu rücken, da diese maßgeblich für die Zurückhaltung weiteren Fortschritts in der Armutsreduzierung darstellt. Eine Differenzierung in den Zielen was Geschlecht, Behinderung, Ethnie, Einkommen und anderen Gruppen anbelangt, ist ein wesentlicher Fortschritt.

Jedoch möchte Beyond 2015, dass Regierungen die Notwendigkeit für Ziele zur Reduzierung der Einkommensungleichheit weiter untersuchen, da diese in vielen Gesellschaften immer mehr zunimmt und das soziale wie ökonomische Potenzial der Menschheit untergraben.

Während das Ziel der Armutsreduzierung lobenswert sei, müssten mehr getan werden um den Lebensstandard der Ärmsten zu steigern. Entlang des wünschenswerten Ziels die Menge an Menschen zu reduzieren, die unter der national bestimmten Armutsgrenze liegt, empfiehlt Beyond 2015, dass die UN Mitgliedstaaten auch die Lebensumstände der Menschen die von nur $2 oder $4 am Tag leben zu beobachten.

Mehr zum Thema und der aktuellen Diskussion - den kompletten Report (Englisch), erste Reaktionen sowie eine Zusammenfassung in verschiedenen Sprachen - finden Sie unter www.beyond2015.org.

(Quelle: www.beyond2015.org)