Während eines Vorbereitungstreffens für den in April 2012 stattfindende UN-Biodiversitätsrat IPBES behauptete Carsten Rahbek, Direktor des Zentrums für Makroökologie, Evolution und Klima der Universität Kopenhagen, dass die Erhaltung der Artenvielfalt ein komplizierteres Problem als die Dämmung der negativen Folgen des Klimawandels darstellt.
Da Artensterben um das 100- bis 1.000-Fache schneller als die natürliche Rate verläuft, stehen Artenvielfalt und die Lage der Ökosysteme jetzt auf „Alarmstufe Rot“, die Experten das „Sechsten Massensterben“ genannt haben. Das letzte derartige Massensterben vor 65 Mio. Jahren verursachte das Verschwinden der Dinosaurier und vieler anderen Arten, weslches auf einen globalen Klimawandel zurück verfolgt werden kann. Rahbek schreibt dieses Massensterben „dem Wettkampf um Ressourcen einer Spezies des Planeten - des Menschen - gegen alle anderen“ zu.
Christoph Görg, Leiter des Departments für Umweltpolitik am Zentrum für Umweltforschung betonte unter anderem, dass es große wirtschaftliche und soziale Konsequenzen des Artenverlustes gibt, die jedoch fast immer unerkannt bleiben.
Nachdem die Vereinten Nationen Ihre Unterstützung des IPBES verkündeten, erwarteten die Experten dass bereits im herbst 2011 ein Gremium eingeführt wird, was jedoch erst im April bei der UN-Konferenz in Panama City der Fall sein wird. Görg sagte dass die Situation kompliziert ist, hofft jedoch, dass das IPBES-Gremium öffentliche Aufmerksamkeit auf aller Ebene erreicht und vorhandene Artenschutz-Konventionen verbessern kann.
(Quelle: Sonnenseite; Bilder: Treehugger)
Prof. Dr. Maria Behrens, ist Universitätsprofessorin für Internationale Beziehungen und Vergleichende Politikwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal, Sprecherin des Faches Politikwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal sowie des Arbeitskreises „Internationale Politische Ökonomie“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Mit ihrem vorliegenden Text liefert die Global Marshall Plan Unterstützerin einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Initiative.
Bilateralismus in der Außenwirtschaftspolitik: Second-best oder Worst-of-all-Strategie?
"Auf dem Wirtschaftsforum in Davos verkündeten der Premierminister Englands, David Cameron, und die Bundeskanzlerin Angela Merkel, die seit 2001 laufenden Welthandelsgespräche von Doha für gescheitert. Trotz aller Bemühungen, die Welthandelsrunde Ende 2011 zu einem Abschluss zu bringen, konnten die unterschiedlichen Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer nicht vermittelt werden. Die Aussage in der Süddeutschen Zeitung vom 27. Januar 2012, nun drohe eine verstärkte Hinwendung zum Bilateralismus, übersieht, dass der Bilateralismus als „Second-best-Strategie“ schon seit über einem Jahrzehnt von den Industrieländern praktiziert wird und als „Export-Protektionismus“ (Bhagwati) bezeichnet werden kann. Ein zentrales Anliegen wirtschaftlich stärkerer Länder gegenüber schwächeren sind unter anderem Regeln zum Investitionsschutz, die bisher aus deren Perspektive nicht hinreichend multilateral realisiert werden konnten (z.B. im Rahmen der 1995 geführten OECD Verhandlungen über ein multilaterales Investitionsabkommen). Laut dem Investitionsbericht der UNCTAD 2011 gibt es bereits 6,092 bilaterale Investitionsabkommen, die in Form unterschiedlicher Verträge zwischen Staaten abgeschlossen wurden. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Anzahl von „Bilateral Investment Treaties“ (BITs) rasant angestiegen. In einer zweiten Generation wurden BITs in regionale Freihandelsabkommen (Free Trade Agreements, FTAs) integriert, die umfassender sind und z.B. ein eigenes Streitschlichtungsverfahren vorsehen. ..."
Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag von Prof. Dr. Maria Behrens (ca. 1,5 Seiten).
*** Die Initiative lebt vor allem von der Begeisterung ihrer Unterstützer sowie deren Bereitschaft, eigene Kernkompetenzen einzubringen. Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen wirken im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Umsetzung der gemeinsamen Forderungen. Über den Newsletter unserer Initiative, welcher monatlich von mehr als 10.000 Interessierten empfangen wird, werden Aktivitäten, Projekte und inhaltliche Beiträge aus unserem Netzwerk kommuniziert. Er dient somit als Sprachrohr der Initiative. ***
Die Südwestpresse veröffentlichte im Zusammenhang mit der Ankündigung der Ulmer Hochsuhltage Tipps, wie jeder Einzelne die Welt ein bisschen besser machen kann. Die Anregungen stammen aus dem Buch "Ökosoziale Marktwirtschaft - Historie, Programm und Perspektive eines zukunftsfähigen globalen Wirtschaftssystems", herausgegeben von Franz Josef Radermacher, Josef Riegler und Hubert Weiger. Die Tipps sind leicht umzusetzen und somit für jedermann geeignet. "Wählen Sie zwei bis drei Möglichkeiten aus, die zu Ihnen passen. Wenn sie zur Routine geworden sind, fügen Sie eventuell weitere hinzu", schreiben die Autoren im Buch.
Hier sind einige der Anregungen:
Weitere Tipps finden Sie hier.
Der Artikel erschien in Zusammenhang mit einer Ankündigungzu den Ulmer Hochschultagen, welche am 3./4. Februar 2012: „Ideen gegen die Brasilianiserung“. Mehr zum Ulmer Hochschultag finden Sie hier.
*** Die Hochschultage sind ein gemeinsames Projekt von der Global Marshall Plan Initiative und fünf weiteren Partnerorganisationen. Interessierte und Lokalgruppen, die einen solchen Hochschultag organisieren möchten, können sich gerne unter hochschultage@globalmarshallplan.org im Projektbüro der Initiative melden.***
Der Anstieg des Meeresspiegels als Folge des Klimawandels betrifft vor allem Saaten wie die Niederlande und Bangladesh. Viele Teile dieser Länder liegen unterhalb des Meeresspiegels.
Dieser Film von Anna Cavazzini and Christoph Knorr zeigt, wie die Menschen in den beiden betroffenen Staaten damit umgehen. Die Niederländer können sich durch Deiche, Poldern und Sperrwerke noch relativ gut gegen das Wasser schützen, doch den Menschen in Bangladesch bleibt oft nur die Option ihren Wohnsitz zu verlassen und in Gebiete mit besseren Lebensbedingungen zu flüchten.
In der öffentlichen Debatte ist das Thema klimabedingter Migration noch nicht wirklich angekommen. Es gibt im internationalen Recht keine anerkannte Definition für Personen, die wegen der Vernichtung der Umwelt oder Klimawandel fliehen müssen. Dieser Film will das Thema besser beleuchten und auf die Folgen des Klimawandels insbesondere für Entwicklungsländer aufmerksam machen.
(Bilder: Screenshots vom Film)
Das aktuelle Buch vom Weltklimagipfel in Durban/Südafrka von Andreas Wolfsteiner und Günter Wittmann erläutert Alternativen zur heutigen Klimaschutzpolitik.
Voraussetzungen für einen funktionierenden Klimaschutz sind nach Meinung der Autoren vor allem ein realistisches Menschenbild und eine realistische Vorstellung darüber, wie Wirtschaft funktioniert. Sie argumentieren, dass Klimaschutz heutzutage nur ein Erfolg ist, wenn es um Geld geht. Nur wenn CO2 einen Preis bekommt und sich damit Klimaschutz für Unternehmen und für Bürger aus egoistischen Motiven rechnet, besteht eine Chance, den CO2-Ausstoß nachhaltig zu reduzieren.
Es werden konkrete Vorschläge auf nationaler, EU- und internationaler Ebene werden vorgestellt, sowie die sozialen Aspekte des Klimaschutzes und technische Potenziale beleuchtet.
Das Buch kann für 19,99€ bei amazon bestellt werden.
Seit mehr als 15 Jahren veranstaltet das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) die Berliner Zukunftsgespräche. In der Veranstaltungsreihe diskutieren Expertinnen und Experten, sowie Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur über aktuelle Themen der Zukunftsforschung und –gestaltung.
Regelmäßig weist die Global Marshall Plan Initiative auf diese Veranstaltungen hin, die in der letzten Zeit u. a. die Themen „Zukünfte europäischer Städte und Megacities“, „Die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Politik“ und zuletzt das Thema „Wie bleiben wir langfristig zukunftsfähig“ behandelte.
Das IZT stellt die Mitschnitte der Zukunftsgespräche regelmäßig online und ermöglicht so, dass auch Menschen die an den Gesprächen nicht teilnehmen können, ausreichend informiert bleiben.
Zu den Mitschnitten gelangen Sie hier.
(Bilder: Website IZT)
Das neue Projekt „TuNur“ bringt die Zukunftsvision der DESERTEC Foundation, die die Wüste der Erde die Menschheit mit sauberem und nachhaltigem Strom versorgen, einen Schritt weiter in Richtung Realität.
Durch tausende Spiegel werden die solarthermischen Kraftwerke des TuNur Projektes die Wärme der tunesischen Sonne benutzen, um bis zu 2 Gigawatt Strom zu erzeugen.
Die erste Bauphase beginnt im Jahr 2014, womit der erste Strom erwartungsgemäß im Jahr 2016 durch eine verlustarme Leitung über Italien nach Europa fließen wird.
Das Projekt erfüllt die Kriterien der DESERTEC Foundation und sieht es als vorbildliches Pilotprojekt für weitere Solar- und Windkraftprojekte in der Sahara. Das „TuNur“ Projekt zeigt viele sozialökonomisch Vorteile für Tunesien, wie die wirtschaftliche Entwicklung, die durch lokale Arbeitsplatzbeschaffung und Investition in der Region geschaffen wird. Im Vergleich zu Mitteleuropa bietet Tunesiens Wüste weite, ungenutzte Flächen und eine ein bis zu dreimal höhere Sonneneinstrahlung.
Wenn das Projekt aufgestellt und in Betrieb ist, werden die solarthermischen Kraftwerke von TuNur bis zu 700 000 europäische Haushalte Tag und Nacht zuverlässig mit Strom versorgen.
Die DESERTEC-Foundation treibt die globale Energiewende hin zu erneuerbaren Energien voran. Ausreichende saubere Energie kann so in der Wüste erzeugt werden, um die Menschheit nachhaltig zu versorgen. Entwickelt von einem Netzwerk von Politikern, Wissenschaftlern und Ökonomen strebt das DESERTEC-Konzept, ein Projekt der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, die Stromerzeugung durch Solar- und Windenergien an. Das Konzept ist weltweit anwendbar, da in jedem bewohnten Kontinent der Welt geeignete Wüsten vorhanden sind.
(Quelle: Sonnenseite. Bild: Nur Energie)
In einer von WEED (World Economy, Ecology & Development) mit herausgegebenen Studie, die von Friends of the Earth Europe koordiniert wurde, werden die europäischen Finanzakteure im Rohstoffanlagemarkt betrachtet und bewertet.
Im Zuge der andauernden Turbulenzen auf den Finanzmärkten werden Geschäfte mit Agrarrohstoffen zunehmend interessant für Investoren und Spekulanten. Dies führt zu Preisen, die nicht mehr nur auf Nachfrage und Angebot beruhen, sondern stark von Spekulationen und Investitionen abhängen.
Die Finanzgeschäfte mit Rohstoffen führen somit vor allem zu höheren Lebensmittelpreisen für die Konsumenten. Die hohen Preise treffen die Schwächsten am härtesten und bedrohen ihr Recht auf Nahrung. Auch die Landwirte sind von den Preisschwankungen betroffen, denn sie bedrohen die Rentabilität der Betriebe und machen es den Landwirten schwer ein gesichertes Einkommen zu erhalten.
Die Studie erläutert eine Reihe von Maßnahmen um die EU-Finanzmärkte zu regulieren und die Finanzdienstleistungspolitik der Unternehmen hinsichtlich Nahrungsmittelderivaten und Grundstücksgeschäften zu verschärfen
In diesem Zusammenhang hat WEED gemeinsam mit Misereor und Oxfam ein Hintergrundpapier zum Rohstoffgeschäft der Deutschen Bank erstellt. Die Deutsche Bank ist bei dem Geschäft mit Rohstoffanlagen ganz vorne dabei: alleine über die ermittelten 45 Fonds wurden Anfang 2011 Agrarfutures im Wert von schätzungsweise fast 5 Milliarden Dollar gehalten.
