07.08.2014 - 08:45

IWF fordert ökologische Steuerreform

„Leben retten – den Planeten retten – das Budget retten“, so das simpel gesteckte Ziel der Chefin des Internationalen Währungs Fonds (IWF) Christine Lagarde. Der Verbrauch von fossiler Energie zerstört unsere Umwelt und unser Klima, deshalb müssten die Preise für Energie auch die Umweltauswirkungen beinhalten. Damit greift der IWF eine Hauptforderung der Ökosozialen Marktwirtschaft auf.

 

Der IWF weist auf die katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt hin, die vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträger entstehen:

„Die Zukunft der Menschheit wird bei einer vorausgesagten Erderwärmung um drei bis vier Grad wie das Eis dahinschmelzen, wie das Wasser unter einer unbarmherzigen Sonne verdampfen oder wie Sand in einem Wüstensturm verweht werden", so Christine Lagarde in einem Vortrag Ende Juli 2014 vor dem Center for Global Development.

Lagarde fordert, dass für eine gesicherte Zukunft unseres Planeten die Finanzpolitik eine Rolle spielen muss. Die wachsenden Umweltprobleme könne man nur bekämpfen, indem man faire Energiepreise entwickelt.

Der IWF hat ein Buch, „Getting energy prices right", herausgebracht, in dem gefordert wird, dass es zu keiner Steuererhöhung sondern zu einer Neujustierung des Steuersystems kommen muss. Die Steuern für Energie seien in fast allen Ländern zu niedrig, sie spiegeln legendlich die Kosten für die Energiegewinnung, nicht aber die Folgekosten die von der Allgemeinheit getragen werden müssen, wieder.

Dagegen seien die Steuern für Arbeit und Kapital zu hoch. Die Einführung einer Energiesteuer könne dadurch dass die Folgenschäden nicht mehr von der Allgemeinheit getragen würden, zu einer Senkung der allgemeinen Verschuldung führen und würde durch eine entsprechende Senkung der Arbeits- und Kapitalsteuer zu keiner höheren Belastung führen.

Damit macht sich Lagarde für wesentliche Merkmale einer ökosozialen Steuerpolitik stark, wie sie auch die Global Marshall Plan Initiative unterstützt.

Denn Steuern auf Verbrauch sind sinnvoll. Sie erhöhen die dringend nötige Energieeffizienz und fördert damit Unternehmen, die auf effiziente Technik und Innovationen setzen.

Eine Studie des IWF zeigt, dass die Besteuerung von Kohle, Gas und Kraftstoffen die Kohlendioxid-Emission in 150 untersuchten Ländern um nahezu ein Viertel reduzieren könnte.

Die meisten Länder erheben zwar Steuern auf Treibstoffe, diese decken aber nicht die Umweltauswirkungen ab. Die Umweltauswirkungen der Verbrennung von fossilen Energieträgern werden sogar in fast allen Ländern unterschätzt. Die neue Energiesteuer soll demnach nach der Treibhausgas-Auswirkung bemessen werden.

 


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Quellen:

http://green.wiwo.de/iwf-chefin-lagarde-fossile-energie-besteuern

http://www.klimaretter.info/wirtschaft/nachricht/16951-iwf-will-umweltauswirkungen-einpreisen

http://www.imf.org/external/np/speeches/2014/073114.htm

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/international/3848205/Wie-der-IWF-die-Welt-retten-will