29.09.2014 - 10:15

Millennium Development Goals 2015 – Was kommt jetzt?

Konnte weltweit die extreme Armut um die Hälfte reduziert werden? Ist es gelungen einen nachhaltigen Schutz für unseren Planeten herzustellen?  Was muss sich ändern, damit sich die Ziele besser und nachhaltiger umsetzten lassen? Im Jahr 2001 wurden acht Ziele zur Umsetzung der Vorgaben der UN-Millenniumerklärung benannt. Jetzt, im Oktober 2014, ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Im offiziellen Bericht zur Erreichung der Ziele der UN lautet es, dass die extreme Armut weltweit um die Hälfte reduziert wurde. Als Maßstab um dies zu messen wurden weltweit die Personen erfasst, die von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben müssen. Die Zahl sank tatsächlich in den letzten 20 Jahren um 700 Millionen Menschen. Doch in vielen Teilen Asiens reichen die 1,25 Dollar pro Tag nicht mehr als Existenzsicherung aus, so dass nicht behauptet werden kann, dass die extreme Armut um die Hälfte reduziert wurde. So sollten in der Post 2015- Agenda andere Armutsindikatoren als die bisherigen verwendet werden, welche  die sozioökonomischen Disparitäten in der Gesellschaft abbilden. Es kann davon ausgegangen werden, dass in manchen Regionen 1,25 Dollar pro Tag als Existenzsicherung reichen, in anderen Teilen der Welt können Menschen nicht davon leben, deswegen sollte bei der Festsetzung von neuen Zielen auf regionale, nationale und sub-nationale Unterschiede geachtet werden.

Ein weiteres Ziel war, dass der nachhaltige Schutz der Umwelt bis 2015 gesichert wird. Ist dies noch zu erreichen? Der weltweite Kohlenstoffdioxidausstoß ist weiterhin gestiegen, er war 2011 fast 50% höher als 1990. Jedes Jahr gehen Millionen Hektar an Waldfläche verloren, viele Arten sind immer stärker vom Aussterben bedroht, und die erneuerbaren Wasserressourcen werden knapper. Es ist Zeit, dass die ökologischen Grenzen unseres Planeten anerkannt werden und  Umweltbelange nicht weiterhin  Wirtschaftswachstum untergeordnet werden. Die Tatsache, dass unsere Gesellschaft, aber auch die Ökonomie auf ein natürliches biophysikalisches Leben, das das Leben auf unserem Planeten sichert, angewiesen ist, wird zuweilen ignoriert.

In die Diskussion um die Post-2015 Agenda fließen die Ergebnisse, die SDGs ( sustainable development goals ), der Rio+20 Konferenz  (Juni 2012) ein. Es ist ein erster Schritt getan, dass zukünftig Entwicklungs- und Umweltagenden mehr  miteinander verschmelzen. Dies ist notwendig, denn abnehmende Leistungen der Ökosysteme und schwindende natürliche Ressourcen begrenzen unsere Fähigkeit, Armut zu verringern und wirtschaftliche Entwicklung zu sichern. Natürliche Ökosysteme wie Ozeane, Wälder, Seen und Flüsse liefern Nahrungsmittel, Rohstoffe und die Lebensgrundlage für Milliarden Menschen. Verluste in diesen Ökosystemen haben Gemeinwesen und Ökonomien in den vergangenen Jahren bereits Milliarden gekostet.

Die auf der Rio+20 Konferenz diskutierte „grüne Wirtschaft“, stößt allerdings bei einigen Entwicklungsländern auf Widerstand, sie werfen den Industrieländern vor, dass sie durch höhere Umweltstandards ihre Märkte, begründet durch die Nachhaltigkeitsziele,  zukünftig abschotten. Ein namentlich nicht genannter Delegierter bezeichnete die Idee der „grünen Wirtschaft“ als „grünen Neo-Kapitalismus“.  Dies zeigt, dass jedes Tableau zukünftiger Entwicklungs-und Nachhaltigkeitsziele aus umfassenden gesellschaftlichen Beteiligungsprozessen auf Länder- und UN-Ebene hervorgehen muss, zukünftig müssen auch weniger organisierte Gruppen, wie zum Beispiel indigene Völker, ein Mitspracherecht haben. Die Grundlage für die Post-2015-Ziele sollte ein ganzheitlicher Ansatz zukunftsgerechter Entwicklung bilden, in dem die Überwindung von Armut und sozialer Exklusion ein wesentliches Ziel bleibt.
 


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