Das Hintergrundpapier wurde gerade mit einer Pressemeldung veröffentlicht, in der die Deutsche Bank zum Ausstieg aus diesem Geschäft aufgefordert wird.
Lesen Sie die vollständige Studie (Englisch) und das Hintergrundpapier zum Rohstoffgeschäft.
(Bilder: WEED)
Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Unterstützer des Global Marshall Plan, steuerte unlängst das Vorwort zum Buch "Steuermaßnahmen zur nachhaltigen Staatsfinanzierung" bei, welches von den beiden Steuerexperten Lorenz Jarass und Gustav Obermair verfasst wurde.
Auf dem Buchrücken heißt es:
„Die öffentlichen Haushalte sind strukturell unterfinanziert, überwiegend nicht wegen zu niedriger Steuersätze, sondern weil erhebliche Teile von in Deutschland erworbenen Einkommen unbesteuert bleiben. Insbesondere können in Deutschland erwirtschaftete Kapitalentgelte in Form von Schuldzinsen und Lizenzgebühren unbesteuert in Steueroasen fließen. Ein beträchtlicher Teil der Vermögen bleibt dauerhaft und auch bei Vererbung fast unbesteuert".
Zu denen im Buch aufgelistet Maßnahmen, um diese gesetzgeberischen Versäumnisse nachzuholen, zählen u.a.
Das Buch kann hier heruntergeladen oder für 9,50€ beim MV-Verlag bestellt werden.
(Quelle: Steuermaßnahmen zur nachhaltigen Staatsfinanzierung)
"SCHLECHTER ALS NICHTS"
Eine EU-weite Steuer auf Börsenumsätze AN STELLE einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer wäre ein Schritt in die falsche Richtung. So wie schon bei den Regelwerken von "Basel-II" und "Basel-III" würden wieder jene Bereiche der Finanzwirtschaft benachteiligt, welche sich der ursächlichen Aufgabe von Banken widmen, nämlich für die Finanzierung der produzierenden Wirtschaft zu sorgen.
Der "spekulative" Sektor käme wieder ungeschoren davon, denn die "giftigen" bis "hochgiftigen" Geschäfte der Spekulation werden bekanntlich außerhalb der Börsen "OVER THE COUNTER" abgewickelt.
Es ist für mich höchst alarmierend, wenn Herr Philipp Rösler, FDP, als Juniorpartner der deutschen Regierung - in der Meinungsforschung kaum noch wahrnehmbar - die Macht hat, um den Zug EU in die falsche Richtung zu steuern.
Ich frage mich, wie lange sich sowohl in der EU wie auch auf globaler Ebene Regierungen und Staaten wie der Hase von den "Igeln" Ratingagenturen und Investmentbankern zu Tode hetzen lassen? "Das Monster ist außer Kontrolle geraten", sagte der damalige deutsche Bundespräsident vor exakt vier Jahren. Im September 2008 platzte die Bombe und zwang die Staaten zu einem sprunghaften Anstieg der Staatsschulden, um die Finanzwirtschaft zu retten. Dafür werden sie nun "abgestraft".
Was ist aus denn hehren Ankündigungen der "G-20" vom Frühjahr 2009 geworden? Wann werden Regierungen endlich erkennen, dass nationalstaatliche Egoismen und Tricksereien letztlich für alle kontraproduktiv sind?
Dabei würde es genügen, GEMEINSAM auf globaler Ebene einige Pflöcke einzuschlagen, um sich aus dem Dilemma des Zauberlehrlings zu befreien. Ich nenne nur einige Beispiele:
1. Eine WELTWEITE Abgabe auf Kapitaltransfers, die man dann in einer Höhe festsetzen könnte, dass exzessive Spekulation unwirtschaftlich und die Geldveranlagung in Produktion, Infrastruktur, Forschung, Entwicklung etc. attraktiver wird als Spekulation um der Spekulation willen. Die Überwindung der durch die spekulative Finanzwirtschaft ausgelösten Schuldenproblematik und die Finanzierung dringender globaler Aufgaben wäre ein willkommener Zusatznutzen.
2. Das "Trockenlegen" aller Steueroasen als Fluchtpunkte für Steuerhinterziehung, Bilanzfälschung und Geldwäsche kann nur in gemeinsamer Anstrengung aller Staaten gelingen. Wann werden Regierungen endlich begreifen, dass hunderte Milliarden an Dollars und Euros an Steuerausfall nicht tolerierbar sind und für die Innenpolitik zum politischen Sprengstoff werden?
3. Wann raffen sich Regierungen - vor allem innerhalb er EU - endlich dazu auf, um der Allmacht des Oligopols von 3 profitorientierten US-Ratingagenturen Schranken zu setzen, indem die Staaten in ihrer Finanzierung aus der Doppelmühle von Down Rating und Wucherzinsen befreit werden - beispielsweise durch gemeinsame Eurobonds, einen Europäischen Währungsfonds und überhaupt eine Relativierung der Ratings für Veranlagungsentscheidungen?
4. Wann werden Regierungen, Parlamente und die globalen Institutionen dafür sorgen, dass explizit destruktive Spekulation mit Finanzprodukten, vor allem aber auch mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Energie unterbunden werden kann?
Jedenfalls zeigen die aktuellen Entwicklungen, wie dringend wir eine EU mit demokratischen, effizienten Entscheidungsstrukturen brauchen. Wer das nicht will, sollte sich verabschieden.
Josef Riegler, Vizekanzler a.D.
Die seit letztem Freitag stattfindende Internationale Grüne Woche hat schon jetzt wegweisende Akzente in der internationalen Agrar- und Ernährungspolitik gesetzt.
Auf dem in diesem Rahmen veranstalteten 4. Internationalen Agrarministergipfel erarbeiteten die Landwirtschaftsminister aus 64 Staaten Strategien zur Sicherung der Welternährung. Dabei betonten sie die Rolle einer nachhaltigen und produktiven Landwirtschaft und bekannten sich in ihrer Abschlusserklärung zu einer Landwirtschaft, die konsequent an den Prinzipien der Ressourcenschonung und der Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Kleinbauern sollen Investitionen, sowie sicherer Zugang zu Land und Wasser ermöglicht werden. Verluste und Verschwendung von Nahrungsmitteln müssen verringert werden.
Die Ergebnisse des Berliner Agrarministergipfels sollen Impulse für die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung geben, die im Juni 2012 in Rio de Janeiro stattfindet.Vor dem Gipfel trafen sich bereits 800 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft um sich mit den Landwirtschaftsministern zum Thema "Ernährungssicherung durch nachhaltiges Wachstum – Landwirtschaftliche Nutzung knapper Ressourcen" auszutauschen.
Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO) José Graziano da Silva forderte eine umfassende Partnerschaft zur Bekämpfung des Hungers, die Unterstützung von Frauen und den Zugang und die effizientere Nutzung von Wasser.
Der EU- Agrarkommissar Dacian Ciolos Wichtig weiß darauf hin, dass die Verantwortung für Nachhaltigkeit nicht nur auf Produktionsseite liege, sondern auch auf Seiten der Konsumenten.
Für die Agrarministerin Kenias, Sally Jemng'etich Kosgei, ist es vor allem wichtig, die nötige Infrastruktur herzustellen, damit in Notfällen Lebensmittel von Überschussregion in Mangelregionen gebracht werden können. Der chinesische Vize-Agrarminister Yuxiang Zhang sieht die Ernährungssicherheit in seinem Land als gut an. Für ihn stellen Industrialisierung und Urbanisierung den Grund für einen Rückgang an Ackerflächen dar. Um Produktions- und Nachernteverluste zu vermeiden, habe die Regierung in schädlingsresistente Pflanzenarten und den Hochwasserschutz sowie in Kühlhäuser investiert.
Indonesiens Agrarminister Asyraf Suswono forderte eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Forschung nach produktiveren und nahrhafteren Sorten. Sein Land setzt vor allem auf die Förderung der Selbstversorgung durch neue Produktionsflächen und verbesserte Bewässerungssysteme.
Der brasilianische Agrarminister Jorge Mendes Ribero Filho betonte, dass Landwirte die Umwelt nicht schädigen sondern erhalten und betonte, dass für seine Regierung Produktion und Umweltschutz gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Auf dem Internationalen Wirtschaftspodium legten Agrar- und Ernährungsindustrie ihre Sichtweise dar. Die Veranstalter wollen ihre Arbeit zur Verbesserung der globalen Nahrungsmittelversorgung künftig mit ihrem neu gegründeten Verein "Global Forum for Food and Agriculture Berlin e.V." vorantreiben, den sie zu Beginn der Veranstaltung vorstellten
Das Leitbild der „Green economy“ stellte für alle Teilnehmer die Antwort auf die derzeitigen Probleme dar. Diese Wirtschaftsweise umfasst die ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Profitabilität und soziale Inklusion. Dabei bildet sie kein Widerspruch zum Wachstum und ist auch kein Luxus, wie die Beigeordnete Generaldirektorin der Welternährungsorganisation FAO, Fernanda Guerrieri, mitteilte.
Der Europapräsident von John Deere, einem Hersteller landtechnischer Maschinen, betonte die Bedeutung der Ausbildung, denn „um die Welternährung nachhaltig sicherzustellen, ist ein erheblicher Koordinationsbedarf nötig, vor allem für Kleinbauern“
Den ganzen Artikel können sie hier lesen.
(Bilder: Website der Grünen Woche)
Das Magazin „The Global Journal“ hat mit der Liste der Top 100 der besten Nichtregierungsorganisationen die erste ihrer Art veröffentlicht. Das Magazin versucht so mit altmodischen Klischees und begrenzte Auffassungen über NROs aufzuräumen. „The Global Journal“ verstärkt damit den zunehmenden Einfluss von Nichtregierungsorganisationen auf gesellschaftliche Veränderungen.
Die Wikimedia Foundation habe die Spitzenposition gewonnen, weil sie als ein gutes Beispiel für die Macht einer gut umgesetzten Idee stehe. Die bekannteste Initiative der Wikimedia Foundation, Wikipedia, wurde dafür gelobt, dass sie die Art und Weise weltweit an Informationen zu kommen revolutioniert hat und dafür, wie schnell Wikipedia die größte Sammlung des verteilten Wissens in der Geschichte der Menschheit geworden ist.
Die humanitäre Hilfsorganisation CARE wurde auf Platz sieben gekürt. Gepriesen wurde ihre über 65-jährige Expertise und die lokalen Mitarbeiter, die über 95 Prozent der Arbeitskräfte ausmachen. Die Organisation könne daher ihre Projekte an die individuellen Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichten.
Top 10
#01 - Wikimedia Foundation
#02 - Partners In Health
#03 - Oxfam
#04 - BRAC
#05 - International Rescue Committee
#06 - PATH
#07 - CARE International
#08 - Médecins Sans Frontières
#09 - Danish Refugee Council
#10 - Ushahidi
Sehen Sie hier die vollständige Liste der Top 100 der besten Nichtregierungsorganisationen an.
Hier können Sie den vollständigen Artikel über CARE zu diesem Thema lesen.
(Bilder: The Global Journal)
Mit der Winterschool will die VolkswagenStiftung neuen Input für die Debatte rund um die Grenzen des Wachstums fördern. Neue Denkweisen und Modelle in diesem Zusammenhang sollen entwickelt werden. Die Winterschool „Limits to Growth Revisted“ richtet sich an 60 Nachwuchswissenschaftler der verwandten Disziplinen. Die Stiftung möchte dieser ausgewählten Gruppe Akademikern die Möglichkeit geben, Netzwerke mit Wissenschaftlern anderer Forschungsvorhaben zu bilden.
Herauskommen soll ein Positionspapier mit Systemmodellen, das neue Hypothesen Ideen und auch Fragen beinhaltet. Das Resultat wird auf der internationalen Konferenz zum Thema "Grenzen des Wachstums" in Hannover vorgestellt, die vom 28. bis 29. November 2012 stattfindet.
Die Konferenz wird von der VolkswagenStiftung und Dennis Meadows zusammen mit hochrangigen internationalen Experten verschiedener Disziplinen veranstaltet.
