Artikel von Peter Hesse

Aufbau einer globalen Partnerschaft fĂĽr Entwicklung! Was heiĂźt das konkret?



Das achte der MDGs, in Englisch zu Recht "goal" genannt, hat 7 konkretere Unterziele, in Englisch richtigerweise "objectives" genannt (leider nutzen wir im Deutschen nur das eine Wort "Ziel" für richtungsweisende Oberziele und konkrete Unterziele). Erst in den Unterzielen, den "objectives" wird es richtig spannend. So fordert das erste "objective" unter dem 8. "goal" im ersten Satz etwas in der politischen Diskussion viel zu wenig beachtetes Grundsätzliches: "Develop further an open trading and financial system that is rule-based, predictable and non-discriminatory." Im englischen Originaltext ist die Kernaufforderung wie hier kursiv geschrieben – und DENNOCH greift unsere Politik diese Aufforderung kaum auf. Allenfalls wird von manchen Neo-Liberalen darunter fälschlicherweise verstanden, man möge den Marktfundamentalismus weiter entwickeln. Etwas ganz anderes sollte unter dieser Aufforderung der Staatengemeinschaft verstanden werden, nämlich unser globales Handels- und Finanzsystem verbindlichen Regeln zu unterwerfen, es voraussehbar und für die Schwächeren dieser Welt nicht diskriminierend zu gestalten. Gefordert wird ordnungspolitisches Weiterdenken. So wie es derzeit läuft, wächst die Gefahr, dass unsere Eine Welt noch weiter auseinanderdriftet, aus der Balance gerät – mit unabsehbaren Folgen für alle. Dabei gibt es ein ordnungs- und gesellschaftspolitisches Modell, das die unbestreitbaren Vorteile freier Märkte nutzt, das aber sozial fair ist und die Grundlage unserer Existenz, die Natur, schützt – eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft.

Dieses menschliche, nachhaltige und gleichzeitig effiziente Modell ist das Ziel – das Fernziel ("goal") der Global Marshallplan Initiative. Der in Österreich und Deutschland auf Initiative von Politikern aller Färbungen, Wissenschaftlern, von Religionsgemeinschaften und NROs erarbeitete Plan, ein "global contract", möchte die Europäische Union überzeugen. Die EU soll sich das Konzept zu eigen zu machen, es in die EU-eigene politische Sprache übersetzen um es dann weltweit zu tragen und auf globaler Plattform zu propagieren – zum Nutzen aller, der Starken wie der Schwachen – aber noch mehr zum Nutzen der Schwachen – für EINE Welt in Vielfalt.
– Informationen über die für alle engagierten Menschen offene Global Marshallplan Initiative s. www.globalmarshallplan.org .

Peter Hesse
Peter-Hesse-Stiftung SOLIDARITÄT IN PARTNERSCHAFT für EINE Welt in Vielfalt.

Annecy, 3. 12. 2005

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