13.11.2015 - 10:14

Motivierendes Vernetzungstreffen in Graz

Beim Netzwerktreffen der Global Marshall Plan Initiative kamen vergangenes Wochenende Initiatoren, langjährige Mitstreiter und Neugierige in Graz zusammen, um gemeinsam an einer Welt in Balance zu arbeiten.

 

 

Auf Einladung des Ökosozialen Forums Steiermark unter Christian Köberl fanden sich zahlreiche Vertreter und Interessierte bereits am Freitag zusammen, wo beim öffentlichen Auftakt Ex-Vizekanzler DI Dr. h.c. Josef Riegler und IUFE Geschäftsführer Johannes Mindler-Steiner die neuen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen vorstellten. (Die Präsentation von Johannes Mindler-Steiner finden Sie hier)

 

Die Sustainable Development Goals spiegeln die Ziele der Global Marshall Plan Initiative wider, deren Anliegen über die Symptombekämpfung hin zur Ursachenlösung aktueller sozialer, ökologischer und ökonomischer Probleme geht.

"Im Moment bekommen wir (leider) Rückenwind durch Strömungen, denen wir uns schon seit Jahren widmen. Beispielweise ist die derzeitige Flüchtlingsproblematik wenig überraschend, wenn man das Buch 'Der Marsch' aus unserem Abonnement kennt", sagt Andreas Huber Geschäftsführer der Global Marshall Plan Foundation. In ihrer Bürogemeinschaft in Hamburg teil sich die Stiftung Räume und Personal mit der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome und der Desertec Foundation. Ein gutes Beispiel dafür, wie viel Kooperation hier zählt.

Nicht weniger spannend gingen die Gespräche und Arbeitsgruppen am Samstag weiter, wo sich zahlreiche Engagierte neben Fragen der Lobbyarbeit, mit dem neuen Klimaspiel, das Mulitplikatoren für ihre Arbeit zur Verfügung steht, sowie erfolgversprechenden Formaten und gelernten Lektionen aus der Dissemination auseinandersetzten. Das gemeinsame Kennenlernen der Teilnehmer und ihrer Einsatzgebiete kam dabei nicht zu kurz.

 

Der Pool der Mitstreiter und Referenten der Global Marshall Plan Initiative umfasst Persönlichkeiten wie den Sport- und Wirtschaftswissenschaftler Mag. Johnny Nesslinger, der im Bereich Sustainability - Awareness & Empowerment - Sports tätig und inzwischen gefragter Experte für Footprint und TTIP ist. Als vehementer Verfechter einer fairen Besteuerung globaler Wertschöpfungsprozesse tritt er für die Trockenlegung der Steuersümpfe, die Beendigung der Steuerhinterziehung (verborgen hinter den Euphemismen "Steueroptimierung" bzw. "aggressive Steuerpolitik") der Multinationalen Konzerne sowie für eine Finanztransaktionssteuer ein. "Es wird für die Zivilgesellschaft sehr schwierig werden, mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen an einer Welt mit Zukunft zu arbeiten. Wir müssen es schaffen, eine große Bandbreite von Menschen und Organisationen - ähnlich wie bei der Stop-TTIP-Bewegung - zu vereinen und durchsetzen, dass die Akteure mit den größten Umsätzen und Gewinnen sich über faire Steuersätze an der Aufbringung der Mittel für notwendige öffentliche Ausgaben wie etwa Bildung beteiligen."

Klimaschutz ist das vordringliche Ziel für Mag. Yasmin Dorfstetter aus dem Bezirk Tulln in Niderösterreich. "Wir verhalten uns derzeit nach dem Motto 'Unsere Kinder sollen es einmal nicht mehr so gut haben wie wir'. Obwohl wir mehr Wissen und Energie, denn je haben, es anders zu machen", konstatiert die dreifache Mutter. Diese Widersprüche anzugehen und aufzulösen ist ihr persönlicher Antrieb. "Ich habe als Mitarbeiterin der Forschungskooperation Klimaschutz auf Landesebene viele Initiativen in diesem Bereich analysiert. Nur der offene Ansatz der Global Marshall Plan Initiative erscheint mir umfassend genug, das Problem ohne Schlupflöcher anzugehen." Die EINE Lösung ist dafür freilich nicht in Sicht, aber der duale Bottom-Up-/Top-Down-Ansatz, den das Netzwerk verfolgt, verringere immerhin das systematische Ausblenden unliebsamer Ursachen.