Folgende Fragen bilden die Diskussionsgrundlage der Winterschool:
Bewerbungen können bis zum 30. April 2012eingereicht werden.
Hier können Sie den Call for Applications und weitere Informationen (auf Englisch) erhalten.
(Bilder: arte.tv, VolkswagenStiftung)
Die im Science Magazin unter der Leitung von Drew Shindell veröffentlichte Studie des NASA Goddard Institute for Space Studies (GISS) hat etwa 400 Kontrollmaßnahmen zum Klimaschutz untersucht.
Nach der Untersuchung der Mechanismen, deren Effekte im International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) GAINS model festgehalten worden sind, benannten die Wissenschaftler 14 Mechanismen mit dem größten Nutzen für die Umwelt. Laut Shindell führt die Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels genauso wie die Reduzierung von Emissionen wie Ruß und Methan, die die Gesundheit von Menschen gleichermaßen wie die von Pflanzen beeinträchtigen, zu einem „win-win“- Effekt.
Die Klimaschutzmaßnahmen haben dabei für verschiedene Länder unterschiedliche Auswirkungen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Maßnahmen Tadschikistan, Kirgisistan und Russland den größten Schutz vor der globalen Erderwärmung bieten können, während sie für Bangladesch, Nepal und Indien einen deutlichen Rückgang an frühzeitigen Todesfällen bedeuten würden. Dem Iran, Pakistan und Jordanien würden die Maßnahmen helfen, die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern und Südasien und der Sahelregion Afrikas würden sie zu einem Wandel in den Niederschlagswerten verhelfen.
Da Ruß und Methan aber von vielen Quellen ausgestoßen werden, braucht es vielseitige Infrastrukturausbauten um die Maßnahmen zu implementieren.
Shindell weist außerdem darauf hin, dass viele Länder der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelversorgung eine größere Bedeutung zusprechen, als der Bekämpfung des Klimawandels. Doch die Maßnahmen und ihre Vorteile für die Umwelt zu kennen, könnte solche Länder motivieren, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.
Lesen Sie hier den ganzen Artikel (Deutsch) und hier die Studie (auf Englisch).
(Bild: fotolia)
Diese Woche hat das DESA, das UN Department of Economic and Social Affairs, seinen Report zur Weltwirtschaft, unter dem Titel World Economic Situation and Prospects, veröffentlicht. Der Report prognostiziert auch für die Jahre 2012 und 2013 eine weitere Konjunkturabschwächung voraus und deutet das Wachstum des Bruttoweltprodukts (BWP) auf 2,6 Prozent in 2012 und 3,2 Prozent in 2013, einem Wert noch unter Vorkrisenniveau.
Das DESA sieht die Gründe dafür im Unvermögen der Länder auf Arbeitslosigkeit und Verschuldung zu reagieren, wie das Beispiel der USA und der Euro-Zone zeigt. In den Entwicklungsländern erwartet das DESA ein Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent in 2012 und 5,8 Prozent in 2013, mit Höchstwerten in Ländern wie Indien oder China.
Der Report bietet außerdem einige strategische Richtilinien, die eine erneute Rezession verhindern würden.
Lesen Sie den ganzen Report hier (auf Englisch).
Nach Abschluss der Jahrestagung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien erklärte UN-GeneralÂsekretär Ban Ki Moon auf dem Weltgipfel für Zukunftsenergie („World Future Energy Summit“) in Abu Dhabi das Jahr 2012 offiziell zum UN-Jahr für "Nachhaltige Energie für Alle".Vom 14. bis 15 Januar 2012 fand die zweite Versammlung der Mitglieder der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (VA) statt. Mit Vertretern von über 150 Staaten, entschieden sie über das Gesamtbudget der Organisation, welches in diesem Jahr auf rund 28,4 Millionen US-Dollar steigt.
Letztes Jahr steuerte Deutschland 4 Millionen US-Dollar zum IRENA Innovations- und Technologiezentrums (IITC) in Bonn bei. Die Mitteilung, dass der chinesische Premierminister Wen Jiabao eintreten möchte, unterlegt die zunehmende Wichtigkeit von IRENA.
Im Abschluss an die IRENA Versammlung fand vom 16. bis 19. Januar 2012 der World Future Energy Summit (WFES) in Abu Dhabi ab. In Begleitung von Chinas Premierminister Wen Jiabao, zahlreichen Energieministern und über 26,000 Besuchern und 3000 Delegierten aus rund 140 Nationen, stellte der Gipfel einen wichtigen Anfangspunkt für das kommende Jahr für "Nachhaltige Energie für alle" dar. Die UN-Ziele schließen bis 2030 einen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen für alle Menschen und eine Verdopplung des Anteils der erneuerbaren Energien im globalen Energiemix ein.
(Quelle: Sonnenseite, Bildquelle: World Future Energy Summit)
Sie sind an einer Mitarbeit innerhalb der Global Marshall Plan Initiative interessiert, suchen nach neuen Inspirationen um Ihr Umfeld für die Idee eines Global Marshall Plan zu begeistern, oder denken Sie seit einiger Zeit darüber nach eine Global Marshall Plan Lokalgruppe in Ihrer Region zu gründen?
Dann werfen Sie doch einfach mal einen Blick in die folgenden beiden Dokumente –der Maßnahmenkatalog und der Leitfaden zur Gründung einer Lokalgruppe- und lassen sich inspirieren!
Seit der ersten Lokalgruppengründung im Jahr 2003 fanden sich in den verschiedensten Regionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und darüber hinaus immer wieder neue Engagierte zusammen um für eine Welt in Balance aktiv zu werden. Deren Engagement wird nicht selten von einem der mittlerweile mehr als 40 Global Marshall Plan Academy Alumni -den Absolventen des Multiplikatoren-Lehrgangs der Global Marshall Plan Foundation- angeschoben.
Bei der Zusammenstellung der hier vorgestellten Handwerkszeuge für lokal Aktive flossen sämtliche Erfahrungswerte der mittlerweile seit neun Jahren erfolgreich agierenden Initiative ein. Durch stetigen Austausch und die Kommunikation mit dem internationalen Koordinationsbüro in Hamburg profitieren neu dazu gewonnene Unterstützer somit vom wachsenden Know-How der Community.
Die beiden Dokumete werden auch innerhalb des Global Marshall Plan Workshops, welcher am 12. Mai im Koordinationsbüro in Hamburg stattfinden wird, vorgestellt werden. Sie sind herzlich eingeladen diesen Workshop als Auftakt Ihres Engagements zu nutzen! Mehr dazu finden Sie hier.
Im Maßnahmenkatalog werden verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgeführt, die anhand beispielhafter Projekte für eine Welt in Balance in Deutschland und anderen Ländern der Welt vor Ort umgesetzt werden können. Anschauliche Best-Practice-Beispiele zeigen die große Wirkungsvielfalt jedes einzelnen. Denn selbst jeder Haushalt und jede Gemeinde ist in der Lage, selbst aktiv zu werden.
Den Maßnahmenkatalog gibt es in zwei verschiedenen digitalen Fassungen, einmal im Original mit Projekt-Beispielen aus Österreich, und einmal mit Beispielen aus Deutschland. Hier können Sie die österreichische Version als pdf herunterladen und die Printversion bestellen. Hier können Sie die pdf-Version mit Beispielen aus Deutschland herunterladen (hierzu sind keine Printversionen verfügbar).
Eine engagierte Person, die die Gruppengründung und Aktivitäten vorantreibt, Treffen organisiert, Menschen dazu einlädt und die Neugierde, Motivation und das Interesse weiterer Menschen zu wecken weiß, genügt, um die Gründung einer Lokalgruppe zu initiieren!
Neben einigen Hintergrundinformationen zur Wirkungsweise und dem Agieren innerhalb der Initiative, erfahren Sie wie sie andere Menschen in ihrem Wirkungskreis aktiv zum Umdenken anregen und somit am notwendigen Wandel zu einer gerechteren Globalisierung beitragen können. Außerdem werden formale Angelegenheiten, die Erwartungen des Koordinationsbüros und weitere Leistungen der Foundation erläutert.
Der Leitfaden befindet sich noch im Entwurfsstadium und kann hier im pdf-Format heruntergeladen werden. Anregungen und Ergänzungen sind herzlich willkommen unter info@globalmarshallplan.org.
Berlin: (hib/KOS) Ein heftiger Streit über den Wachstumsbegriff und über die Bedeutung einer steigenden Wirtschaftsleistung für die ökonomische wie gesellschaftliche Entwicklung prägte am Montagnachmittag den Auftakt der Sitzung der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“.
Der Sachverständige Karl-Heinz Paqué definierte das Wachstum samt der ihm innewohnenden technischen und wissenschaftlichen Innovationskraft als Chance, Fortschritte wie etwa ökologische Erneuerungen oder Arbeitszeitverkürzungen zu ermöglichen. Experten wie Michael Müller oder Dietmar Hexel riefen hingegen dazu auf, über negative Aspekte eines rein quantitativen Wachstums wie die Umweltbelastung und über die Frage zu diskutieren, wie sich auch bei niedrigen Wachstumsraten die gesellschaftliche Entwicklung im Sinne von Wohlergehen oder ökologischer Nachhaltigkeit voranbringen lasse.
Die Kontroversen spielten sich überwiegend zwischen dem Koalitions- und Oppositionslager ab. Der Enquetekommission gehören unter dem Vorsitz von Daniela Kolbe (SPD) 17 Parlamentarier und 17 von den einzelnen Fraktionen berufene Experten an. Aufgabe des Gremiums ist es, das rein ökonomisch und quantitativ ausgerichtete Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Messgröße für gesellschaftliches Wohlergehen weiterzuentwickeln und etwa um ökologische, soziale und kulturelle Kriterien zu ergänzen. Letztlich soll die Arbeit in die Definition dessen münden, was als qualitatives Wachstum gelten kann.
Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny wies die Kritik, ein dynamisches Wachstum habe negative Auswirkungen auf die Umwelt, mit dem Argument zurück, eine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sei für ökologische Fortschritte unabdingbar.
Die liberale Politikerin: „Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung hängen eng zusammen.“ Aus ihrer Sicht ist beispielsweise der Ausbau der erneuerbaren Energien ohne Wachstum nicht zu finanzieren, wozu auch der Export dieser innovativen Technologie besonders in die Dritte Welt gehöre. Wachstum sei zudem bedeutsam für das soziale Wohlergehen. In einem ökonomisch entwickelten Land wie der Bundesrepublik Deutschland „kann sich jeder Medizin leisten, in Afrika ist das nicht der Fall“, sagte Skudelny. Angesichts technischer Fortschritte etwa bei Autos oder Kühlschränken betonte die FDP-Parlamentarierin, dass Wachstum nicht mit ökologischen Belastungen einhergehe, sondern Verbesserungen bewirke.
Paqué assistierte mit dem Hinweis, es sei ein „Merkmal reicher Gesellschaften“, wenn sich Bürger für mehr Freizeit und weniger Arbeit entscheiden könnten. Das Kernproblem sieht der Sachverständige in der mittlerweile stagnierenden Innovationskraft, was zu einer Begrenzung des Wachstums führe. Wachstum sei stets auch qualitativ ausgerichtet, da es vor allem auf technischem und wissenschaftlichem Fortschritt beruhe.
Diese Sichtweise stieß im Oppositionslager auf teils harte Kritik. Zwar plädiere niemand für ein Nullwachstum, es müsse vielmehr eine „technisch-ökonomische Veränderungsdynamik geben“, sagte Michael Müller. Der ehemalige SPD-Abgeordnete unterstrich jedoch, dass gesellschaftliche Entwicklungsziele wie etwa ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Beteiligung oder soziale Gerechtigkeit nur noch schwer mit Hilfe von Wachstum zu verwirklichen seien. Letzteres stoße an ökologische Grenzen, überdies habe sich seit den siebziger Jahren erwiesen, dass sich die früheren hohen Wachstumsraten auch über politische Eingriffe nicht mehr erreichen ließen. Dietmar Hexel sagte, die Gewerkschaften hätten ebenfalls lange Zeit auf die Erwirtschaftung eines „größeren Kuchens“ gesetzt. Über mehr quantitatives Wachstum seien jedoch Umweltbelastungen, eine zunehmende Ungleichheit bei der Vermögensverteilung, eine steigende Staatsverschuldung oder ungleiche Bildungschancen nicht zu verhindern gewesen.
