10.07.2013 - 10:43

Müssen wir radikal umdenken?

Nachhaltig von der Organisation ihres ersten Hochschultages Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit überzeugt, welcher am 13. Mai 2011 stattgefunden hat, organisierte die engagierte Tübinger Global Marshall Plan Lokalgruppe noch im selben Jahr einen zweiten Ökosozialen Studientag!

Zusammen mit der lokalen oikos-Gruppe und der Greening University- Hochschulgruppe Tübingen konnte somit in Tübingen am 2. und 3. November eine zweite bewustseinsbildenende Veranstaltung zum Thema auf die Beine gestellt werden.

Am Mittwoch, den 2. November, ging es los mit dem Film „The Age of Stupid“, einer kritischen Retrospektive über die Unfähigkeit der Menschen auf die drohende Klimakatastrophe zu reagieren. Der Film veranschaulichte, dass die Vielfalt an unterschiedlichen Bedürfnissen und Zielen einer globalisierten Welt zu einer kollektiven Lähmung führen können.

Knapp 200 Besucher kamen dann am Folgetag an die Hochschule, um Herrn Ernst Ulrich von Weizsäcker zum Thema „Ökologische Marktwirtschaft- müssen wir radikal umdenken?“ sprechen zu hören. Er erläuterte den Zusammenhang von Wohlstand und Ressourcenverbrauch, sowie dass dessen Entkopplung bei einem hohen HDI (Human Development Index) einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen würde. Weiter gab er an, dass durch Effizienzsteigerungen, die zur Abschwächung des Klimawandels und einer Reduzierung des Ressourcenverbrauchs stattfänden, ein Bumerangeffekt entstehe, da diese Effizienzsteigerungen den Konsum weiter anheizten. Um diesen Effekt zu verhindern sei eine entsprechende Rahmenordnung, wie z.B. eine ökologische Energiesteuer, notwendig.

Bei der von Dr. Niels Weidtmann moderierten anschließenden Podiumsdiskussion nahmen MdL Daniel Lede-Abal (Mitglied des Wissenschaftsausschusses) und Prof. Dr. Josef Schmid (Dekan der WiSo-Fakultät) teil. Es ging um die Nachhaltigkeitsstrategie der grün-roten Landesregierung, deren Umsetzung an den Universitäten und um die Forderung nach mehr Interdisziplinarität in der Ausbildung der Studenten sowie nach Freiräumen, um Engagement, wie bspw. für die Ökosozialen Studientage, zu unterstützen.

Abschließend gab es einen Sektempfang mit Butterbrezeln und zahlreiche weiterführende Einzeldiskussionen, sowie den Markt der Möglichkeiten, auf dem die Besucher die an der Organisation der Studientage beteiligten Gruppen näher kennen lernen konnten.

Nähere Informationen zur Lokalgruppe Tübingen finden Sie hier auf deren Website.

*** Die Hochschultage sind ein organisationsübergreifendes Projekt der Global Marshall Plan Initiative und fünf Partnern. Global Marshall Plan Gruppen, die einen solchen Hochschultag organisieren wollen oder interessiert sind, können sich gerne unter hochschultage@globalmarshallplan.org melden. Für das jahr 2012 sind bereits weitere Hochschultage innerhalb der Initiative (Karlsruhe, Kiel, Freiburg, Bielefeld) in Planung. ***

 

 

Anlaufstelle: