02.03.2014 - 16:32

Bericht: „Klimaneutralität“ – geht das? Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen

Am 20.2.2014 fand im OEKOM Verlagshaus ein von der Global Marshall Plan Lokalgruppe München II organisierter Vortrag über Klimaneutralität bzw. CO2 Zertifikathandel statt. Gastreferent Alexander Rossner sprach zum Thema „Klimaneutralität“ – geht das? Möglichkeiten und Grenzen der freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen. Der Vortrag beleuchtete verschiedene Möglichkeiten als Privatperson eine ausgeglichene CO2 - Bilanz zu erreichen.

Stephan Giglberger von der GMP Lokalgruppe München II stellte zunächst den Zuhörern die Global Marshall Initiative (=) kurz vor und verwies auf die regelmäßigen Treffen der GMP Lokalgruppe München II. Die Treffen finden jeden 4. Donnerstag im Monat um 20 Uhr im EineWeltHaus www.einewelthaus.de München statt. Alexander Rossner beschäftigt sich seit ca. 8 Jahren mit dem Thema Klimaneutralität. In  früheren Positionen war Alexander Rossner u.a. Geschäftsführer einer Klimaschutzberatung.

In dem Vortrag wurde dargelegt, welche Treibhausgase Anteil an der Luftverschmutzung und somit an der Veränderung des Klimas haben. Die CO2 Bilanz verändert sich auch durch die weitere Erhöhung des Lebensstandards in den Schwellenländern. Hr. Rossner erklärte außerdem was von Regierungen und der UN gegen den Anstieg der CO2 Verschmutzung getan wird.

Klar wurde, dass es eine persönliche Herausforderung ist, seine eigene CO2 Emissionen auf den Klimaverträglichen Wert von ca. 2 Tonnen / Person und Jahr zu reduzieren. Durchschnittswert in Deutschland ist 10,6 Tonnen CO2/Jahr/Person.( CO2 Bilanz Rechner des Umweltbundesamtes).

Nachdem die EU das Kyoto Protokoll 1997 unterschrieben hat und sich verbindlich zu einer Reduzierung der Treibhausgase verpflichtet hat, wurde die Mechanik der Europäischen EUA CO2 Zertifikate und deren Handel in Gang gesetzt.

Um sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern einen Anreiz zu geben, Ihrerseits CO2 reduzierende Maßnahmen durchzuführen, wurden von der UNFCCC  - „United Nations Framework Convention on Climate Change“ sogenannte CER Certified Emission Reduction Credits (CER) eingeführt, die der ausführenden Organisation zugeteilt werden. Diese Zertifikate werden durch die UNFCCC CDM  kontrolliert und sind auf dem Markt handelbar. Zur Zeit gibt es dort 7448 registrierte Projekte (Stand 27.02.2014) mit einem Emissions- Reduziervolumen von ca. 1,4 Mrd.t.

Eine dritte Art Emissionszertifikate sind sogenannte VER Zertifikate.VER und VER+ (Verified Emission Reductions) sind Zertifikate, die nicht für den gesetzlichen Emissionshandel verwendet werden dürfen. Projekte, die VERs generieren, werden aus Kostengründen, oder weil sie zu klein sind, nicht bei der UNO registriert. Herr Rossner betonte dass man beim Kauf von CER / VER auf eine Löschungs- bzw. Stilllegungsbestätigung bestehen sollte, da man sonst Gefahr läuft, dass Zertifikate weitere Male verkauft werden. In der BRD gibt es ca. 40 Firmen / Organisationen die sich mit dem Handel von CO2 CER/VER  Zertifikaten beschäftigen.

Beim Kauf eines CER Zertifikates ( Äquivalent für 1 Tonne CO2) geht ein Teil des gezahlten Betrages direkt an den Besitzer dieses Zertifikates. Dieser Besitzer wiederum sorgt mit seiner Investition für eine Reduzierung von CO2 – Emissionen oder anderen Treibhausgasen, bzw. setzt mit seinen Projekten keinerlei Treibhausgase frei. Kauft man also ein CER Zertifikat wird 1 Tonne CO2 nicht erzeugt bzw. eine unumgängliche CO2 Erzeugung um eine Tonne reduziert.

Fazit: Würde der Handel und die Löschung solcher Zertifikate weltweit von mehr Menschen oder Unternehmen getätigt, könnten Projekte finanziert werden die global gesehen eine CO2 Reduzierung zur Folge haben.

Zum Abschluss zeigte  Herr Rossner noch den Ausschnitt eines Interviews von seinem Unternehmen Zukunftswerk eG mit Herrn Professor Dr. Dr. Radermacher. In der dann folgenden lebhaften Diskussion wurden die verschiedenen Möglichkeiten eines persönlichen Engagements bei der CO2 Reduzierung angesprochen. Neben der Löschung von CO2 Zertifikaten gäbe es Möglichkeiten wie - Bäume pflanzen  - zu 100% Ökostrom wechseln -  Flugreisen vermeiden und vieles andere mehr. Die GMP Lokalgruppe bleibt am Ball und bedankt sich bei allen Beteiligten und besonders bei Herrn A. Rossner und Hr Dr Schneider vom Oekom Verlag, der auch eine Reihe von Büchern aus dem Bücher-Abo der GMP (=) produziert.


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