Die Abgeordnete Ulla Lötzer von der Linken mahnte, es dürfe nicht sein, dass es ohne wirtschaftliches Wachstum nicht zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung komme. Der Sachverständige Norbert Reuter warnte davor, die Auswirkungen von Wachstum zu positiv zu zeichnen, und rief dazu auf, auch über die Probleme einer Wachstumspolitik zu diskutieren. Der Experte Ulrich Brand und die SPD-Abgeordnete Edelgard Bulmahn kritisierten, dass der traditionelle Wachstumsbegriff und das BIP die häufig unentgeltlich geleistete Pflegearbeit statistisch ausblendeten, die aber für das soziale Wohlergehen einer Gesellschaft von zentraler Bedeutung seien.
(Quelle: "Heute im Bundestag"-Newsletter des Deutschen Bundestages)
Elke Esders, Diplom-Politologin, ist seit zwanzig Jahren als Politische Referentin im Europäischen Parlament tätig. Darüber hinaus arbeitet sie als selbständiger Coach, ist Partner bei RobinsonHenry und offizielle Unterstützerin der Global Marshall Plan Initiative. Mit ihrem vorliegenden Text liefert sie den dritten Beitrag innerhalb unserer neuen Beitragsreihe.
Kollektive Intelligenz: Ein Weg aus der Krise?
"Krisenzeiten setzen Kräfte in Gang, die zu erstaunlichen Ergebnissen führen können. Hierzu möchte ich folgende zwei nationale Bürgerversammlungen zählen:
Die „Nationale Versammlung", auch „Ameisenhaufen“ genannt, in Island im November 2009 und den „G1000 Gipfel“ in Belgien vom November 2011. (...)
Diese Beispiele nationaler Bürgerbewegungen zeichnen folgende Elemente aus: ein hoher Grad an Selbstorganisation und Professionalität. Um die Repräsentativität der Bevölkerung zu gewährleisten wurden vorab entsprechende Studien erstellt. Der Wille, Meinungsvielfalt herbeizuführen, um Wege aus der Krise zu finden und dabei auf globaler Ebene voneinander zu lernen. Ein Rückgriff auf partizipative Gruppen-Arbeitsmethoden und auf entsprechend ausgebildete Coachs und Gruppenleiter. Ein Kooperationsangebot an die Politik statt Protest und entsprechend nur geringes Presse-Echo wegen dieses eher "leisen" Vorgehens.
Wie die Politik diese Kooperationsangebote annimmt bleibt abzuwarten. Ein Keim für Veränderungen wurde auf jeden Fall durch die nationalen Bürgerbewegungen gelegt.
Wie kann es gelingen, alle möglichen Meinungen einzubeziehen, ohne in Streit und Chaos zu enden? Wo kommen wir denn hin, wenn alle mitreden würden? Wir kämen nie zu Beschlüssen! Offenbar doch!
Schauen wir uns die Erfolgskriterien an, um auch bei großer Meinungsvielfalt zu Ergebnissen zu gelangen:..."
Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag von Elke Esders (1,5 Seiten).
*** Die Initiative lebt vor allem von der Begeisterung ihrer Unterstützer sowie deren Bereitschaft, eigene Kernkompetenzen einzubringen. Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen wirken im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Umsetzung der gemeinsamen Forderungen. Über den Newsletter unserer Initiative, welcher monatlich von mehr als 10.000 Interessierten empfangen wird, werden Aktivitäten, Projekte und inhaltliche Beiträge aus unserem Netzwerk kommuniziert. Er dient somit als Sprachrohr der Initiative. ***
Die Debatte um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der
Eurozone geht weiter. Als eine wichtige potenzielle Finanzquelle zur
Bekämpfung der Armut in unserer Welt, beobachten wir gespannt wie und ob
die Einführung der Steuer im Jahr 2012 nun vonstatten gehen wird. Hier nun die aktuellsten Entwicklungen im Überblick.
Der
französische Präsident Nicolas Sarkozy hat die Debatte weiter
angeheizt, als er ankündigte, die Steuer notfalls im Alleingang
einzuführen. Großbritannien sprach sich gegen die Steuer aus, wenn sie
nicht weltweit gilt.
Die Frankfurter Allgemeine interpretiert das Verhalten von Sarkozy als
Wahlkampfmanöver angesichts der baldigen Präsidentenwahl. Dabei wird der
Alleingang als „ökonomischer Unsinn“ bezeichnet, denn er würde die
Verlagerung der Finanzgeschäfte in andere Länder nach sich ziehen.
Sollte so eine Verlagerung nicht erfolgen, dann nur wenn der Steuersatz
extrem niedrig ausfällt, was die Steuer wiederum zu einer Farce machen
würde. Das Fazit der FAZ: Sarkozy betreibt Symbolpolitik.
Die italienische La Stampa warnte vor dem Verhalten Großbritanniens und dem Risiko, dass die übrigen Länder Europas mit einem Alleingang bezüglich der Steuer eingehen würden. David Camerons „Festhalten am Thatcher-Drehbuch der Verteidigung der City“ wurde stark kritisiert. Anscheinend weicht Cameron um so weniger von seinem Kurs ab, je mehr Merkel und Sarkozy ihre Zusammenarbeit verstärken.
Die liberale Schweizer Tageszeitung Le Temps sieht den Plan Frankreichs, die Transaktionssteuer zur Not im Alleingang einzuführen als „unnütz“. Kritisiert wird vor allem Sarkozys Kehrtwende, da er vor einigen Jahren noch völlig gegen die Steuer war. Heute dagegen ist das relativ „alte“ Konzept der Tobin-Steuer wieder aktuell. Le Temps sieht die Steuer aber nicht als Lösung für Europa an, sondern prophezeit, dass sie den Preis für Kapital noch höher treiben und damit der Wirtschaft schaden wird. Gefordert wird ein „koordiniertes und gemeinschaftliches Vorgehen“.
(Quelle: EuroTopics der Bundeszentrale für politische Bildung)
Vor wenigen Tagen wurde in Tunesien der Jahrestag der Revolution gefeiert. Sean Parker, Mitbegründer von Facebook sagte noch im Januar 2011: "Die Menschen sind vernetzt wie noch nie zuvor. Wir fangen gerade erst an zu verstehen, mit welcher Macht jeder einzelne von uns ausgestattet ist". Rückblickend betrachtet, wird jedem die Tragweite seiner Worte bewusst: Die Umbrüche mündeten in den "arabischen Frühling" und wurden über die Occupy Bewegung und "die Empörten" in die ganze Welt getragen. Überall erheben sich mittlerweile Menschen, informieren über Missstände und vernetzen sich zu globalen Aktionen. Sie alle arbeiten auf den viel zitierten "Tipping Point" hin - der Punkt an dem die kritische Anzahl erreicht ist und Systeme kippen.
Auch unsere Initiative arbeitet auf einen Systemwechsel hin. Durch Information und Aufzeigen von Alternativen leisten wir wichtige Lobby für eine Welt in Balance. Bei unserem gemeinsamen Jahrestreffen diskutierten wir über die Themen in den nächsten Monaten. "Was kommt nach der Krise?!" kristallisierte sich als eine Frage heraus, die den Koordinationskreis veranlasste sich im November mit verschiedenen Inhaltsgebern zu treffen um Thesenpapiere zu entwickeln wie man der Krise begegnen könnte.
Für das kommende Jahr lädt der Koordinationskreis alle Unterstützer ein, sich mit Vorschlägen zu beteiligen. Was sind die Themen 20 Jahre nach der Nachhaltigkeitskonferenz in Rio und 40 Jahre nach der Veröffentlichung der „Die Grenzen des Wachstums“? Diskutieren Sie gemeinsam mit anderen Unterstützern ihre Ideen und Pläne für 2012 auf Facebook oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wie soll die Global Marshall Plan Initiative 2012 aussehen? Was soll geschehen und wie wollen wir uns gemeinsam einbringen?
Wir freuen uns auf viele interessante Anregungen aus der Initiative. Lassen Sie uns auch 2012 gemeinsam für eine Welt in Balance eintreten!
(Bilder: Ergebnis-Chart zu den Zielen der Initiative vom Jahrestreffen 2011, Jahrestreffen 2011 in Augsburg, Infostand der Lokalgruppe München bei der Fairena-Messe in München im Oktober 2011)
Auch im neuen Jahr warted die ThinkCamp Genossenschaft, Mitglied im Koordinationskreises der Global Marshall Plan Initiative, mit spannenden Projekten zum Mitmachen auf:
Auf geht’s in den Frühling! Wie die Bienen, so werden wir bald auch
inspirierenden Nektar sammeln gehen. Vom 22.-29. April 2012 werden 15
bis 20 TeilnehmerInnen auf den Spuren von Vorbildern wandeln und
Projekte zwischen Berlin und Kassel besuchen. Das Thema Vorbilder findet
man heutzutage nicht so stark ausgeprägt in den Medien. Dort werden
vornehmlich Personen zur Schau gestellt, die trotz offensichtlicher
Fehlverhalten keine weitreichenden Konsequenzen für sich ziehen, wie
aktuell Politiker oder Personen aus der Wirtschaft bzw. aus dem
Bankensektor. Also wo kann man denn Vorbilder finden? Bezogen auf die
Frage nach einem nachhaltigen Lebensstil und dem „richtigen“
miteinander, könnte die Antwort bei den Orten zu finden sein, die wir im
Rahmen unserer Ökodorftour anpeilen. Darunter sind die bekanntesten
Ökodorfprojekte in Deutschland zu finden: „Ökodorf 7 Linden“, das ZEGG,
die Kommune Niederkaufungen oder die Gastwerke Escherode. Aber auch noch
nicht so bekannte Plätze mit besonderer Ausstrahlung, wo etwas Neues
entsteht, rücken in den Fokus: der „PermaKulturRaum“ an der Universität
Göttingen (in Kooperation mit der Transition Town Gruppe Göttingen) und
das Dorf Heckenbeck bei Kreiensen. All diese Initiativen werden gelebt
von Menschen die an einer positiven Vision arbeiten und zeigen wollen:“
Seht her, es geht auch anders!“. Auf dass wir uns anstecken lassen mit
dem Mut und Tatendrang etwas Neues zu wagen. Seid dabei!
Mehr Infos unter www.thinkcamp.eu.
Vom 7.-22. Juli 2012 findet das Youth Vision Futurelab-2012 statt. 72
junge Menschen aus 7 europäischen Ländern im Alter von 17-30 Jahren
werden an Visionen und Projekten für eine nachhaltige Entwicklung zu den
Themenbereichen „Arbeit, Bildung und Leben in der Zukunft“ arbeiten.
Die Teams werden experimentell, spielerisch und künstlerisch Vorschläge
für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung ausarbeiten und
Projektvorschläge an Bürger, Unternehmen und öffentliche Organe liefern.
9 interessierte deutsche Personen dieser Altersgruppe können sich ab
sofort für die Teilnahme an der Zukunftswerkstatt bewerben. Das
zweiwöchige Programm wird von der ThinkCamp gem. eG unter Mitwirkung von
Agenda-Foren ausgerichtet. Bewerber richten ihre Anfrage bitte an eu-project@thinkcamp.eu .
Mehr Infos unter www.thinkcamp.eu.
(Bildquelle: ThinkCamp)
Durch das Engagement der Lokalgruppen, deren organisierten Vorträge und Informationsveranstaltungen werden
stetig weitere Menschen und Gruppen über die globale Schieflage und damit auch
die unbedingte Notwendigkeit und die Möglichkeit globaler Ökosozialer
Rahmenbedingungen informiert. Als integrative Plattform lädt die Global Marshall Plan Initiative alle Interessierten und Engagierten zum Aktiv werden ein. Jeder hat die Möglichkeit sich und eigene Kompetenzen einzubringen.
Die folgenden beiden Einladungen sind exemplarisch zu sehen. Alle in deutschsprachigen Raum aktiven Lokalgruppen treffen sich regelmäßig und freuen sich über Interessierte und neue Mitstreiter. Informieren Sie sich hier im Lokalgruppenbereich unserer Website zu den Treffen der Lokalgruppe in Ihrer Region!
Die Lokalgruppe Düsseldorf lädt alle Interessierten ganz herzlich zu ihrem Monatstreffen am 1. Februar ein. Tatkräftige Unterstützer für die Planungen der beiden anstehenden Veranstaltungen sind herzlich willkommen!
