07.04.2014 - 11:34

Internationaler Gerichtshof erklärt japanisches Walfangprogramm für rechtswidrig

Laut dem Urteil der Richter in Den Haag, verstößt das japanische Walfangprogramm „Jarpa II“ gegen ein internationales Moratorium, welches das Töten von Meeressaugern verbietet.

Am 31.03.2014 hat der Internationale Gerichtshof, dass japanische Walfangprogramm „Jarpa II“ offiziell für rechtwidrig erklärt. Die Richter unter dem slowakischen Vorsitzenden Peter Tomka zur Folge verstößt, „Jarpa II“ gegen ein internationales Moratorium von 1986, welches das Töten von Meeressaugern verbietet. Die japanische Regierung verteidigte sein Walfangprogramm, mit der Begründung, es sei für reine Forschungszwecke, damit beruht sich Japan auf Sondergenehmigungen für wissenschaftlichen Walfang. Aus Sicht der Richter spielten für Japan finanzielle Überlegungen eine viel entscheidendere Rolle als wissenschaftliche Kriterien. Die Anzahl der getöteten Wale stünde in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Laut Spiegel Online, töteten japanische Walfänger seit 1987 mehr als 15.000 Meeressauger. Das Urteil des UN-Gerichts ist bindend, eine Berufung ist nicht möglich. 

Im interview mit Spiegel Online begrüßte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das Urteil der IGH: "Das ist eine klare Absage an den Walfang und ein Meilenstein in der Walschutzpolitik…Damit ist Schluss mit dem kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft." Auch Umweltschützer reagierten positiv auf das Urteil. Thilo Maack von Greenpeace sagte zu Spiegel Online: "Jetzt muss die japanische Walfangflotte eingemottet und das Fangschiff verschrottet werden. Jeder weitere Versuch der japanischen Regierung, das Walfangmoratorium zu umgehen, wäre unethisch, unzeitgemäß und unwirtschaftlich." Für Astrid Fuchs von der Organisation Whale and Dolphin Conservation signalisiert das Urteil sogar ein mögliches Ende des kommerziellen Walfangs: "Dies ist ein historischer Tag für den Schutz der Wale und könnte der Wendepunkt im Hinblick auf ein komplettes Ende des kommerziellen Walfangs darstellen",

Ein kompletter Stopp des kommerziellen Walfangs ist derzeit eher unwahrscheinlich. Japan hat ein zweites, kleineres Walfangprogram „JARPN II“, welches es weiterhin für die vermeintliche Forschung betreibt. Anders als Japan, betreiben Norwegen und Island ungeachtet des Moratoriums offen kommerziellen Walfang – und berufen sich dabei auf ihre jahrhundertealten Traditionen. Formell sind die anderen Walfangstaaten durch die aktuelle IGH-Entscheidung auch nicht gebunden. Außerdem gibt es derzeit Sondergenehmigungen für einheimische Bevölkerungen in der Arktis.

Sarah Carroux

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/walfang-verbot-in-der-antarktis-japan-koennte-weiter-toeten-a-961759.html

http://www.theguardian.com/environment/2014/mar/31/japanese-whaling-halt-antarctic-international-court

http://www.welt.de/wirtschaft/article126394031/UN-Gericht-verbietet-Japan-Walfang-in-der-Antarktis.html

http://www.greenpeace-magazin.de/aktuell/2014/03/31/un-gericht-verbietet-waljagd-im-suedpolarmeer/

Bilderquelle: utegrubic auf Flickr.com


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