„Kampf für einen grünen Marshallplan“ von Martina Knappert-Hiese

Anmerkungen zum Südkurier-Forum / Artikel vom 9.12.06


„Kampf für einen grünen Marshallplan“



Der Südkurier ist zu beglückwünschen, dass er den Referenten Radermacher für sein Forum in Villingen gewinnen konnte. Schade, dass für die Leserinnen und Leser aus dem östlichen Verbreitungsgebiet dieser Zeitung die Entfernung so groß war. Ich würde mir wünschen, dass diese Thematik auch einmal in Markdorf, Friedrichshafen oder Lindau zur Sprache kommt. Man muss allerdings weder über wirtschaftliche noch über mathematische Fachkenntnisse verfügen, um sich mit dem Global Marshall Plan intensiv auseinanderzusetzen. Globalisierung ist ein Thema, das uns inzwischen alle beschäftigen sollte. Wir stecken mittendrin in diesem Prozess der Veränderung, den wir als Herausforderung begreifen müssen. An seiner Gestaltung dürfen sich alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligen. Auch wenn es nicht sofort einleuchtet, so sitzen wir Menschen doch letztlich alle im selben Boot, nämlich auf unserem Planeten Erde.

Der Artikel spricht im Zusammenhang mit der Ökosozialen Marktwirtschaft zwar von einem grünen Marshallplan, gemeint ist hier aber sicher nicht die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Die Global Marshall Plan Initiative versteht sich nämlich als parteiunabhängige übergeordnete Organisation, die sich die Aufklärung über globale Zusammenhänge zum Ziel gesetzt hat. Nichtsdestotrotz korrespondiert der auf dem Kölner Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen verabschiedete Beschluß „Für einen radikalen Realismus in der Ökologie“ 100%ig mit den Einsichten, wie sie von Radermacher geäußert wurden. Unter den Bedingungen des globalen Wettbewerbs gibt es wieder Wahrheiten, die den Pluralismus unserer modernen Welt ad absurdum führen.

Zu den Zeiten Galilei Galileis mussten die Menschen lernen, dass nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des bekannten Kosmos ist. Wir müssen heute begreifen, dass wir mitunter auch liebgewordene Einsichten und Anschauungen hinterfragen sollten. Unser Konsumniveau ist zu hoch – wir verbrauchen mehr, als uns zusteht! Auch in der Katholischen Ethik und der Evangelischen Soziallehre werden übrigens Ansichten vertreten, über die die Global Marshall Plan Initiative informiert. Der Einzelne in der Zivilgesellschaft, und zwar Generationen übergreifend, spielt bei der Bewältigung globaler Herausforderungen eine wichtige Rolle!

Weitere Einzelheiten finden sich unter www.globalmarshallplan.org und www.connectingyouth.net.

Martina Knappert-Hiese

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