Am 24. Januar wird unter dem Titel Die Biosprit-Lüge eine Film- und Diskussionsveranstaltung, die den Folgen des Biospritanbaus auf den Grund geht, stattfinden. Eingeführt als „ökologische“ Komponente zur Sicherung unseres Treibstoffbedarfs produzierte der Agrosprit vor allem Hunger. Beleuchtet wird die dunkle Seite eines Wirtschafts- und Lebensmodells, das in vielen Fällen auf der Armut Anderer basiert. Mehr dazu hier.
Unter dem Titel Sind wir wirklich noch zu retten? - Konzepte für eine Zukunft wird dann am 6. März der Ökonomieprofessor und Wachstumskritiker Niko Paech erläutern, warum der 'unerschütterliche Glaube an die märchenhafte Expansion der Dinge keine Erfolgsaussichten hat und wie Nachhaltigkeit am Wachstumsdrang scheitert. Auf dem anschließenden Podium diskutieren Prof. Uwe Schneidewind, Mitglied der Enquete-Kommission ‘Wachstum‘ des Deutschen Bundestages und wissenschaftlicher Leiter des Wuppertal Instituts sowie der Ökologe Dr. Daniel Dahm. Mehr dazu hier. Die Ankündigung im VHS-Programm finden Sie hier. (19:00 Uhr, Bürgerzentrum Bilk - Düsseldorf Arcaden am
Bilker Bahnhof) ein.
Unter www.netzwerk-oese.de finden Sie die Website der Lokalgruppe mit aktuellen Informationen.
Die ÖSF-Regionalgruppe Nürnberg des Ökosozialen Forums, eine Unterstützergruppe des Global Marshall Plan, lädt zu ihrem ersten Monatstreffen am Dienstag, den 7. Februar 2012 um 19.30 Uhr in Nürnberg ein. Auf dem Programm steht der Austausch über die letzten Aktivitäten, kommende Veranstaltungen und Teilnahmen des ÖSF, sowie die Diskussion zu aktuellen Entwicklungen und Aktionen im Bereich Nachhaltigkeit und Ökosozialer Marktwirtschaft. Neue Interessenten/innen sind immer willkommen! Bei Interesse melden Sie sich bei Manuela Forster unter manuelaforster@web.de.
Auperdem organisiert die Lokalgruppe Nürnberg wieder interessante
Filmvorführungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte:
Innerhalb
der Kinoreihe "Weitsicht ERlangen" werden am 19. Januar ab 20 Uhr zwei
spannende Filme, gefolgt von einer moderierten Diskussion, gezeigt.
Zunächst der Film "Essen im Eimer", ein Dokumentarfilm der sich mit dem
Wahnsinn des verschwenderischen
Konsums beschäftigt. Anschließend, um 21:15 Uhr, sind alle
Interessierten herzlich eingeladen den Film "Home", einen freier
Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten
Yann Arthus-Bertrand, der durch Luftaufnahmen die Biodiversität der Welt
und die Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts durch den Menschen
veranschaulichen möchte, mit anzuschauen.
Der Eintritt ist wie immer frei.
(Bildquellen: www.netzwerk-oese.de, http://weitsicht-erlangen.de/)
Seit Jahresbeginn hat das Ökosoziale Forum einen neuen Präsidenten: den niederösterreichischen Umwelt- und Agrarlandesrat Stephan Pernkopf.
Stephan Pernkopf
Weitere Informationen unter: www.oekosozial.at
Die Frage "Warum wir uns Natur leisten müssen" und wie effektiver und sektorübergreifender Biodiversitätsschutz gelingen kann, stand im Mittelpunkt einer international hochrangig besetzten Fachtagung am 24.10.2011 in Wien. Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten Strategien und Wege zu einem wirkungsvollen Schutz der Artenvielfalt. Der Podcast fasst die politische Diskussion der Fachtagung zusammen. Zu Wort kommen EU-Umweltkommissar Janez Potocnik, die Direktorin der Europäischen Umweltagentur Jacqueline McGlade, der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich, der NÖ Naturschutzlandesrat Stephan Pernkopf, der Präsident des Umweltdachverbands Gerhard Heilingbrunner und Ruth Picker von der AG Globale Verantwortung. Die Diskussion wurde von Franz Fischler geleitet. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch unter www.oekosozial.at
Zum Podcast geht es hier:
http://oekosozial.podspot.de/post/oekosozial-7-biodiversitatstagung-politische-diskussion-1/
Der erste Entwurf, der die Ziele der bevorstehenden Konferenz der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung (UNCSD) zusammen fasst, wurde veröffentlicht. Da der Text erst im Entwurfsstadium ist und erste Besprechungen vom 25. Bis zum 27. Januar im UN-Hauptquartier in New York stattfinden werden, wird es wahrscheinlich noch verändert werden. Dies begünstigt im Augenblick, dass die Mitgliedstaaten sich engagieren, um für eine nachhaltige Zukunft zusammenzuarbeiten.
Der Entwurf fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, die Rio-Grundsätze nochmals zu bestätigen. Der Text beurteilt auch den Fortschritt der Ergebnisse von vorherigen Konferenzen und versucht die Lücken darin zu finden. Außerdem soll er die Mitgliedstaaten auf den grundlegenden Bedarf nach umfassender öffentlicher Mitwirkung zum Entscheidungsprozess aufmerksam machen.
Das Dokument sieht das Thema „Grüne Wirtschaft im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und der Beseitigung von Armut“ als eine Möglichkeit, um nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Es legt den Fokus auf die grüne Wirtschaft, als ein Entscheidungssystem, das die Aufnahme der drei Säulen der Nachhaltigkeit in die öffentliche und private Entscheidungsfindung fördert. Der Entwurf erklärt, dass die grüne Wirtschaft ein Land nicht bedrohen soll, sondern stattdessen eine internationale Plattform des Informationsaustauschs schafft, die bei der Planung und Durchführung von Strategien der grünen Wirtschaft, welche auf die Bedürfnisse der Länder zugeschnitten sind, hilft. Insbesondere hilft sie Entwicklungsländern eine grüne Wirtschaft aufzubauen.
Außerdem legt der Text detaillierte Plane vor, um die Kommission der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung (CSD) zu stärken oder sie in einen Rat für Nachhaltige Entwicklung zu verwandeln. Der Text schlägt ebenfalls vor, das Umweltprogrammen der Vereinten Nationen (UNEP) auszuweiten oder in eine spezialisierte UN-Agentur für die Umwelt zu verwandeln.
Der ganzen Text können Sie hier in englischer Sprache lesen.
(Bild: Bank of Natural Capital)
Ein Bericht der Hochschulgruppe Karlsruhe
5.Dezember 2011. Montagabend, ein großes, umrandetes Gleichheitszeichen ziert die Tafel im Akademischen Auslandsamt der Universität Karlsruhe. Gleichgewicht - das ist nicht nur die Idee einer Welt in Balance, sondern auch die Motivation der Eventwoche "Nachhaltiges Denken" der Hochschulgruppe Global Marshall Plan Karlsruhe.
Der Saal ist gefüllt mit Studenten verschiedenster Fachrichtungen, gleichwohl lauschen dem Vortrag Bürger und Interessierte von Jung bis Alt verschiedenster Nationalität. Doch nicht nur gleichgewichtige Verteilung des Publikums, auch eine ausgewogene Balance der Themen soll eine Rolle spielen: Aus den Bereichen Umwelt, Politik, Wirtschaft, und Technik entsteht eine Melange, die eine Woche lang im Rahmen von Abendveranstaltungen anziehen soll.
Was an besagtem Montag mit dem Vortrag über "Land Grabbing", dem Phänomen der "Neuen Land- und Agrarinvestitionen in Afrika", mit einem globalökologischen und -wirtschaftlichen Ethikdiskurs beginnt wird am folgenden Tag kontrastiert. Nun referiert Götz Werner, Anthroposoph und Gründer der Drogeriemarktkette "dm", über seine politphilosophische Gesellschaftsvorstellung unter der Prämisse eines bedingungslosen Grundeinkommens. Auch der Wechsel vom Mikroskop zum Teleskop wird gewagt: Am Mittwoch wird der Präsentation einer Vertreterin eines Startups zur Installation von Kleinstwasserkraftwerken am Amazonas gelauscht. Wir werden informiert über die Idee, auf kleinster Ebene Energieversorgung zu gewährleisten. Donnerstags darauf betrachten wir im Gegenzug die makroskopischen Folgen von Energiegewinnung, während uns ein Experte des ITAS (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe) über den Carbon Footprint von Energiebranchen aufzuklären versucht. Letztendlich kann der interessierte Besucher der Eventwoche auch seinen persönlichen Ausgleich zwischen Input und Output finden: Ein gemeinsamer "Rettet die Welt"-Abend im Studierendenzentrum bietet Raum und Zeit für Diskussionen, Beisammensein und kritische wie auch ideenreiche Aussprachen. Abgeschlossen wird die Woche durch die Präsentation des Streifens "Let's Make Money", eine wirtschaftskritische Produktion, die uns mit neuen Anstoßpunkten versorgt.
Zusammenfassend können die Besucher der Veranstaltungen sowie die Hochschulgruppe mit ihren Partnern die Balance zwischen Rückblick und Ausblick finden. Gut gefüllte Vortragsräume in Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen, Publikum aus unterschiedlichen Bereichen, ein breit gefächertes Themensortiment und kontroverse Diskussionen stehen rückblickend für eine gelungene Eventwoche "Nachhaltiges Denken" und belohnen für einen ausgiebigen Planungsvorlauf. In die Zukunft gesehen wird offenbar, dass die Zahl der Verflechtungen und komplexer Probleme zunimmt und sich in ausgleichender Gegenüberstellung von Meinungen oft auch Gegensätze auftun. Hoffnung gibt der Diskurs, der stattfand und wieder stattfindet, damit hinter dem Gleichheitszeichen auf der Tafel kein Fragezeichen stehen wird, sondern der Kreis sich schließen kann.
Hier erfahren Sie mehr über das Engagement der Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe.
(Quelle: Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe)
Sie können sich die neuen Global Marshall Plan Flyer hier kostenfrei (zzgl. Versandkosten) bestellen oder diesen wahlweise hier im pdf-Format herunterladen.
Neben dem allgemeinen Global Marshall Plan Flyer, der wie gehabt über Hintergrund und Inhalte des Global Marshall Plan Informiert, gibt es fortan auch einen neuen Flyer für das Global Marshall Plan Buchabonnement. Mit einer aktualisierten Bücherliste, die mittlerweile mehr als 42 Titel umfasst, ladet dieser Flyer ab sofort auch zur Beteiligung an unserer neuen Aktion 5 Euro gegen Ignoranz ein.
Nun sind Sie aufgerufen aktiv zu werden und diese Werkzeuge in die Hand zu nehmen!
Platzieren Sie unsere Flyer in der Auslage Ihrer örtlichen Bibliothek, in der Uni-Mensa und sonstigen Geschäften. Verteilen Sie unsere Flyer in Ihrem eigenen Wirkungskreis und machen weitere Menschen auf deren Potenzial, durch Engagement die Welt ein Stück verbessern zu können, aufmerksam!
Sie beherrschein eine Fremdsprache sehr gut und würden uns gerne bei der Übersetzung der Flyer unterstützen? Schreiben Sie uns an unter uebersetzung@globalmarshallplan.org. Mit Ihrer Unterstützung könnten wir auf diese Weise noch mehr Menschen erreichen und für die Unterstützung des Global Marshall Plan gewinnen.
Wir bedanken uns für das Layout der Flyer bei unserem Unterstützer Sandro Behrndt.
(Bilder: Cover Global Marshall Plan Flyer, erste Seite des Abo-Flyers, Innenseite des Global Marshall Plan Flyer)
Hier geht es zum vollständigen Artikel, hier finden Sie den kompletten Bericht der UNEP (Englisch, 110 Seiten).
Essential Interventions, Commodities and Guidelines for Reproductive, Maternal, Newborn and Child Health
Wie kann ein Land mit einem sehr begrenzten Gesundheitsetat am effizientesten gegen Mütter- und Kindersterblichkeit vorgehen? Welche Maßnahmen haben sich in den vergangenen Jahren besonders bewährt? Antworten auf diese Fragen bietet die vergangene Woche vorgestellte Studie "Essential Interventions, Commodities and Guidelines for Reproductive, Maternal, Newborn and Child Health" der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Partnership for Maternal, Newborn & Child Health (PMNCH) und der internationalen Aga Khan University.An der Studie haben sowohl Ärzte und Wissenschaftler als auch professionelle Organisationen mitgewirkt. Insgesamt werteten die Autoren 50.000 wissenschaftliche Aufsätze aus, um die Wirksamkeit von 142 verschiedenen Interventionsarten festzustellen.
Die Studie können Sie hier in englischer Sprache herunterladen.
Das hat richtig Spaß gemacht! - Freiwilliges Engagement und Ehrenamt in Deutschland
Freiwilliges Engagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zivilgesellschaft. Rund 23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich und helfen damit nicht nur großen Organisationen, sondern auch kleinen lokalen Vereinen und Initiativen.
Die Studie „Freiwilliges Engagement und Ehrenamt in Deutschland“, durchgeführt vom betterplace.lab und in Auftrag gegeben von der ING DiBa (Bankunternehmen), untersucht die Entwicklung des freiwilligen Ehrenamtes in den letzten Jahren, die Motivation, die dahinter steckt und welche Auswirkungen die freiwillige Arbeit auf die Gesellschaft hat.
Ergebnis ist u.a. eine zunehmende Bedeutung der digitalen Medien in der Freiwilligentätigkeit. Soziale Netzwerke gehören mittlerweile zum Alltag und bieten neue Möglichkeiten der Engagementförderung von Morgen.
Die gesamte Studie steht Ihnen hier zum Download bereit.
Wem nutzt der Rohstoffreichtum? Für mehr Balance in der Rohstoffpolitik
Viele rohstoffreiche Staaten gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Obwohl ein hohes Rohstoffvorkommen wichtige Entwicklungsimpulse setzen kann, profitieren davon viel zu oft nur kleine Gruppen und Eliten. Doch nicht nur interne Faktoren, wie schlechte Regierungsführung und schwache Institutionen spielen eine Rolle, dass der Rohstoffreichtum oft zum Fluch wird, auch externe Bedingungen, wie ungleiche Machtkonstellationen oder mangelnde Ethik sind von Bedeutung.
Die neue Südwind-Studie "Wem nutzt der Rohstoffreichtum?" beschäftigt sich mit der Frage, wem der Rohstoffreichtum eigentlich nützt und mit der Forderung nach mehr Balance in der Rohstoffpolitik.
Die Studie ist hier oder über info@suedwind-institut.de zum Preis von 5 Euro bestellbar.
(Bildquelle: bpb.de)
In der gerade erschienenen „Continental- Mobilitätsstudie 2011“ hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut infas jeweils rund 500 junge Menschen bis 35 Jahre in Berlin, Hamburg, Paris, Moskau, Los Angeles, Sao Paulo, Delhi, Singapur, Beijing und Bangkok zur heutigen und künftigen Nutzung von Autos befragt.
Junge Menschen wollen mobil sein wie eh und je, doch variieren die
Ergebnisse je nach Metropole und gesellschaftlichem Hintergrund stark.
So ist das Auto in Bangkok, Delhi und Beijing vorrangig Prestigeobjekt,
wo hingegen sich Menschen in den westlichen Metropolen, die kein Auto
besitzen, auch keines wünschen.
Was junge Erwachsene in den Metropolen aber eint, ist der Wunsch nach
Flexibilität, weshalb Modelle wie das Carsharing großes Interesse bei
ihnen wecken. Außerdem sind sie sich den negativen Begleiterscheinungen,
wie Umweltbelastung, Staus, Parkplatznot und Unfällen durchaus bewusst.
Für alle Metropolen gilt außerdem in gleichem Maße: Im Fall eines
Geldgewinns würden sich die Befragten eher für die Investition in eine
Wohnung oder ein Haus entscheiden als für einen Autokauf.
Das Auto wird von jungen Menschen als eines der bequemsten und sichersten Fortbewegungsmittel eingeschätzt, beim Elektroauto sind sie wahrscheinlich auch deshalb nicht bereit in Sachen Sicherheit und Komfort Abstriche zu machen. Elektrofahrzeuge werden von den Befragten als eine der unwahrscheinlichsten Lösungsmöglichkeiten für Verkehrsprobleme gesehen. Vielmehr wird erwartet, dass die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn oder U-Bahn dazu beitragen wird.
Hier geht es zum Artikel und der vollständigen Studie.
(Quelle: conti-online)
Gleich zu Beginn des Jahres 2012 bieten sich wieder spannende Möglichkeiten die Global Marshall Plan Initiative auf lokaler Ebene näher kennen zu lernen. Vorträge, Filmvorführungen und Gruppentreffen warten auf Ihre Teilnahme und Ihr Engagement!
18. Januar 2012: Filmvorführung mit anschließender Diskussion an der Universität Lüneburg
23. Januar 2012: Vortrag mit anschließendem Austausch in Frankfurt
Auch die Global Marshall Plan Lokalgruppe der Region RheinMain tritt mit Schwung ins neue Jahr. Zum Auftakttreffen der Regionalgruppe am 23. Januar in
Frankfurt spricht Stefan Otto, Wirtschaftsjournalist, über das Thema
"Welt mit Zukunft" - Wege zu einer gerechteren Globalisierung mit den
Mitteln der ökosozialen Marktwirtschaft. Alle die sich für eine gerechtere und nachhaltigere Globalisierung einsetzen und mehr tun wollen als Ihren Müll zu trennen sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen. Mehr dazu hier.
Anschließend lädt die Regionalgruppe ein zum gemeinsamen aktiv werden, dem Entwickeln von Ideen und Projekten, sowie zum Austausch und der regoinalen Vernetzung.
Wenn Sie Interesse an dieser Veranstaltung haben oder an einem Engagement innerhalb der Lokalgruppe interessiert sind, melden Sie sich bitte bei der Lokalgruppenleiterin Berit Hympendahl unter rhein-main@globalmarshallplan.org. Sie freut sich schon von Ihnen zu hören!
*** Wenn Sie selbst an der Organisation von bewusstseinsbildenden Veranstaltungen oder der Mitarbeit in einer Lokalgruppe in Ihrer Region interessiert sind, erkundigen Sie sich mit einer kurzen E-Mail bei Gisela Wohlfahrt im Koordinationsbüro der Initiative. ***
(Bildquelle: swr.de)
Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich China zu einer Wirtschafts- Supermacht entwickelt und wird -gemessen am BIP- 2025 die zweitgrößte Volkswirtschaft sein. Trotzdem deuten viele Faktoren auf eine Wende hin: Chinas Ein-Kind-Politik, die schnell alternde Gesellschaft, eine sinkende Anzahl der Erwerbstätigen, die Inflation sowie hohe Export- und Transportkosten führen zu sinkenden Weltmarktanteilen in vielen Industriebereichen.
Laut einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants, betitelt mit „The end of the China cycle“ kommt zu dem Ergebnis, dass ausländische Unternehmen, die Teile ihrer Produktion nach China ausgelagert haben, gut daran tun, ihre Produktionsstrategie neu zu bewerten. Steigende Kosten untergraben zunehmend Chinas Wettbewerbsvorteil.
Gründe dafür liegen in der Ein- Kind- Politik und dem damit einhergehenden demographischen Problem, als auch in einem steigenden Druck auf die Löhne durch verbesserte Bedingungen in den inneren Teilen des Landes, welche die Abwanderung in städtische Gebiete verlangsamen. Die Studie gibt an, dass die Löhne seit 1999 um 286% gestiegen sind!
Das sind allerdings nicht die einzigen Gründe für höhere Kosten. Inflation und der Druck den Handel zu vereinfachen, spielen ebenso eine große Rolle wie steigende Export- und Transportkosten. Experten von Roland Berger erwarten, dass die Produktionskosten in China zwischen 2010 und 2015 um 75 % steigen werden. Chinas Produktionssituation befindet sich im Wandel: Weg von arbeitsintensiven Industrien mit niedriger Wertschöpfung. Diese Veränderungen zwingen Unternehmen dazu, neue Handelsbeziehungen mit anderen Ländern aufzubauen.
Nichts desto trotz bleibt das Land weiterhin interessant für Unternehmen. China bietet zunehmend steuerliche Anreize und Nachlässe beim Erwerb von Grundstücken, um seine zentralen und westlichen Regionen zu stärken, sowie High-Tech- und grüne Projekte.
Hier erfahren Sie mehr über die Studie in englischer Sprache.
(Bild: Roland Berger)
Was trägt wirklich zum gesellschaftlichen Fortschritt bei? Welche Indikatoren brauchen wir? Das sind einige der Fragen, die im Mittelpunkt der neuen Ausgabe des deutschen UN Global Compact Jahrbuches 2011 stehen.
Weitere Themen sind:
Corporate Responsibility Reporting: Bericht über europaweite Trends bezüglich Unternehmen, die über ihre soziale und ökologische Performance berichten, den deutschen Nachhaltigkeitskodex, Integrated Reporting sowie das Differentiation Programm der UN
Mit Nachhaltigkeitsinnovationen zur Green Economy?: Darstellung von Transformationsprozessen und Roadmapping-Modellen, sowie den politischen Aspekt der Transgovernance
Global Compact Inside: Rückblick auf das Jahr 2011 aus Sicht des deutschen Global Compact Netzwerkes, Vorstellung wichtiger neuer internationaler CSR-Initiativen und Trends
Best Practice: hier geben Unternehmen einen Einblick, wie sie Corporate Social Responsibility tagtäglich in der Praxis umsetzen
Mit Beiträgen von Angela Merkel (Vorwort), Hans Diefenbacher, Christoph Pfluger, Jens Clausen, Elmer Lenzen, Katrin Gaupmann u.v.m.
Der Band umfasst 132 Seiten und ist zum Preis von 30 Euro ab sofort im Buchhandel oder hier erhältlich.
Herausgegeben wird die Buchreihe seit 2004 von der Mediengruppe macondo.
(Bilder: macando.de)
In der ARTE - Reihe „Was Tun? – Widerstand leisten“ erschienen im vergangen Jahr fünf spannende Kurzfilme, die sich mit einer nachhaltigen Zukunft der Menschen beschäftigen.
Bisher war es eine informierte Minderheit, die sie mit den Problemen der kommenden Jahrzehnte beschäftigte. Doch immer mehr Menschen beginnen sich zu fragen, wie die Probleme des Klimawandels, einer stetig anwachsenden Weltbevölkerung, schwindender Ressourcen, einer immer größer werdenden Differenz zwischen Arm und Reich und die daraus resultierenden Konflikte gelöst werden können. Die Kurzdokumentarfilm-Reihe „Was Tun?“ bietet Antworten auf diese so drängenden Fragen. Jeder einzelne dieser Kurzfilme beschäftigt sich mit einem Aspekt der Herausforderungen einer nachhaltigeren Welt.
In den fünf 11-minütigen Darstellungen erklären namenhaften Unterstützer der Global Marshall Plan Initiative auf prägnante und verständliche Weise, was die Lage ist,
was getan werden muss, was sie selber tun und was die oder der Einzelne
dazu beitragen kann. Weitere Kurzfilme, unter anderem mit Franz-Josef Radermacher, sind in Arbeit.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die fünf bereits bereits online gestellten Kurzfilme, kurz vor. Insgesammt sind 22 Filme geplant. Mehr dazu finden Sie hier.
Im ersten Kurzfilm kommt Ernst Ulrich von Weizsäcker zu Wort. Decoupling ist hier das Thema und zwar eine Abkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom Wohlstand. Bislang waren diese beiden Faktoren aneinander gekoppelt, Ernst Ulrich von Weizsäcker ist aber der Meinung, dass die Menschheit lernen muss „mit mehr Wohlstand, mit weniger Energieverbrauch, weniger Wasserverbrauch, weniger Mineralienverbrauch“ zu leben.
Die zweite Dokumentation über Jakob von Uexküll, einem deutsch-schwedischen Philanthropen und Schriftsteller, gibt Antworten auf Fragen zum Thema Verantwortung und Nachhaltigkeit. Der von ihm und Herbert Giradet gegründete World Future Council setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Der Film soll auffordern, sich politisch zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich an öffentlichen Diskussionen zu beteiligen.
Im dritten Film geht es um Vandana Shiva, die 1987 die Bewegung Navdanya ins Leben gerufen hat. Hier werden Bauern im ökologischen Landbau geschult, eine Saatgutbank geschaffen, sodass die Bauern ihr eigenes Saatgut haben, und Hilfe für die Bauern bereitgestellt, faire Absatzmöglichkeiten für ihre Baumwolle zu finden.
Die vierte Dokumentation beschäftigt sich mit Dennis Meadows, US – amerikanischen Ökonomen, Professor und Vater der Nachhaltigkeitsbewegung. Er stellt seine Einschätzungen zum Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum des kommen Jahrhunderts vor. Seiner Ansicht nach ist es längst zu spät für eine nachhaltige Entwicklung, und deshalb ist der Ausgangspunkt für seine Argumentation das Konzept der Anpassungsfähigkeit um die kommenden Krisen durchzustehen, zu bewältigen und das universale Bekenntnis zu den menschlichen Werten einzuhalten.
Im letzten Film geht es um Klaus Wiegandt, ehemaliger Vorstandssprecher der METRO AG und Leiter der Stiftung Forum für Verantwortung. Es geht um die ökologisch wahren Preise, denn in unserem Weltwirtschaftssystem sind nahezu alle Preise falsch, und das Hinterfragen des eigenen Konsums. Was hat an meinen Ausgaben, an meinem Konsum eigentlich mit Lebensqualität wirklich etwas zu tun? Worauf könnte ich verzichten, ohne auf Lebensqualität zu verzichten?
Der Film zeigt Wiegandt, ein Lehrer-Weiterbildungs-Seminar und den daraus resultierenden Unterricht an der Schule. Eine Debatte über echte Nachhaltigkeit und Erziehung, die immer noch nicht auf den Lehrplänen steht.
Weitere Informationen über die Kurzfilm-Reihe erhalten Sie unter arte.tv.
(Bilder: Franz Alt, arte.tv)
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ruft zu einem Ideenwettbewerb zum Thema nachhaltige Unternehmensführung auf.
Wie kann sichergestellt werden, dass eine umfassende Kenntnis über die externen sozialen und umweltrelevanten Kosten, die bei Herstellung und Vertrieb, Nutzung und Entsorgung anfallen, herrscht?
Gefragt sind Ideen und Innovationen aus Unternehmen und Wissenschaft. Der Aufruf richtet sich an Mitarbeiter von Unternehmen und gesellschaftlichen Institutionen sowie an Forschende an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, insbesondere aus Forschungsprogrammen zur Nachhaltigkeit (FONA) sowie aus Exzellenzprogrammen.
Die Herausforderung:
Welche Ideen und Ansätze gibt es, Umwelt- und Sozialfaktoren als externe Effekte in die Betriebsbilanz einzuführen?
Welche Praxisbeispiele und aktuellen Ergebnisse aus der betriebswirtschaftlichen Forschung zur nachhaltigen Unternehmensführung gibt es?
Welche Methoden können angewendet werden, welche sind zu entwickeln? Lässt sich methodische Vielfalt der externen Effekte eine gewisse Standardisierung erreichen, die dem einzelnen Unternehmen die Bewertung seiner Effekte erleichtert?
Wo liegen die Grenzen unternehmerischer Verantwortung und wer bestimmt sie? Welche Qualitätsanforderungen braucht eine vergleichbare Vollkostenrechnung? Welche Anreize für die Weiterentwicklung unternehmerischer Geschäftsmodelle sind durch Vereinfachung zu erreichen?
Ideen können Beiträge zur Methodenweiterentwicklung, Methodenverbreitung, Verbesserung des Datenmanagements z.B. als Skizze eines Forschungsprojektes, Weiterentwicklung von Vollkostenrechnungen dargestellt in Form neuer Geschäftsmodelle, Praxisberichte, empirische Studien, oder Konzeptstudien sein.
Sie können Ihre Ideen bis zum 15. Februar 2012 eingereichen, eine vom RNE berufene Steuerungsgruppe bestehend aus Wissenschaftlern und Praktikern aus Unternehmen wählt dann die 10 besten Ideen aus. Die ausgewählten Bewerber werden eingeladen Ihre Ideen in eingängigen Vorträgen im Rahmen einer Konferenz einem geladenen Fachpublikum vorzustellen. Die besten Ideen werden schließlich auf der RNE - Jahreskonferenz präsentiert.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des RNE.
(Bilder: Rat für Nachhaltige Entwicklung)
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International stellte ihren Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) vor. Für den CPI 2011 wurden 183 Länder nach der im öffentlichen Sektor – bei Beamten und Politikern – wahrgenommenen Korruption bewertet. Angeführt wird der CPI 2011 von Neuseeland (9,5), Dänemark (9,4), Finnland (9,4), Schweden (9,3) und Singapur (9,2). Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen. Auf den untersten Plätzen des CPI 2011 finden sich Länder wie Turkmenistan, Usbekistan (1,6), Afghanistan und Myanmar (1,5). Weltweite Schlusslichter sind Somalia (1,0) und Nordkorea (1,0) auf Platz 182. Nordkorea erscheint zum ersten Mal im CPI.
Das Länder-Ranking des CPI setzt sich aus verschiedenen Indexen zusammen, für die Experten und Manager befragt wurden. Die Länder werden auf einer Skala von null (hoher Grad wahrgenommener Korruption) bis zehn Punkten gelistet (keine wahrgenommene Korruption). International betrachtet belegt Deutschland mit 8,0 Punkten (2010: 7,9, 2009: 8,0) einen vergleichsweise guten 14. Platz. Deutschland liegt jedoch weiterhin im europäischen Mittelfeld – ohne den Abstand zu den europäischen Spitzenreitern Dänemark, Finnland und Schweden zu verringern.
Transparency International kritisierte zudem die anhaltende Geheimhaltung der durch Sponsoring erzielten Einnahmen von Parteien. Im Gegensatz zu Parteispenden fehle es beim Parteisponsoring noch an detaillierten Transparenzregeln. Daher bittet die Antikorruptionsorganisation um die Einberufung einer Kommission unabhängiger Sachverständiger.
Lesen Sie mehr!
Hier geht es zum vollständigen CPI.
(Bildquellen: transparency.de, transparency.org)
Die amerikanische Nichtregierungsorganisation Population Action International PAI hat im Vorfeld des Klimagipfels von Durban eine Übersicht über Bevölkerungs- und Klimahotspots zusammengestellt und damit darauf aufmerksam gemacht, dass Regionen mit hohem Bevölkerungswachstum besonders stark vom Klimawandel betroffen sind.
Während die Ursachen des Klimawandels vor allem im hohen CO2-Ausstoß der Industrienationen liegen, sind die Länder des Südens diejenigen, die am stärksten unter den Folgen leiden werden. Das zeigt die aktuelle Online-Datenbank "Mapping Population and Climate Change" der Organisation Population Action International (PAI). Das ist vor allem deshalb problematisch, weil diesen Ländern die notwendigen Ressourcen fehlen, um sich an die wandelnden Umweltbedingungen anzupassen.
Die Entwicklung der Bevölkerung einer Region hat einen großen Einfluss darauf, wie gut sich die Menschen an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen können. Ein rasantes Bevölkerungswachstum verschärft die negativen Folgen des Klimawandels zusätzlich. Ein verbesserter Zugang zu Mitteln der Familienplanung hilft den Menschen in den besonders gefährdeten Gebieten somit auch dabei, sich an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.
PAI hat in seiner interaktiven Online-Datenbank 26 Hotspot-Länder mit einer geringen Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels identifiziert. Sie verfügen über ein rasantes Bevölkerungswachstum und ihnen werden zugleich starke Rückgänge bei der Produktion landwirtschaftlicher Produkte prognostiziert. Neun dieser Länder, darunter unsere Projektländer Kenia, Äthiopien und Tansania, leiden schon heute unter Wasserarmut oder sogar Wasserknappheit (Kenia).
Besonders kritisch werden sich laut PAI die Folgen des klimabedingt steigenden Meeresspiegels auf dicht besiedelte Küstengebiete auswirken. Küstengebiete machen nur zwei Prozent der weltweiten Landfläche aus, dort leben aber schon heute zehn Prozent der Menschen. Gerade in diesen Gebieten wächst die Bevölkerung zudem überdurchschnittlich.
Regionen mit besonders hohem Bevölkerungswachstum einerseits und Gebiete, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, überlappen sich laut PAI stark. Vor allem die ärmsten Länder und die ärmsten Bevölkerungsgruppen sind anfällig für die Auswirkungen von Fluten, Dürren und Erdrutschen. Durch das starke Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern erhöht sich zum einen die Zahl der Menschen, die den negativen Umweltfolgen ausgesetzt sind. Zum anderen wächst mit einer wachsenden Bevölkerung auch der Druck auf knappe Naturressourcen wie Wasser, Wald oder Ackerflächen, die vielfach durch den Klimawandel zusätzlich gefährdet sind.
Die Online-Datenbank von PAI finden Sie hier.
Quelle: PAI, 6. Dezember 2011.
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Wie kann ein Land mit einem sehr begrenzten Gesundheitsetat am effizientesten gegen Mütter- und Kindersterblichkeit vorgehen? Welche Maßnahmen haben sich in den vergangenen Jahren besonders bewährt? Antworten auf diese Fragen bietet die vergangene Woche vorgestellte Studie "Essential Interventions, Commodities and Guidelines for Reproductive, Maternal, Newborn and Child Health" der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Partnership for Maternal, Newborn & Child Health (PMNCH) und der internationalen Aga Khan University.
An der Studie haben sowohl Ärzte und Wissenschaftler als auch professionelle Organisationen mitgewirkt. Insgesamt werteten die Autoren 50.000 wissenschaftliche Aufsätze aus, um die Wirksamkeit von 142 verschiedenen Interventionsarten festzustellen. 56 wurden letztlich als besonders empfehlenswerte Schlüsselinterventionen eingestuft und danach in drei Gruppen unterteilt, je nachdem ob sie (1) von Gesundheitspersonal mit geringen medizinischen Kenntnissen, (2) von Krankenschwestern, Hebammen u.ä. oder (3) von Ärzten und qualifiziertem Klinikpersonal durchgeführt werden können. Dabei reichen die genannten Interventionen von der Beratung Jugendlicher zu Fragen der Familienplanung über die Verabreichung von Eisenpräparaten gegen schwangerschaftsbedingte Blutarmut bis zur Behandlung von Lungenentzündungen bei Kleinkindern mit Antibiotika.
Darüber hinaus fasst die Studie zusammen, was für die einzelnen Interventionsarten an Ausbildung und Ausstattung benötigt wird und gibt den Entscheidungsträgern damit einen guten Überblick darüber, mit welchen Maßnahmen sie mit beschränkten Mitteln den größtmöglichen Erfolg haben können. PMNCH-Direktorin Dr. Carola Presern erklärte bei der Vorstellung der Studie, dass diese erstmals einen internationalen Konsens für effiziente Maßnahmen im Bereich der Mütter- und Kindergesundheit darstellt. Die Studie sei "ein Meilenstein für die Verbesserung der Gesundheitssituation von Frauen und Kindern" und werde zu einer Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeitsraten in Entwicklungsländern beitragen.
Die Studie "Essential Interventions, Commodities and Guidelines for Reproductive, Maternal, Newborn and Child Health" (in englischer Sprache) können Sie hier herunterladen.
Quelle: PMNCH, WHO und Aga Khan University, 15. Dezember 2011.
(Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung)
Das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat einen neuen Kurzfilm rausgebracht, mit dem es an die Menschen appelieren möchte. In dem Film werden Menschen aus der Mitte der Gesellschaft gezeigt, die sich alle für eine ökologisch nachhaltige und sozialere Weltwirtschaft einsetzen. Alle Ziele und Erfolge dieser Personen sind in sich zusammenhängend und bauen aufeinander auf. Somit zeigt der Kurzfilm auch das große Potential einer globalisierten Welt, in der es keine Grenzen mehr zu geben scheint. Altruistisch und kreativ ist die gesellschaft von Morgen, die nach vorne blickt, in eine Zukunft, die sie selber gestalten will und vorallem gestalten kann. Jeder hilft jedem und das auf die eigene Weise, helf auch Du! So lautet das Fazit des Films.
Schauen Sie sich den Film hier an!
(Bild: Online-Mediathek des BMZ)
Andreas Gutzan, Mitglied der Hochschulgruppe Karlsruhe, war am 8.12.2011 zu Gast beim Karlsruher Campus-Radiosender "Radio KIT".
"Prüfungsdruck und modulare Studienpläne machen das Lernen zum Hürdenlauf, man muss verdammt aufpassen, dass man keine reißt. Da ist es schon alles andere als banal, wenn Studis sich auch außerhalb der Marathonstrecke zur eigenen Karriere für das Gemeinwohl einsetzen. Mit einer neuen Rubrik unter dem Titel „Engagier Dich!“ will Radio KIT auf Gruppen und einzelne Studierende aufmerksam machen, die ihre kostbare Freizeit für einen gemeinnützigen Zweck opfern." (Radio KIT)
Da die Karslruher Studierenden jedes Semester aufs Neue motiviert in der Bewusstseinsbildung für eine Welt in Balance aktiv sind, stellte Reporter Kornelius Sücker dabei nun auch die Hochschulgruppe Global Marshall Plan Karlsruhe vor. Das traf sich gut, denn in derselben Woche organisierte dei Gruppe eine Eventreihe zum Thema „Nachhaltiges Denken“.
Hören Sie sich den Podcast hier an!
(Foto: Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe)
Der Selbstmord eines tunesischen Gemüsehändlers vor 12 Monaten war der Auslöser für den Sturz vieler Diktaturen in der arabischen Welt. Wer hätten gedacht, dass die Russen gegen Putin aufbegehren. Sein Freund Berlusconi ist schon Geschichte. Sechs kanadische Jugendliche wurden von den Klimaverhandlungen in Durban verwiesen, weil sie Kanada den Rücken zukehrten. Die Kanadische Regierung, kaum 24 Stunden von Durban zurück, kehrt der Weltgemeinschaft und den Jugendlichen der Welt den Rücken zu.
In den Augen der Jugendlichen brechen die heute Mächtigen ein für ihre Zukunft relevantes Versprechen nach dem anderen: Das 0,7%-Versprechen, das Versprechen der Entwicklungsziele bis 2015 und jetzt in Durban das seit Jahrzehnten gegebene 2°C Grad Versprechen. Die heute Mächtigen und Einflussreichen demonstrieren, dass kurzfristiger Profit und Machterhalt ihnen wichtiger ist als Nachhaltigkeit und damit die Zukunft der heute lebenden jungen Menschen. Wie lange werden diese jungen Menschen noch mit der Weltrevolution warten?
"Don't Kill Africa": Global Marshall Plan Supporter and Climate Activists such as Kumi Naidoo, Head of Greenpeace International Occupy Durban Talks Demanding Binding Emissions Cuts
Sehen Sie dazu auch Prof. Peter Kruse diese Woche bei der Enquette Kommission. Prof. Peter Kruse unterstütze die Initiative bei drei wichtigen internationalen Konferenzen: "Save the World now Meeting" Hotel Adlon, 2008, "Monestary Hude Meeting" Kloster Hude, 2008 und "World Commons Forum" Residenz Salzburg, 2009.
Revolutionäre Netze durch kollektive Bewegungen (3,33 min) BundestagTV mit Peter Kruse
Die neue Südwind-Studie "Wem nutzt der Rohstoffreichtum?" beschäftigt sich mit der Frage, wem der Rohstoffreichtum eigentlich nützt und mit der Forderung nach mehr Balance in der Rohstoffpolitik.
Viele rohstoffreiche Staaten gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Obwohl ein hohes Rohstoffvorkommen wichtige Entwicklungsimpulse setzen kann, profitieren davon viel zu oft nur kleine Gruppen und Eliten. Doch nicht nur interne Faktoren, wie schlechte Regierungsführung und schwache Institutionen spielen eine Rolle, dass der Rohstoffreichtum oft zum Fluch wird, auch externe Bedingungen, wie ungleiche Machtkonstellationen oder mangelnde Ethik sind von Bedeutung.
Die Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit setzen schon bei den internen Faktoren an, werden aber oft von Maßnahmen und Forderungen in anderen Politikbereichen, wie der Handels-, Außen- oder Sicherheitspolitik überlagert. Die Studie zeigt dies anhand der Rohstoffstrategien der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Antwort auf knapper werdende Rohstoffe nicht ein Umdenken im Rohstoffverbrauch ist, sondern dass die Regierungen oftmals von der Industrie beeinflusst werden, ihre handelspolitische Macht im Kampf um freien Rohstoffzugang zu nutzen. Den Interessen der Entwicklungsländer wird dadurch nur noch wenig Beachtung geschenkt.
Die Studie ist hier oder über info@suedwind-institut.de zum Preis von 5 Euro bestellbar.
Die Reaktionen auf das Ergebnis der Klimakonferenz in Südafrika sind geteilt. Positiv ist: ein Weltvertrag, der wirklich alle Staaten einschließt, ist geplant. Das Negative daran ist, dass die Verhandlungen dazu bis 2015 abgeschlossen und der Vertrag erst 2020 in Kraft treten soll, was in den neuen Jahren dazwischen viel Spielraum für weiteren hohen CO2-Ausstoß lässt. Es steht zu befürchten, dass einige große Schwellenländer diese Zeit nutzen, um mehr CO2 zu emittieren und sich damit eine vermeintlich bessere Ausgangsbasis für die im nächsten Jahr beginnenden Verhandlungen schaffen wollen.
Das Jahr 2010 hat gezeigt, was passiert, wenn es keinen verbindlichen Rahmen gibt: Aus einem Papier der Internationalen Energieagentur IEA geht hervor, dass der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß 2010 um 1,6 Gigatonnen angestiegen ist. Das ist der höchste Anstieg an CO2-Emissionen seit Beginn der Messungen.*
Da ist es ein schwacher Trost, dass das Kyoto-Protokoll weiter läuft, denn große Emittenten wie Japan, Kanada und Russland sind nicht dabei.
Die Zivilgesellschaft, besonders die Jugend, muss nun darum kämpfen, dass der Vertrag schon vor 2020 in Kraft tritt und damit die Erderwärmung auf 1,5 Grad C begrenzt wird. Da die grundsätzliche Einigung bereits getroffen wurde, muss früher gehandelt werden. Wenn die Zivilgesellschaft mit einer Stimme spricht und sich darauf konzentriert, ist es vielleicht noch nicht zu spät, um die Folgen der Klimakrise abzumildern.
* www.energieleben.at
Lesetipp dazu: sueddeutsche.de wissen - Klimagipfel in Durban Willkommen in der warmen Welt
12.12.2011, 07:38
Ein Kommentar von Michael Bauchmüller, Durban
Der Klimagipfel in Südafrika hat noch kein Problem gelöst, aber er stellt eine Lösung in Aussicht: Erstmals in der Geschichte der Klimadiplomatie wollen sich alle Staaten auf ein rechtlich verbindliches Abkommen einlassen - aber es soll erst im Jahr 2020 in Kraft treten. Doch damit wird die Erderwärmung nicht aufzuhalten sein.
Erfolg, zumal im Klimaschutz, ist Ansichtssache. Misst man den Fortschritt am Notwendigen, gerät auch die Klimakonferenz in Durban zur großen Enttäuschung. Die Erderwärmung wird dieser Gipfel nicht aufhalten.
COP17/CMP7 United Nations Climate Change Conference 2011 in Durban
Nach einem Jahr wie 2010, in dem weltweit so viel Kohlendioxid ausgestoßen wurde wie nie zuvor, haben die Staaten auch in Südafrika nichts besseres zu vereinbaren gehabt als einen Fahrplan in ein neues Abkommen, das im Jahr 2020 in Kraft treten soll. 2020: nach neun weiteren Jahren massiver Emissionen. Willkommen in der warmen Welt.
Wird es dem Klima helfen?
Weiter lesen / Quelle: www.sueddeutsche.de
Copyright: sueddeutsche.de GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Ein Bericht der Global Marshall Plan Hochschulgruppe Villingen-Schwenningen
Am 11. Mai 2011 fand am Campus Villingen-Schwenningen der Hochschule Furtwangen der erste öffentliche Hochschultag für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft statt. Dieser Hochschultag fand im Rahmen des landesweiten Projekts "Hochschultage Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit" statt, das von der Global Marshall plan Foundation und fünf weiteren Partnerorganisationen koordiniert wird.
Die Global-Marshall-Plan-Hochschulgruppe hatte mit verschiedenen Vorträgen von namhaften Experten und Unternehmen wie dem Bosch-Konzern oder der Brauerei Härle aus Leutkirch die gesellschaftlichen Themen Klimawandel, Ressourcenknappheit und Atomausstieg erörtert.
Prof. Dipl.-Ing. Heribert Schmitz, Honorarprofessor der Hochschule, eröffnete den Aktionstag mit einem Plädoyer für eine Welt im Gleichgewicht. Denn was sich derzeit abspielt auf dem blauen Planeten gefällt dem ehemaligen Top-Manager gar nicht. Vieles laufe schief, weil die Menschen die Welt und sich gegenseitig ausbeuten. „Wir können weiter globale Geschäfte machen – aber wir brauchen globale Spielregeln“, sagt er.
Andreas Huber, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, erläuterte in seinem sehr aufschlussreichen und informativen Vortrag das Projekt Desertec und legte dessen Möglichkeiten und Risiken, sowohl für Deutschland als auch für Afrika, dar. Außerdem betonte er auch die Wichtigkeit eines jeden Einzelnen in der Umgestaltung des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien.
In weiteren Ansprachen haben Prof. Dr. Heinz Meinholz von der Hochschule Furtwangen über Umweltschutz und vor welcher Herausforderung Unternehmen dabei stehen, referiert und Frau Dr. Sonja Eser, als Gesellschafterin der EPEA Akademie München neue Wege im Umgang mit Ressourcen aufgezeigt. Frau Janke von Oikocredit hatte zum Schluss mit ihrem Referat den Zusammenhang zwischen Kaffee, Klimawandel und Kreditvergabe dargestellt und für eine ethisch sinnvolle und sozial verantwortliche Geldanlage geworben.
Im Rahmen einer Ausstellung auf dem Campus gab es Nachhaltigkeit auch noch zum Anfassen: mithilfe eines Fahrrades konnte Strom selbst erzeugt werden, regionale Unternehmen boten Köstlichkeiten aus der Region und aus fairem Handel an und präsentierten den Besuchern ihre Firmenstrategien. Frau Pfundstein vom Naturkostgeschäft Naturata aus Schwenningen gab an Ihrem Ausstellungsstand beispielsweise Auskunft, wie der in der Mensa angebotene Spargel eigentlich gewachsen ist.
Als absolutes Highlight erwies sich dabei die Probefahrt mit einem Twike vom Twike-Center Duffner in Furtwangen. „Was für ein Erlebnis“, staunten die Studenten nach dem Herr Duffner auf einer Stadtrundfahrt durch Schwenningen die Einzelheiten dieses innovativen Elektromobils erklärte.
Alles in allem war es ein sehr gelungener Hochschultag, der in der Zukunft zu einem festen Bestandteil des Hochschulkalenders werden sollte.
Die „Hochschultage Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit“ sind Teil der Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung und sollen die stärkere Einbindung des Nachhaltigkeitsgedankens an Hochschulen bewirken. Außerdem wird so die Debatte um nachhaltige Zukunft verbreitet und der Ausbau von Netzwerken initiiert. Neben der Vermittlung praktischen Wissen zu ökologischen und sozialen Reformkonzepten, soll eine Plattform für Diskussionen geschaffen und neue Konzeptentwicklungen ermöglicht werden. Studierende können durch die Planung und Umsetzung solcher Tage selbst aktiv werden und so wichtige Erfahrungen für ihre Zukunft sammeln.
Die Hochschultage sind ein gemeinsames Projekt von insgesamt sechs Partnerorganisationen. Global Marshall Plan Gruppen, die einen solchen Hochschultag organisieren wollen oder interessiert sind, können sich gerne unter hochschultage@globalmarshallplan.org melden. Der nächste Hochschultag, der von einer Global Marshall Plan Lokalgruppe organisiert wird, wird am 15. Juni am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stattfinden.
Update Website
09. November: Update Website durchgeführt
- Neuigkeiten hinzu aus crosspublishing
Bitte benachrichtigen Sie uns, wenn Sie Fehler finden!